Luc de Grauwe
Belgischer Sprachwissenschaftler
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Luc Désiré Marie De Grauwe (* 10. Juni 1948 in Gent) ist ein belgischer Linguist, der vor allem für seine Arbeiten in der historischen Linguistik, Sprachkontaktforschung und Germanistik bekannt ist.
Leben
De Grauwe promovierte 1975 unter der Leitung von Maurits Gysseling über wortgeographische Aspekte der Wachtendonckschen Psalmen. Die Koninklijke Academie voor Nederlandse Taal en Letteren zeichnete seine in zwei Bänden publizierte Dissertation mit ihrem Preis aus.[1] 1987 wurde Luc de Grauwe Dozent an der Universität Gent, wo er von 1988 bis 1992 das Seminar für Deutsche Sprachwissenschaft leitete. An der geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universität wurde er 1992 Vorsitzender der Abteilung Germanistik, eine Position, die er bis 1998 innehatte. Im Jahr 2000 wurde er zunächst Professor, 2004 ordentlicher Professor der germanischen Sprach- und Literaturwissenschaft an der Universität Gent. 2013 wurde er emeritiert. Im Rahmen seiner breit angelegten Forschungen, die in bislang über 70 Publikationen ihren Niederschlag fanden, führte seine Beschäftigung mit Theodisken ihn 2003 zu dem Vorschlag, unter dem Begriff „Theodistik“ einen interdisziplinären und grenzüberschreitenden Ansatz zur Untersuchung der westgermanischen Sprachentwicklung zu entwickeln.
Schriften (Auswahl)
- Woordgeografiseh perspektief van de Wachtendonckse psalitienfragmenten met inbegrip van de glossen van Lipsius : met proeve van kritische leestekst en glossaria. Gent 1975 (Dissertation).
- De Wachtendonckse Psalmen en Glossen. Een lexicologisch-woordgeografische studie met proeve van kritische leestekst en glossaria (= Koninklijke Academie voor Nederlandse Taal- en Letterkunde. 4. Reihe, Nr. 109; 11. Reihe, Nr. 5). 2 Bände. Gent 1979–1982.
- Das historische Verhältnis Deutsch-Niederländisch 'revisited'. Zur Nicht-Existenz von Einheitsarealen im Sprachbewußtsein des Mittelalters und der beginnenden Neuzeit. In: Amsterdamer Beiträge zur älteren Germanistik 35 (1992) S. 191–205.
- Die Deklination des 'schwierigen' Deutsch(en). Zu einer defizienten Regel in den Grammatiken des Gegenwartsdeutsch. In: Festschrift für Pierre Hessmann = Germanistische Mitteilungen 52 (2000) S. 99–114.
- Welke taal sprak Keizer Karel? In: Handelingen der Maatschappij voor Geschiedenis en Oudheidkunde te Gent 54 (2000) S. 17–29.
- Eigenständigkeit einst und jetzt. Zu einigen Parallelen in Geschichte und Gegenwart des 'Flämischen' und des Niederdeutschen. In: Vulpis Adulatio. Festschrift für Hubertus Menke zum 60. Geburtstag, hg. v. Robert Peters, Horst P. Pütz, und Ulrich Weber. C. Winter, Heidelberg 2001, S. 299–313.
- Isn't it good Norwegian wood? Verweiswörter und jüngere Entlehnungen aus dem Nordischen ins Westgermanische. In: Sprachkontakt und Areallinguistik: Europa, hg. von Torsten Leuschner = Linguistik online 8 (2001), Nr. 1/2001, 9 blz.
- Jesu mîn trô(o)st. Die bekannte Vorstellung des Christus concolator, bes. in den geistlichen Spielen des Mittelalters. In: Et respondeat – Studien zum deutschen Theaters des Mittelalters. Festschrift für Prof. Dr. Johan Nowé anlässlich seiner Emeritierung, hg. v. Katja Scheel. Leuven University Press, Löwen 2002.
- Theodistik. Zur Begründung eines Faches und ein Plädoyer für eine kontinentalwestgermanische Sicht auf die neuzeitliche Bifurkation Deutsch/Niederländisch. In: Die deutsche Schriftsprache und die Regionen. Entstehungsgeschichtliche Fragen in neuer Sicht, hrsg. von Raphael Berthele, Helen Christen, Sibylle Germann und Ingrid Hove. Walter de Gruyter, Berlin / New York 2003, S. 127–156.
Weblinks
- Kurzlebenslauf auf der Website der Universität Gent
- Luc de Grauwe auf der Digitale Bibliotheek vor de Nederlandse Letteren (dbnl.org)
- Bibliografie auf der Website der Universität Gent
- De Grauwe, Luc (Germanist). Publikationen in der bibliografischen Datenbank der Regesta Imperii.
- Luc de Grauwe bei Academia.edu