Luzerner Kantonsspital

Krankenhaus in Luzern, Schweiz From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Luzerner Kantonsspital (LUKS) ist ein universitäres Lehr- und Forschungsspital in der Zentralschweiz mit umfassendem Angebot in Diagnose und Therapie. Seit dem 1. Januar 2008 werden die öffentlichen kantonalen Spitäler (Kantonsspital Luzern KSL und Kantonales Spital Sursee / Wolhusen KSSW) unter gemeinsamem Dach als Luzerner Kantonsspital geführt. Damit ist das LUKS das grösste Spital der Zentralschweiz und vereint über 100 Kliniken, Abteilungen und Zentren.[1][2]

TrägerschaftKanton Luzern
OrtLuzern, Sursee, Wolhusen, Stans
KantonLuzern
StaatSchweiz
Schnelle Fakten Trägerschaft, Ort ...
Luzerner Kantonsspital AG
Logo
Trägerschaft Kanton Luzern
Ort Luzern, Sursee, Wolhusen, Stans
Kanton Luzern
Staat Schweiz
Koordinaten 665261 / 212277
CEO;
Präsident des Verwaltungsrats
CEO: Florian Aschbrenner;
VR-Präsident: Martin Nufer
Versorgungsstufe Universitäres Lehr- und Forschungsspital
Betten 839
Mitarbeiter 8'628
Jahresetat 1'341 Mio.
Gründung 2008, Vorläufer seit 1286
Website www.luks.ch
Lage
Luzerner Kantonsspital (Stadt Luzern)
Luzerner Kantonsspital (Stadt Luzern)
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Das in Form einer öffentlich-rechtlichen Anstalt geführte Luzerner Kantonsspital zählt über 8'600 Mitarbeitende. Das LUKS ist damit der grösste Arbeitgeber in der Zentralschweiz.[3]

Als Zentrumsspital mit einem Leistungsauftrag, der im kantonalen Spitalgesetz[4][5] festgelegt ist, umfasst das Dienstleistungsangebot die Grundversorgung für die Bevölkerung des Kantons Luzern.

Kennzahlen

Kennzahlen für die LUKS Gruppe AG (Luzerner Kantonsspital inklusive Spital Nidwalden). Die Kennzahlen werden nicht für einzelne Standorte separat ausgewiesen, Stand 2025:

  • 970'542 Ambulante Patientenkontakte
  • 51'572 Stationäre Patientinnen/Patienten
  • 3'910 Geburten
  • 21'752 Rettungsdienst-Einsätze
  • 960 Mitarbeitende in Lehre oder Ausbildung
  • 603 Publikationen
  • 55 Operations- und Geburtssäle

Die Spitalorganisation

Seit 2012 war das Kantonsspital Nidwalden im Rahmen des Projekts LUNIS (LUzerner-Nidwaldner-Spitalregion) dem Luzerner Kantonsspital organisatorisch angegliedert.[6] Per 1. Januar 2021 übernahm das Luzerner Kantonsspital das Kantonsspital Nidwalden als Tochterfirma.[7] Seitdem ist sie als Spital Nidwalden AG eine Tochtergesellschaft der LUKS Gruppe AG. Deren Rechtsträgerin ist die Luzerner Kantonsspital AG, welche zu 100 % im Besitz des Kanton Luzerns ist.[8] An der Spital Nidwalden AG hält der Kanton Nidwalden 40 Prozent der Aktien.

Am 13. Februar 2022 sagte das Luzerner Stimmvolk mit 75,3 Prozent Ja zur Aktienkapitalerhöhung wegen Covid-bedingten Verlustes 2020.[9]

Im September 2022 haben der Regierungsrat von Obwalden, das Kantonsspital Obwalden und die LUKS Gruppe einen Rahmenvertrag für einen Spitalverbund unterzeichnet.[10] Die Stimmbevölkerung hat am 30. November 2025 entschieden, dass das Kantonsspital Obwalden von der LUKS Gruppe AG übernommen und betrieben wird.[11]

LUKS Luzern

LUKS Luzern mit Grossbaustelle; Rotsee (2024)

Standort

Das Luzerner Kantonsspital liegt auf einer Hügelkuppe nordwestlich der Kernstadt von Luzern. Nördlich angrenzend befindet sich der Friedhof Friedental.

Bautätigkeiten

Am Standort Luzern sind diverse Bauprojekte im Gange.[12]

Um auch künftig den Anforderungen an ein Perinatalzentrum (bestehend aus Geburtshilfe, Neonatologie und Neugeborenen-Intensivstation) zu entsprechen, werden derzeit auf der grössten Baustelle am Standort Luzern Kinderspital und Frauenklinik Tür an Tür neu gebaut. Spatenstich dafür war im September 2020, der Neubau soll bis 2026 realisiert sein. Das 1971 erbaute heutige Kinderspital ist in die Jahre gekommen und braucht mehr Platz[13].

