Ludwig Vollrath von Frohn
1782-1796 kurtrier. Assessor am RKG
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Ludwig Vollrath von Frohn, mit vollem Namen Johann Ludwig Vollrath von Frohn (* 15. Dezember 1735 in Virneburg; † 3. Januar 1796 in Wetzlar), war von 1782 bis zu seinem Tod Assessor (Richter) am Reichskammergericht.[1]
Herkunft und Familie
Ludwig Vollrath von Frohn war der Sohn von Johann Peter Frohn (1704–1774) und Maria Gertrudis, geborene Ziegenweidt, verwitwete Hitzler.[2] Sie war die Witwe des verstorbenen Amtmanns von Virneburg – Johann Peter Frohn erheiratete sich die Stelle.[3] Johann Peter Frohn war zunächst nacheinander Sekretär einer Reihe kurtierischer Kleriker – darunter auch Erzbischof und Kurfürst Franz Georg von Schönborn –, wechselte dann in die Verwaltung des Fürstentums Löwenstein-Wertheim und war während des Siebenjährigen Kriegs kaiserlicher Administrationsrat im zu Preußen gehörenden Fürstentum Minden.[4] 1762 erhob Kaiser Franz I. Stephan Johann Peter Frohn in den Reichsadelsstand.[5]
Ludwig Vollrath von Frohn heiratete 1771 Margaretha Gertrud Ott († 1805) aus einer Koblenzer Kaufmannsfamilie. Sie hatten mindestens 8 Kinder, von denen zwei aber sehr jung verstarben.[6]: Zu den überlebenden Kindern zählen:
- Johann Peter Joseph (1773–1829), ebenfalls Jurist. Er wurde Advokat und Prokurator am Reichskammergericht, Ratskonsulent in der Reichsstadt Augsburg und nach dem Ende des Alten Reichs war er Richter zunächst im Königreich Bayern, dann durch den Übergang Salzburgs an das Kaisertum Österreich ab 1813 dort.[7]
- Friedrich Peter Ferdinand (1775–1840), ebenfalls Jurist, bayerischer und dann österreichischer Beamter.[8]
- Anton Daniel Joseph (1777–1855), ebenfalls Jurist, bayerischer und dann österreichischer Beamter.[9]
- Joseph Gideon Peter Ludwig (1784–nach 1840), bayerischer Beamter.[10]
- Ludwig Joseph Ignaz (1785–1861), Forstbeamter, zunächst in badischen, dann in österreichischen Diensten.[11]
Ausbildung
Ludwig Vollrath von Frohn studierte zunächst Philosophie in Pont-à-Mousson und 1753 bis 1756 Rechtswissenschaft an der Universität Göttingen. 1759 bis 1761 war er Praktikant am Reichskammergericht.[12]
Wirken
Sein beruflicher Einstieg erfolgte 1761 als Hofrat in dem halbselbständigen Fürstentum Hessen-Rotenburg-Rheinfels, wo er aber nur kurze Zeit blieb. 1762 bis 1777 arbeitete er als Richter am kurtrierischen Hofgericht in Koblenz, 1766 bis 1770 war er gleichzeitig auch Oberamtmann der Grafen Rudolf Waldbott von Bassenheim, der von 1763 bis 1778 römisch-katholischer Präsident am Reichskammergericht war. Ab 1778 bis 1782 war Ludwig Vollrath von Frohn kurtrierischer Hof- und Regierungsrat in Koblenz.[13]
1766 versuchte Ludwig Vollrath von Frohn über den Bischof von Konstanz, Franz Konrad von Rodt, und mit Unterstützung seines Dienstherren, des Präsidenten am Reichskammergericht, Rudolf Waldbott von Bassenheim, für die freigewordene Assessorenstelle des Schwäbischen Reichskreises am Reichskammergericht nominiert zu werden. Es setzte sich jedoch mit Johann Daniel Frank ein Bewerber durch, der aus dem Schwäbischen Reichskreis selbst kam.[14]
Nachdem 1778 Adolf von Trott zu Solz im Reichskammergericht zum Präsidenten aufgestiegen war und dafür seine Assessoren-Stelle aufgegeben hatte, war diese kurtrierische Assessoren-Stelle neu zu besetzen. Kurtrier schlug dafür Ludwig Vollrath von Frohn vor. Das Berufungsverfahren zog sich bis 1782 hin[15], die Prüfungsergebnisse des Kandidaten Ludwig Vollrath von Frohn waren nicht sehr überzeugend. Aber nachdem das Gericht schon den vorangegangenen kurtrierischen Bewerber hatte durchfallen lassen, wollte es wohl einen weiteren Konflikt mit Kurtrier vermeiden.[16] Im Zuge des Berufungsverfahrens erfolgte auch die Promotion von Ludwig Vollrath von Frohn zum Dr. iur. an der Universität Gießen.[17] Am 1. Juni 1782 leistete er seinen Amtseid als Assessor am Reichskammergericht. Ludwig Vollrath von Frohn verblieb bis zu seinem Tod 1796 Assessor am Reichskammergericht in Wetzlar.[18]
Wissenswert
Ludwig Vollrath von Frohn wurde in seiner Wetzlarer Zeit Mitglied des Illuminatenordens.[19]
Literatur
- Sigrid Jahns: Das Reichskammergericht und seine Richter. Verfassung und Sozialstruktur eines höchsten Gerichts im Alten Reich – Teil 2, Band 1: Biografien (= Friedrich Battenberg, Albrecht Cordes, Ulrich Eisenhardt, Peter Oestmann, Wolfgang Sellert (Hg.): Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich, Band 26). Böhlau, Köln u. a. 2003. ISBN 3-412-06503-X
- Verzeichniß juristischer und anderer Bücher welche allhier den July 1800 und folgende Tage in der Behaußung der Frau Kammergeichts-Assessorin von Frohn an den Meistbietenden gegen baare Bezahlung verkauft werden sollen. Wetzlar 1800.