Lurs

französische Gemeinde im Département Alpes-de-Haute-Provence From Wikipedia, the free encyclopedia

Lurs [lʏrs] ist eine französische Gemeinde mit 385 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Alpes-de-Haute-Provence in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur. Sie gehört zum Kanton Forcalquier im Arrondissement Forcalquier.

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Lage

Die Gemeinde Lurs liegt in den Provenzalischen Alpen auf einem Hügel über dem Tal der Durance auf 612 Meter Höhe, elf Kilometer östlich von Forcalquier und 15 Kilometer nordnordwestlich von Manosque. Nachbargemeinden von Lurs sind Sigonce im Norden, Ganagobie im Nordosten, Les Mées im Osten, Oraison im Südosten, La Brillanne im Süden, Niozelles im Südwesten sowie Pierrerue im Westen.

Geschichte

Im Gebiet von Lurs sind bereits aus der Altsteinzeit und der Kupfersteinzeit menschliche Spuren nachweisbar. Zwei jungsteinzeitliche Siedlungen wurden bei Ausgrabungen gefunden, aus späterer Zeit wurde eine gallorömische Nekropole entdeckt.

Die erste urkundliche Erwähnung des Orts stammt aus dem 9. Jahrhundert. Spätestens seit jener Zeit gehörte er den Bischöfen von Sisteron, weshalb die Einwohner bis zur Französischen Revolution keine Steuern an die Grafen der Provence und deren Nachfolger, die Könige von Frankreich, entrichteten.

Die Burg aus dem 10. Jahrhundert wurde während der Religionskriege im 16. Jahrhundert dreimal eingenommen. Im Zuge der Revolution wurde Lurs für ca. zehn Jahre Hauptort des Kantons Lurs, bereits 1801 aber dem Kanton Forcalquier und 1802 schließlich dem Kanton Peyruis angegliedert.

Nach dem Staatsstreich Napoleons III. gegen die Zweite Republik, der einen bewaffneten Aufstand in den südlichen Alpen zur Verteidigung der Verfassung hervorgerufen hatte, wurden zweiundzwanzig Bewohner angeklagt und die Mehrzahl davon nach Algerien deportiert.

1863 verfügte Lurs bereits über eine Grundschule für Jungen, spätestens 1877 auch für Mädchen. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts wurde in der Gemeinde Wein angebaut. Am 20. August 1944 wurde Lurs „im Vorbeigehen“ durch das 143. Infanterieregiment der US-amerikanischen Truppen von den deutschen Besatzern befreit.

Bevölkerungsentwicklung

Während im Jahr 1831 1236 Einwohner gezählt wurden, sank deren Zahl weitgehend kontinuierlich auf einen Wert von 275 im Jahr 1975. Seitdem hat sich die Bevölkerungszahl wieder leicht erholt.

Jahr196219681975198219901999200620142023
Einwohner311305275284320347387374385
Quellen: Cassini und INSEE

Politik

Von 1790 bis 1795 und seit 1800 hatte Lurs einen Bürgermeister, der seit 1884 vom Gemeinderat gewählt wird. Lurs gehört zum Gemeindeverband Pays Forcalquier et Montagne de Lure.

Wirtschaft

Die Gemeinde ist land- und forstwirtschaftlich geprägt, auch der Fischfang spielt eine Rolle. Dominierend ist die Olivenkultur, der Ort beherbergt eine der sieben Ölmühlen des Départements.

Kultur

Seit 1955 finden alljährlich im August die nach der nördlich gelegenen Bergkette Montagne de Lure benannten internationalen Begegnungen Rencontres internationales de Lure statt.

Sehenswürdigkeiten

  • Historischer Ortskern
  • Reste römischer Bauwerke
  • Kreuzauffindungskirche
  • Römische Brücke Pont romain de Lurs über den Buès, seit 1963 unter Denkmalschutz
  • Uhrturm mit Glocke aus dem Jahr 1499
  • Ölmühle
  • Kapelle Saint-Martin
  • Kapelle Notre-Dame-des-Anges, erbaut ab 1662
  • Kapelle Notre-Dame-de-Vie von 1552
  • Büßerkapelle
  • Friedhofskapelle Saint-Michel

Verkehr

Im Tal der Durance verlaufen die Bahnstrecke Grenoble–Marseille, die Autobahn A51 und die Departementsstraße D4096. Die D12 führt von Lurs nach Forcalquier. Der Bahnhof Lurs ist stillgelegt, nächster Bahnhof ist La Brillanne-Oraison. Die nächstliegenden Autobahnausfahrten sind Peyruis (von Norden) und Oraison (von Süden).

Trivia

Das Gemeindegebiet von Lurs war 1952 Schauplatz des Dominici-Kriminalfalls.[1] Der rätselhafte Mord an einer englischen Familie wurde 1973, teilweise an den Originalschauplätzen, unter dem Titel Die Affäre Dominici mit Jean Gabin und Victor Lanoux in den Hauptrollen verfilmt.

Belege

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