Medizinische Abteilungen

Die medizinischen Abteilungen am Standort Luzern sind:[14]

Das Luzerner Kantonsspital darf am Standort Luzern als einziges Spital der Zentralschweiz alle fünf Operationen der hochspezialisierten Medizin (HSM) in der Chirurgie des Bauchraumes durchführen. Zurückzuführen ist dies auf die sehr hohe medizinische Qualität, ausreichende Fallzahlen sowie das Engagement des LUKS als universitäres Lehr- und Forschungsspital.[15]

LUKS Sursee

LUKS Sursee (2015)

Bautätigkeiten

Das heutige Gebäude von 1976[16] entspricht auf lange Sicht nicht mehr den Standards eines modernen Spitalbetriebs und es nähert sich dem Ende seines Lebenszyklus. Die Luzerner Regierung hat im Juni 2023 entschieden, dass das Spital in der Schwyzermatt auf Schenkoner Boden neu gebaut wird.

Medizinische Abteilungen

Die medizinischen Abteilungen am Standort Sursee sind:[17]

LUKS Wolhusen

LUKS Wolhusen (2015)

Bautätigkeiten

Am 17. Januar 2018 wurde bekannt gegeben, dass der Standort Wolhusen neu gebaut werden soll.[18] Die Inbetriebnahme ist auf 2028 vorgesehen.[19]

Medizinische Abteilungen

Die medizinischen Abteilungen am Standort Wolhusen sind:[20]

Geschichte

Die Vorläufer des Luzerner Kantonsspitals reichen zurück bis ins Jahr 1286. Um 1630 wurde das Heilig-Geist-Spital errichtet, um 1772 das Stadtspital im Obergrund. Im Oktober 1902 wurde die kantonale Krankenanstalt am heutigen Ort in Luzern mit fünf Gebäuden, 220 Betten und 60 Mitarbeitenden in Betrieb genommen. Im Jahr 1937 eröffnete das Spital eine Pflegerinnenschule, die 1946 vom Schweizerischen Roten Kreuz anerkannt wurde.[21][22]

Während des Zweiten Weltkriegs, im Jahr 1942, verzeichnete die Spitalgärtnerei ihre grösste Ernte mit insgesamt 33 Tonnen Gemüse.[21]

In den folgenden Jahrzehnten erlebte das Spital mehrere bedeutende Erweiterungen, darunter die Eröffnung des Kinderspitals im Jahr 1971 und die Inbetriebnahme des Spitalzentrums Luzern (bekannt als «Schoggiturm») im Jahr 1982. Das Investitionsvolumen betrug damals 219,4 Millionen Franken.[21][22][23]

Zwischen 2008 und 2025 war die Luzerner Höhenklinik Montana LHM teil vom Luzerner Kantonsspital. Nach einem gescheiterten Verkauf an die Swiss Medical Network (SMN) wurde die LHM an die Berner Klinik Montana verkauft.[24][25]

Medizinische Bedeutung & Pionierleistungen

1919 wurde das pathologisch-bakteriologische Institut eröffnet. Mit der Ernennung von Dr. Helene Kloss zur Leiterin dieses Instituts beschäftigte das Kantonsspital Luzern die erste Chefärztin der Schweiz.[23]

1967 eröffnete Dr. Jochen Reichmut am Kantonsspital Luzern die erste medizinische Intensivstation der Schweiz.[23]

Die 1975 bezogene neue Augenklinik nahm unter der Leitung von Prof. Dr. R. Kern schweizweit eine führende Stellung im Bereich der Linsenimplantation ein.[23]

Das Luzerner Kantonsspital digitalisiert seit 2019 sämtliche Kernprozesse, um im Reifegradmodell die EMRAM Stufe 7 zu erreichen.[26] Dazu wurde unter anderem für 65,8 Millionen Franken ein neues Klinikinformationssystem (LUKIS) eingeführt.[27] Im März 2022 bestätigte HIMSS die Stufe 6 nach O-EMRAM. Entsprechend ist das Luzerner Kantonsspital das erste Schweizer Spital mit diesem hohen Digitalisierungsgrad im ambulanten Bereich.[28]

Das Luzerner Kantonsspital ist seit 2015 als erstes Spital der Schweiz mit dem SQS-Zertifikat «Fair Compensation» für Lohngerechtigkeit ausgezeichnet.[29] Dieses wurde seither jedes Jahr erneuert.

Varia

Das Luzerner Kantonsspital gewann für die ausgezeichnete Online-Präsenz diverse Awards: 2017 Klinik Award[30], 2018 Best of Swiss Web Award (in 2 verschiedenen Kategorien)[31], 2023 Splash Award[32], 2023 Nomination für den Best of Swiss Web Award.[33]

Einzelnachweise

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