Louisa Moritz
US-amerikanische Schauspielerin (1936-2019)
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Louisa Moritz (* 25. September 1936 Havanna, Kuba als Luisa Cira Castro Netto; † 4. Januar 2019 Los Angeles, Kalifornien) war eine kubanisch-US-amerikanische Schauspielerin und Anwältin.
Leben
Louisa Moritz wurde auf Kuba geboren.[1] In den 1950er-Jahren zog sie nach New York City. Sie änderte in den USA ihren Nachnamen, um nicht mit Fidel Castro in Verbindung gebracht zu werden.[1] Da sie nur wenig englisch sprach, trat sie zunächst vor allem in Werbespots auf. Eine erste kleine Rolle hatte sie im Film Assignment: Female.
1970 bekam sie die Hauptrolle der jungen Prostituierten Carmela in The Man from ORGY. Danach spielte sie an der Seite von Sylvester Stallone Myra in Frankensteins Todesrennen und als Officer Gloria Whitey in Cheech & Chongs Viel Rauch um nichts.[1] In Einer flog über das Kuckucksnest aus dem Jahr 1975 spielte Moritz Rose die Lebensgefährtin von RP McMurphy (Jack Nicholson), die sich in die Nervenheilanstalt schleicht, um an der verbotenen Party teilzunehmen, die in einer Tragödie endet.[1]
Davor und danach hatte sie Gastauftritte in verschiedenen Fernsehserien der 1960er und 1970er Jahre wie Der Chef, Happy Days, M*A*S*H, Detektiv Rockford – Anruf genügt und Der unglaubliche Hulk. Nach 1988 war sie nur noch sporadisch vor der Kamera zu sehen. Ihren letzten Auftritt hatte sie im Film King of B-Movies in einer kleinen Rolle.
Moritz studierte Rechtswissenschaft an der University of West Los Angeles.[2] Sie trat im Jahr 2004 der Anwaltskammer von Kalifornien bei, bevor ihr im Jahr 2017 die Zulassung entzogen wurde[3], weil sie bestimmte Quartalsberichte nicht einreichte.[4] Zusätzlich handelte sie mit Immobilien und kaufte ein Hotel in Beverly Hills, das sie in Beverly Hills St. Moritz umbenannte.[5]
2014 beschuldigte sie als eine der ersten von sieben Frauen Bill Cosby habe sie 1971 sexuell missbraucht.[1] Er habe ihr bei den Dreharbeiten zu einer Folge der The Tonight Show gesagt, dass sie mit seiner Hilfe zu einem Star werden könnte, dann hat er sie zum Oralverkehr genötigt. Beim Verlassen des Zimmers habe er darauf angespielt, dass sie ihn und ihre Zukunftspläne sicher nicht gefährden möchte. Cosby wies die Vorwürfe zurück und bezeichnete sie als Lügnerin.[4]
Seit 2018 war sie immer wieder krank und verletzte sich bei einem Sturz während einer Reise nach Washington, wo sie ihren Anwalt Joseph Cammarata treffen wollte. Dieser vertrat sie in dem Verleumdungsprozess, den sie und sechs weitere Frauen 2014 vor einem Bundesgericht in Massachusetts gegen Cosby eingereicht haben.[5]
Louisa Moritz starb am 4. Januar 2019 im Alter von 72 Jahren in einem Hospiz in Los Angeles.[5]
Filmografie (Auswahl)
- 1966: Assignment: Female
- 1969: The Leslie Uggams Show (Fernsehshow, 1 Folge)
- 1970: The Man from O.R.G.Y.
- 1971: The Tonight Show Starring Johnny Carson (Fernsehshow, 1 Folge)
- 1971–1972: Wo die Liebe hinfällt (Love, American Style, Fernsehserie, 3 Folgen)
- 1972: Der Chef (Ironside, Fernsehserie, Folge 5x24)
- 1973: Honeymoon Suite (Fernsehserie, 1 Folge)
- 1974: Happy Days (Fernsehserie, Folge 1x03)
- 1974: Lucille Ball: Fröhliche Silberhochzeit (Happy Anniversary and Goodbye, Fernsehfilm)
- 1975: M*A*S*H (Fernsehserie, Folge 3x15)
- 1975: Frankensteins Todesrennen (Death Race 2000)
- 1975: Einer flog über das Kuckucksnest (One Flew Over the Cuckoo’s Nest)
- 1976: One Day at a Time (Fernsehserie, Folge 1x04)
- 1976: Cannonball
- 1977: The Happy Hooker Goes to Washington
- 1977: Der Weg nach Oregon (The Oregon Trail, Fernsehserie, Folge 1x06)
- 1977: Jones räumt auf (Charge of the Model T’s)
- 1977–1978: Detektiv Rockford – Anruf genügt (The Rockford Files, Fernsehserie, 2 Folgen)
- 1978: Viel Rauch um nichts (Up in Smoke)
- 1979: Eine ganz irre Truppe (The North Avenue Irregulars)
- 1980: Der unglaubliche Hulk (The Incredible Hulk, Fernsehserie, Folge 3x14)
- 1980: Rocknacht des Grauens (New Year’s Evil)
- 1981: Fesseln der Macht (True Confessions)
- 1982: Die letzte amerikanische Jungfrau (The Last American Virgin)
- 1983: Das Frauenlager (Chained Heat)
- 1984: Jungle Warriors
- 1985: Hot Chili
- 1988: Zeit der Sehnsucht (Days of Our Lives, Seifenoper, 1 Folge)
- 1995: Terminal Force
- 2000: King of B-Movies (The Independent)
Weblinks
- Louisa Moritz bei IMDb