Luise Deschauer

deutsche Schauspielerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Luise Winstel-Deschauer (* 21. Dezember 1938[1] in München; † 21. September 2023 ebenda) war eine deutsche Schauspielerin.

Leben

Ausbildung und Anfänge

Luise Deschauer hatte von 1958 bis 1960 privaten Schauspielunterricht bei dem Schauspieler, Regisseur und Intendanten Ernst Seiltgen und bei dem Schauspieler Otto Wernicke.[2]

Ihr Kameradebüt gab sie 1961 in der Fernsehproduktion Du holde Kunst – Szenen um Lieder von Franz Schubert von Arthur Maria Rabenalt.[3] Es folgten Rollen in der Krimiserie Alarm in den Bergen und in dem Fernsehspiel Die eigenen vier Wände an der Seite von René Deltgen und Inge Meysel.[4][5] 1968 war sie unter der Regie von Theodor Grädler in Georg Lohmeiers bayerischer „Dorfklamotte“ Der Pfarrer von Gillbach als Bauerntochter Marie zu sehen.[6][7] 1971 wirkte sie in den BR-Produktionen Königlich Bayerisches Amtsgericht und Der Komödienstadel mit.

Film und Fernsehen

Deschauer spielte im Fernsehen häufig in Komödien und volkstümlichen Lustspielen mit bayerischem oder österreichischem Hintergrund, wobei sie ein unterschiedliches Rollenspektrum, anfangs als jugendliche Liebhaberin, über Bedienstete und Mägde bis hin zu bösartigen Frauengestalten verkörperte. Sie war anfangs häufig nur in kleinen, wenn auch prägnanten Nebenrollen zu sehen. Später übernahm sie in TV-Serien auch durchgehende Serienrollen und größere Episodenrollen.

In der „romantischen Mini-Serie“ Hans im Glück (1987) war sie als Mutter des Titelhelden (Horst Kummeth) zu sehen.[8]

Unter der Regie von Michael Verhoeven, mit dem sie bereits in dem Kinofilm Das schreckliche Mädchen (1990) zusammengearbeitet hatte, spielte sie in dem TV-Drama Eine unheilige Liebe (1993) die Mutter eines jungen katholischen Pfarrers (Timothy Peach), die mit allen Mitteln versucht, ihren Sohn davon abzubringen, aus Liebe zu einer Frau die Priesterlaufbahn aufzugeben.

Von 1993 bis 1997 spielte sie Kathrin Petersen, die Ziehmutter des „liebenswert unkonventionelle[n] Polizist[en] und Schwerenöter[s]“ Valentin Gruber (Wolfgang Fierek), in der Sat1-Serie Ein Bayer auf Rügen.[9] Von 1995 bis 2001 übernahm sie die durchgehende Serienrolle der Elsa Fischer, die ehemalige Zellengenossin und Vertraute der weiblichen Hauptfigur Margot Dubies (Jutta Speidel), in der ZDF-Serie Alle meine Töchter.[10] Ab 1998 folgte die Rolle der Lotte Marquardt in der ZDF-Serie Tierarzt Dr. Engel.

In dem TV-Mehrteiler Geschichten aus dem Nachbarhaus (2000/01) war sie die Mutter Redlich.[11] In dem großen historischen Fernseh-Zweiteiler Trenck – Zwei Herzen gegen die Krone (2002) spielte sie an der Seite von Alexandra Maria Lara eine Äbtissin.

Das ZDF besetzte Deschauer in den späteren Jahren ihrer TV-Karriere in Nebenrollen in der Rosamunde-Pilcher-Verfilmung Nebel über Schloss Kilrush (2007), als vornehme und verständnisvolle Lady Brighton in der TV-Reihe Kreuzfahrt ins Glück (2008) und als Rebecca Black, die Tante der weiblichen Hauptdarstellerin Erin (Eva Habermann), in der Fernsehreihe Unsere Farm in Irland.[12][13][14]

Ab März 2011 übernahm sie in der ARD-Telenovela Sturm der Liebe eine Gastrolle als Hildegard Sonnbichlers (Antje Hagen) ältere Schwester Käthe Hansen.[15][16] Ihre letzte TV-Rolle hatte sie in der Fernsehreihe Die Bestatterin (2019), in der sie als Oma der besten Freundin (Caroline Junghanns) der Bestatterin Lisa Taubenbaum (Anna Fischer), die anscheinend einem Herzanfall erliegt, zu sehen war.[17]

Theater und Hörfunk

Luise Deschauer spielte gelegentlich auch Theater. In den 80er Jahren war sie am „Münchner Theater für Kinder“ verpflichtet.[18][19][20] 1986 war sie in der „Kleinen Bühne Schwabing“ als Mrs. Beckoff in der Komödie Das Kuckucksei von Harvey Fierstein zu sehen.[2] 1987 trat sie am Stadttheater Ingolstadt in dem Volksstück Der Hochzeiter von Lena Christ in einer Inszenierung von Ernst Seiltgen auf.[2][21] 1991 gastierte sie bei den „Freilichtspielen Starnberg“ in der Produktion Sissi, Königin von Bayern.[2] In der Saison 2004/05 gastierte sie in der Kleinen Komödie am Max II als „ammenhafte“ Haushälterin in dem Theaterstück „Die Witwen“ von Ludwig Thoma.[22] 2007 gab sie ihr Debüt am Chiemgauer Volkstheater als die „Rosi Oma“ an der Seite von Egon Biscan als „Steffl Opa“ in dem Theaterstück Hochzeit auf Raten.[23] 2009 wirkte sie am Chiemgauer Volkstheater als „Oma Hilde“ in der Komödie Wo Rauch ist, ist auch Feuer, wieder unter der Regie von Bernd Helfrich, mit.[24]

Regelmäßig war Deschauer als Sprecherin bei Hörfunksendungen des Bayerischen Rundfunks tätig.[2][25] Auch wirkte sie in den 60er und 70er Jahren in den LP-Aufnahmen mehrerer Märchenhörspiele und in zahlreichen Pumuckl-Hörspielen mit.[26][27]

Privates

Luise Deschauer, die Klavier und Hackbrett spielte, war verheiratet und hatte vier Kinder.[2][28] Zu ihren sportlichen Freizeitaktivitäten gehörten Schwimmen, Radfahren, Skilanglauf und Eislaufen.[2] Sie starb im September 2023 im Alter von 84 Jahren in München.[29]

Filmografie (Auswahl)

Einzelnachweise

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