Lucie Rico

französische Schriftstellerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Lucie Rico (* 1988 in Perpignan) ist eine französische Schriftstellerin, Regisseurin und Drehbuchautorin.

Lucie Rico beim Literaturfestival Livre à Metz, 2023.

Leben

Lucie Rico verbrachte ihre Kindheit in Céret in den Pyrénées-Orientales. Ihre Mutter ist Lehrerin und ihr Vater Plattenhändler.

Sie erwarb einen Bachelor in Filmwissenschaft und Literaturwissenschaft, anschließend einen Master in Medien und Transmedia in der Universität Sorbonne.

Von 2016 bis 2018 nahm sie ihr Studium wieder auf und absolvierte ein Masterstudium in Kreativem Schreiben an der Universität Paris-VIII.

Sie war von 2011 bis 2015 im Verlagswesen tätig. Heute unterrichtet sie kreatives Schreiben an der Universität Clermont-Auvergne.

Werk und Rezeption

Sie drehte mehrere Dokumentarfilme in Argentinien und Taiwan. 2016 drehte sie Plein noir, einen Kurzfilm, der in Zusammenarbeit mit Marine Louvet entstand. Der im Jahr 2018 erschienene Film erzählt die Geschichte von dreier Freunde, die nach dem Verschwinden der Sonne plötzlich mit völliger Dunkelheit konfrontiert sind.

Im Jahr 2020 veröffentlichte sie Le Chant du poulet sous vide (dt. Die Ballade vom vakuumverpackten Hähnchen). Der Roman erzählt die Geschichte einer Vegetarierin, die nach dem Tod ihrer Mutter vorübergehend den Bauernhof ihrer Familie leiten muss. Für diesen Roman gewann Lucie Rico mehrere Preise, u. a. den Prix du roman d'écologie 2020. Mit ihrem Roman möchte die Autorin nach eigenen Angaben die kognitive Dissonanz all jener hinterfragen, die sich mit dem System arrangieren, von dem sie abhängig sind.[1] Télérama beschreibt ihn als „verrückten, witzigen und tiefgründigen Debütroman“.[2]

2022 erschien ihr zweiter Roman GPS. Der sich dem Thrillergenre annähernde Roman ist in der zweiten Person Singular geschrieben und erzählt die Geschichte von Ariane, die ihre Freundin Sandrine mithilfe der GPS-Ortung sucht. Der Roman gehörte zu den Finalisten des Prix Fémina des lycéens. Der Roman wird von der französischen Presse gut aufgenommen. Le Monde lobt Lucie Rico als talentierte Romanautorin, die uns an unsere alltäglichen Schwächen erinnert, daran, dass wir uns damit abfinden, in Die Ballade vom vakuumverpackten Hähnchen Fleisch zu essen, und daran, dass wir uns angesichts von GPS und ständiger Geolokalisierung in GPS unserer Verantwortung entziehen.[3] Die Autorin wurde auch für ihr Verständnis, ihre Analyse und ihre Satire des Zeitgeistes gelobt.[3][4] In Deutschland beschreibt Christoph Ohrem für WDR Westart Lucie Rico als „schlaue Autorin“ und analysiert das Werk, indem er das GPS als Ariadnefaden betrachtet, der übrigens auch an der Name der Heldin erinnert. Das GPS ist für Ariane somit der „Bezugspunkt“ in einer „komplett orientierungslosen Welt“.[5]

Veröffentlichungen

  • Le Chant du poulet sous vide. Paris, P.O.L. 2020.
  • GPS. Paris, P.O.L. 2022.

Kurzfilme

  • The Big Shake, 2014.
  • Plein Noir, 2018.

Auszeichnungen

  • 2024, Nominiert für den Prix Première der Institut français für Die Ballade vom vakuumverpackten Hähnchen.
  • 2023, Finalist für den Prix du Livre Inter für GPS.[6]
  • 2022, Finalist für den Prix du Roman des étudiants France Culture-Télérama für GPS.
  • 2022, Finalist für den Prix Fémina des lycéens für GPS.
  • 2022, Besondere Erwähnung für den Prix Wepler für GPS.
  • 2021, Prix littéraire du Cheval Blanc für Die Ballade vom vakuumverpackten Hähnchen.[7]
  • 2021, Prix du roman d'écologie für Die Ballade vom vakuumverpackten Hähnchen.
  • 2020, Prix Coup de cœur Vendanges littéraires für Die Ballade vom vakuumverpackten Hähnchen.
Commons: Lucie Rico – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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