Lucas da Costa
osttimoresischer Politiker
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Lucas da Costa (* 11. Januar 1952 in Atsabe, Ermera, Portugiesisch-Timor; † 5. September 2019 in Dili, Osttimor), Kampfname Rama Metan (weitere verwendete Kampfnamen: Lahe Mau, 4, Colimau, Asa-Bere),[1][2][3] war ein Politiker aus Osttimor, Mitglied der Partido Democrático (PD) und Vorsitzender der Nationalen Politischen Kommission der PD.[2][4]

Werdegang
Lucas da Costa war der dritte Sohn von Raimundo Gonçalves und Lahe-Mau. Neben seinen beiden Brüdern hatte er auch noch zwei Schwestern.[1]
Coste besuchte von 1961 bis 1964 das Priesterseminar Nossa Senhora da Fatima in Dare. Nach seinem Ausscheiden aus dem Seminar arbeitete der Teenager als Grundschullehrer in Atsabe, Hatulia und Bobonaro, bevor er von 1968 bis 1972 an der Technischen Schule für Krankenpflege in Dili eine Ausbildung absolvierte. 1974 arbeitete Costa als Krankenpfleger und Chef des Krankenhauses Manufahi.[5]
1974/1975 war Costa Delegierter im Präsidium des Regionalkomitees der FRETILIN in Manufahi. Am 15. August 1975, vier Tage nach dem Putsch der UDT, schloss er sich in Aissirimou (Aileu) dem bewaffneten Arm der FRETILIN an, der FALINTIL.[1] Am 4. Oktober gründete er eine Krankenpflegeschule.[5]
Im September wurde Costa nach Atsabe versetzt.[1] Als Nicolau dos Reis Lobato am 30. November eine Regierung bildete, bot er Costa an stellvertretender Gesundheitsminister zu werden. Dieser lehnte aber ab.[5] Am 6. Dezember erreichten die indonesischen Invasoren Atsabe. Costa leistete in Hatulia und Fatubessi weiter Widerstand. Er befehligte eine Kampfgruppe, die in Atsabe in Gefechten mit den Indonesiern verwickelt war. Mit seiner Gruppe, den Antenas da Resistencia oder Grupu Analiza Politíka hörte er Radioprogramme in verschiedenen Sprachen ab.[1] Zu der Gruppe gehörten auch Ali Alkatiri, José Exposto und José Rodrigues. Ali Alkatiri hörte die Nachrichten auf Indonesisch, José Exposto auf Französisch, José Rodrigues auf Englisch und Lucas da Costa fasste sie zusammen.[5] Aufgrund dieser Informationsarbeit wurde Costa von Lobato Anfang 1976 zum Direktor des osttimoresischen Roten Kreuzes ernannt.[1] Mitte des Jahres wurde Costa zum Politischen Kommissar des Widerstandssektors Centro Leste. Vicente dos Reis beauftragte Costa Informationen zur traditionellen Medizin zu sammeln. In Uai-Mori versammelte Costa dafür Timoresen, die über ein solches Wissen verfügten. Im lokaöen Krankenhaus wurden Medikamente hergestellt. zu den Helfern gehörten „Schwester Barfuß“ (Joni), Ofelia Ribeiro („Sesak“), Fernanda Gonzaga („Bi Sili“), Carlos Alves da Silva („Lekiwai“), Krankenpfleger Eduardo Malex, João Rangel und andere.[5]
1978 gründete Coste zusammen mit Politkommissar Abel Larisina eine Kampfeinheit, die von António Soares da Silva (Mau Kalo) und Abel Larisina geführt wurde. Als Costa die elfköpfige Kompanie 1 anführte, wurde sie von indonesischen Soldaten angegriffen. Costa wurde in die rechte Schulter, den Hals und die Brust getroffen, konnte aber zunächst fliehen. Doch er wurde schließlich in Barique gefangen genommen.[5] Zwei Jahre blieb Costa in Gefangenschaft in Natarbora, dann wurde er freigelassen.[5][1]
1987 erhielt Costa einen Bachelor-Titel in Wirtschaft von der National University of Education (UNDIKNAS) in Denpasar (Bali), mit Summa Cum Laude, 1993 einen Master in Strategischen Mangement und 1998 einen Doktor in Mikroökonomie an der Airlangga University (UNAIR) in Surabaya.[5] In Bali war Costa 1988 eines der Gründungsmitglieder der Resistência Nacional dos Estudantes de Timor-Leste RENETIL. Ab 1991 gehörte er dem achtköpfigen Präsidium an.[3][6] 1998 wurde Costa Mitglied der Nationalen Politkommission und der Exekutivkommission des Conselho Nacional de Resistência Timorense (CNRT). 1999 war er Leiter der Kommission für interregionale Kampagnenplanung und -koordination (CPCC) des CNRT.[5]

2001 war Costa Mitgründer der Partido Democrático und erster Präsident des Nationalen Politischen Rates (CPN) der Partei.[5]
Von 2007 bis 2012 war Costa Mitglied des Nationalparlaments Osttimors und hier in der Kommission für Wirtschaft, Finanzen und Korruptionsbekämpfung (Kommission C).[2] Als der ebenfalls aus dem Westen des Landes stammende PD-Fraktionschef Adriano do Nascimento dem Minister für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei Mariano Sabino Lopes (ebenfalls PD) vorwarf, alle Positionen der Partei in der Regierung würden nur mit Personen aus dem Ostteil des Landes besetzt und daher für sich ebenfalls einen Posten forderte, erhielt Nascimento Unterstützung von Costa und dem Abgeordneten Vital dos Santos. Sie drohten im Parlament gegen die Bildung der Regierungskoalition Aliança da Maioria Parlamentar (AMP) zu stimmen. Nascimento wurde schließlich Staatssekretär für Tourismus.
Am 24. Januar erklärte Costa in Gleno seine Kandidatur bei den Präsidentschaftswahlen in Osttimor 2012, obwohl auch sein Parteichef Fernando de Araújo antrat.[4] Costa erhielt bei den Wahlen 0,83 % der Stimmen, Araújo 17,30 %.
Costa war Dozent an der Airlangga-Universität, Widya Mandala, Wijaya Kusuma und der Universität Surabaya (UBAYA). Außerdem war er Rektor des Instituts für Wirtschaft und Management (ISEG), Direktor der Universidade da Paz (UNPAZ) in der Landeshauptstadt Dili und der Universidade de Díli (UNDIL). Von 2007 bis 2012 war er Präsident des Taekwondo-Verbandes von Osttimor.[5]
Costa verstarb am 5. September 2019 im Hospital Nacional Guido Valadares in Dili.[3] Er wurde auf dem Heldenfriedhof in Metinaro beigesetzt.[7]
Weblinks
- Ato „Lekinawa“ da Costa: Biografia: Saudoso Prof. Doutor Lucas da Costa “Rama Metan” (parte 1) (tetum)