Löwitz Quartier
Stadtgebiet in Leipzig westlich des Hauptbahnhofs
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Löwitz Quartier ist der Name eines im Entstehen begriffenen Stadtgebietes in Leipzig westlich des Hauptbahnhofs.

Name
Der Name des Quartiers ist eine Verbindung aus Löwe, dem Wappentier Leipzigs, und der auf das Slawische zurückgehenden Endung -itz mehrerer Leipziger Stadtteile. Der Name wurde kreiert in Zusammenarbeit der Kreativagentur Texterkolonie und der Projektentwickler HAMBURG TEAM, HASPA Beteiligungsgesellschaft und dem Immobilienunternehmen Otto Wulff.[1]
Lage
Das Löwitz Quartier entsteht auf dem Gelände des ehemaligen Thüringer Bahnhofs und seiner Einrichtungen, der wegen des Baus des Hauptbahnhofs 1907 abgerissen wurde. Später diente es der Güterabfertigung. Der Bereich erstreckt sich von Südwest nach Nordost auf einer Länge von etwa 650 Metern mit einer Breite von ca. 150 Metern. Seine Fläche beträgt 10,6 Hektar. Die Grenze bilden im Nordwesten die Parthe, im Südosten der Hauptbahnhof und seine Gleisanlagen sowie im Südwesten die Kurt-Schumacher-Straße. Es gibt nur zwei Zugangsmöglichkeiten: im Norden über die Berliner und im Süden von der Kurt-Schumacher-Straße. Das Löwitz Quartier gehört zum Ortsteil Zentrum-Ost.
Beschreibung
Auf elf Baufeldern entstehen durch verschiedene Investoren mit unterschiedlichen Architekturbüros zumeist vier- bis sechsgeschossige Gebäude mit begrünten Dächern zum Wohnen und Lernen, für Büros und Einzelhandel sowie Gastronomie. Geplant sind etwa 500 Eigentums- und Mietwohnungen, wobei ca. 30 % öffentlich gefördert werden. Einzelhandel und Gastronomie sollen im Erdgeschoss der Bürohäuser untergebracht werden.[2] Als nordöstlicher Abschluss des Quartiers ist ein Bürohochhaus geplant.[3]
Drei künftig baumbestandene Straßen führen in Längsrichtung durch das Gebiet: im Südosten die Preußenseite in Erinnerung an die frühere preußische Seite des Hauptbahnhofs, mittig die Thüringer Linie, eine Fußgängerstraße, nach dem ehemaligen Thüringer Bahnhof und schließlich die Annemarie-Renger-Straße nach der in Leipzig geborenen ehemaligen Bundestagspräsidentin. Letztere Straße stellt im Nordosten, dann quer verlaufend, die Verbindung zu den anderen Straßen her. Im Südwesten besorgt dies die Straße Am alten Zollamt.
In Fortsetzung dieser Straße führt ein Fuß- und Radweg entlang der Parthe zu einem künftigen Park, dem Parthepark, für den die hohe Parthemauer aufgebrochen werden soll. Innerhalb des Quartiers sollen fünf unterschiedlich gestaltete Plätze (Pocketparks) zum Aufenthalt im Freien einladen.[2] Durch Tief- und Fahrradgaragen, K-Sharing sowie Geschwindigkeitsbegrenzung liegt das Hauptaugenmerk im Quartier auf Fuß- und Radverkehr.
Realisierung
Im Sommer 2019 wurde nach Auslegung der Pläne im Rathaus und aktiver Beteiligung der Öffentlichkeit das Bebauungsplanverfahren für das Löwitz Quartier abgeschlossen.[4] Im November 2021 begann nach den notwendigen organisatorischen Vorbereitungen die Arbeiten zur Erschließung des Geländes, unter anderem mit der Verlegung der zentralen Ver- und Entsorgungsleitungen.[5]

Für das erste Objekt im Löwitz Quartier wurde am 28. April 2022 der Grundstein gelegt.[6] Es war das Gymnasium für 1300 Schüler, das zum Schuljahresbeginn 2024/2025 von der Firma Otto Wulff fertiggestellt und für 76 Millionen Euro der Stadt Leipzig übergeben wurde.[7] Der viergeschossige Bau trägt den vorläufigen Namen Schule Hauptbahnhof-Westseite. Neben dem Unterrichtsgebäude gibt es eine 3-Feld-Sporthalle, eine Außensportanlage und einen großen Schulhof.
Im Oktober 2025 wurden die Brücke über die Parthe zur Berliner Straße sowie der Ausbau der Preußenseite fertig. Damit ist das Löwitz Quartier nun auch an das öffentliche Verkehrsnetz gut angebunden.[8]
Weblinks
- Löwitz Quartier.
- Löwitz Quartier. In: otto-wulff.de.