Ludwig Jakob Mehler

deutscher Rabbiner From Wikipedia, the free encyclopedia

Ludwig Jakob Mehler (auch Ludwig Jacob Mehler; geboren 4. Mai 1907 in Berlin; gestorben 10. April 1945 im KZ Bergen-Belsen) war ein deutscher Rabbiner.

Leben

Ludwig Jakob Mehler wurde als Sohn von Julius Mehler und der deutschen Dichterin und Kinderbuchautorin Frieda Mehler, geb. Sachs, geboren.[1] Während der Inflationszeit holten ihn Verwandte in die USA, wo er zunächst in einer Fabrik arbeitete und dann am Hebrew Union College in Cincinnati studierte. Nach drei Jahren kehrte er nach Deutschland zurück und studierte an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums bei Leo Baeck. Er wurde Jugendrabbiner in Frankfurt am Main.[2]

Er wurde 1934 an die junge liberale Gemeinde nach Amsterdam berufen. Er stellte ein liberales Gebetbuch zusammen, sein Manuskript über die geschichtliche Entwicklung der Liturgie ging verloren.

1943 wurde er mit seiner Familie in das KZ Westerbork deportiert, 1944 nach Bergen-Belsen, wo er im April 1945, kurz vor der Befreiung der Gefangenen, an den Folgen der unmenschlichen Behandlung 37-jährig starb.

Literatur (Auswahl)

  • Ludwig Jakob Mehler, in: E. G. Lowenthal (Hrsg.): Bewährung im Untergang. Ein Gedenkbuch. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1965, S. 130f.
  • Walter Tetzlaff: 2000 Kurzbiographien bedeutender deutscher Juden des 20. Jahrhunderts. Askania VG, Lindhorst 1982, ISBN 3-921730-10-4.
  • Joseph Walk (Hrsg.): Kurzbiographien zur Geschichte der Juden 1918–1945. Hrsg. vom Leo Baeck Institute, Jerusalem. Saur, München 1988, ISBN 3-598-10477-4, S. 261.
  • Mehler, Ludwig Jakob. In: Michael Brocke (Hrsg.): Biographisches Handbuch der Rabbiner. Bd. 2, 2: Die Rabbiner im Deutschen Reich 1871–1945. Landau–Zuckermann. Saur, München u. a. 2009, ISBN 978-3-598-24874-0, S. 427.

Einzelnachweise

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