Louis Dejean
französischer Bildhauer und Medailleur
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Louis Eugène Dejean (* 9. Juni 1872 in Paris; † 6. Januar 1953 in Nogent-sur-Marne oder Paris) war ein französischer Bildhauer und Medailleur.[1]

Leben
Louis Dejean studierte an der École des Arts décoratifs in Paris und war Schüler sowie Gehilfe von Antonin Carlès und Auguste Rodin. 1890/91 stellte er erstmals im Salon der Société des Artistes français aus und wechselte ab 1899 zum Salon der Société Nationale des Beaux-Arts, wo er fortan regelmäßig vertreten war. Ab 1926 beteiligte er sich auch am Salon des Tuileries. 1923 wurde er zum Ritter der Ehrenlegion ernannt.[1]
Werk

Louis Dejeans künstlerisches Schaffen war vor allem auf weibliche Statuetten ausgerichtet. Er gestaltete Tänzerinnen, Bacchantinnen und Mädchenfiguren, die er entweder in moderner, eleganter Kleidung (La Parisienne) oder als Akt und Torso darstellte. Sein Werk wurde von Kritikern und Zeitgenossen als moderne Tanagrafiguren bezeichnet, da es deutlich von griechischer Skulptur und den Tanagrafiguren im Louvre beeinflusst war. Daneben war auch der Einfluss von Aristide Maillol erkennbar. Die Figürchen, die häufig Titel wie Départ du bal, En promenade, Femme au chapeau oder schlicht Tänzerin tragen, wurden als geistreiche, impressionistische Studien gewürdigt, die eine charakteristische Pose oder Momentbewegung des Modells festhalten.[2]
Neben diesen kleinen Kabinettfiguren schuf Louis Dejean auch allegorische Darstellungen, Reliefs und Gruppen von dekorativem Charakter, darunter Les Passions s'élevant vers les Muses, L'Aurore et les Ombres (Bronze, 1908) und Maternité (1910). Darüber hinaus fertigte er Büsten (u. a. Théophile Gautier, 1933; Léon Bernard; M.-A. Laurens) sowie Entwürfe für Pilaster, Kapitelle und andere dekorative Architekturelemente. Nach dem Ersten Weltkrieg entstanden mehrere Kriegerdenkmäler, so in Saint-Ouen.[2]
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Medaillenkunst. Louis Dejean schuf zahlreiche Medaillen für die Amis de la médaille française und die Carnegie-Stiftung sowie Entwürfe für Medaillen und Plaketten, etwa anlässlich der Elektrizitätsausstellung in Marseille im Jahr 1902 (Les héros de la civilisation, 1912). 1952 gab er für die Monnaie de Paris die Medaille auf Gustave Geffroy heraus.[2]
Seine Werke wurden in Marmor, Terrakotta und Stein ausgeführt und von renommierten Gießereien, darunter Valsuani (Femme agenouillée), Hébrard (Femme assise à l'éventail) und Rudier (Femme en robe à crinoline, Jeune fille debout se coiffant), in Bronze umgesetzt.[2]
Werke in Museen (Auswahl)
- Douai, Musée de la Chartreuse
- Le Havre, Musée d’art moderne André Malraux
- Nantes, Musée des Beaux-Arts de Nantes
- Paris, Musée des Arts Décoratifs
- Paris, Musée d’Orsay
- Paris, Musée National d’Art Moderne (Wasserbecken-Dekoration, gemeinsam mit Léon-Ernest Drivier; ferner: Weiblicher Torso, Bronze; Weiblicher Akt, Marmor; Eva, Stein)
- Poitiers, Musée Rupert de Chièvres
Literatur
- Hans Vollmer (Hrsg.), Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts, Bd. 1, Leipzig 1953.
- Pierre Kjellberg, Le nouveau guide des statues de Paris, Paris 1988.
- René Édouard-Joseph, Dictionnaire biographique des artistes contemporains, Bd. 1, Paris 1930.
- Ulrich Thieme, Felix Becker (Hrsg.), Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Bd. 8, Leipzig 1913.
- Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 4: Cossintino – Dyck. Paris, 2006.
- Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online, De Gruyter 2009.