MEKO (Schiffsreihe)

Markenbezeichung für eine Reihe von Kriegsschiffen des Herstellers ThyssenKrupp Marine Systems From Wikipedia, the free encyclopedia

MEKO ist eine Marke der deutschen ThyssenKrupp Marine Systems für eine Reihe von Kriegsschiffen.[1]

Typ MEKO A-200 SAN der südafrikanischen Marine (Valours-Klasse)

MEKO steht für Mehrzweck-Kombination und deutet die Modularisierungsmöglichkeiten an. Jeder potentielle Kunde kann eine an seine Bedürfnisse angepasste Mischung aus Waffensystemen, Elektronik und Baugröße auswählen. Da ähnliche Konzepte beim Bau verwendet werden, sind die Schiffe entsprechend preisgünstig.

Die MEKO-Reihe umfasst Patrouillenschiffe, Korvetten, Fregatten und kleine Zerstörer.

Geschichte

Das MEKO-Konzept wurde in den 1970er Jahren von der Werft Blohm + Voss in Hamburg entwickelt. Die ersten Abnehmer für Schiffe der Serie MEKO 360 waren Ende der 1970er Jahre Nigeria (mit der Aradu (F89)) und Argentinien mit der vier Schiffe umfassenden Almirante-Brown-Klasse.

1979 und 1983 bestellte Argentinien je drei Schiffe der MEKO 140-Klasse, die im eigenen Land gebaut wurden.

In den 1980er Jahren kamen zahlreiche Schiffe der Klasse MEKO 200 für die Türkei hinzu. Auch Algerien (MEKO A-200AN),[2] Ägypten,[3][4] Australien/Neuseeland (ANZAC-Klasse), Griechenland, Portugal (Vasco-da-Gama-Klasse), Südafrika (Valour-Klasse) sowie die Deutsche Marine (Fregatte 128) erwarben Fregatten dieser Größe bzw. haben diese bestellt.

Die ersten Schiffe der MEKO 100-Serie wurden 2006 von Malaysia bestellt (Kedah-Klasse), auch Brasilien (Tamandaré-Klasse),[5] Polen (Gawron-Klasse) und die Deutsche Marine (Korvetten K130, Braunschweig-Klasse) haben Schiffe erhalten bzw. bestellt.

Auch die Sachsen-Klasse der Deutschen Marine ist an das MEKO-Design angelehnt. Dabei arbeitet ThyssenKrupp Marine Systems zum Teil sehr eng mit anderen europäischen Schiffbauern wie Royal Schelde in den Niederlanden und Izar in Spanien zusammen, um durch gleiche Ausrüstung Kosten zu sparen. Auch wird die Elektronik für die deutschen Schiffe vorwiegend in Deutschland und den Niederlanden gekauft.

Eine zukünftige Version ist die Klasse MEKO D. Die MEKO D wird eine Verdrängung von 3500 t bei einer Länge von 116 m und einer Breite von 19,6 m haben. Die Bewaffnung besteht aus 2 × 16 Zellen VLS und einem Geschütz im Kaliber 127 mm sowie acht Schiffsabwehrflugkörpern.

Eine kleinere Variante ist die MEKO CSL (Combat Ship for the Littorals) mit einer Verdrängung 2750 t, einer Länge von 108,8 m, einer Breite 21 m und einer Geschwindigkeit von bis zu 45 kn. Zudem verfügen die Schiffe über Tarnkappeneigenschaften. Der Rumpf besteht aus Stahl und die Aufbauten aus GFK. Die Reichweite beträgt 3500 nm bei 16 kn. Als Antrieb wird das CODAG (COmbined Diesel And Gas) genutzt.

Die israelische Marine wollte eine Korvette dieses Typs mit israelischer Elektronik in Lizenz bauen. Nachdem die Aktien der Werft jedoch zu einem Großteil von einer Investorengruppe aus den Vereinigten Arabischen Emiraten aufgekauft worden waren, wurden diese Pläne aus Sicherheitsgründen aufgegeben. Im Mai 2015 entschied sich die israelische Marine für den Bau von vier MEKO-A100-Korvetten,[6] die bis 2023 als Sa’ar-6-Klasse in Dienst gestellt wurden.[7]

Klassen

MEKO A-100

Hauptartikel: MEKO 100

Die MEKO A-100 ist eine Klasse von Korvetten bzw. leichten Fregatten.[8][9] Die malayische Marine hat davon in den 2000er Jahren sechs Schiffe erhalten und als Kedah-Klasse in Dienst gestellt.[10]

MEKO 140

Hauptartikel: MEKO 140

Die MEKO 140 ist eine Klasse von sechs Korvetten, die in den 1980er Jahren für die Argentinische Marine als Espora-Klasse gebaut wurde. Sie ist als kleinere Version aus der MEKO 360 abgeleitet.[9]

MEKO 200

Hauptartikel: MEKO 200

Die MEKO 200 ist eine Fregattenklasse, welche in den 1970er Jahren von der Werft Blohm + Voss entwickelt wurde. Erstkunde war die türkische Marine mit der 1987 ausgelieferten Yavuz. Seit 2025 wird Als MEKO A-200 wird durch die ThyssenKrupp Marine Systems GmbH eine Variante vermarktet. Sie unterscheidet sich technisch von der MEKO-200 in mehreren Aspekten, u. a. durch Tarnkappentechnik-Technologie und ein anderes Antriebskonzept, bei dem zusätzlich ein Wasserstrahlantrieb installiert ist.[11] Deutschland hat 2026 als Fregatte 128 die Beschaffung von vier Schiffen dieses Typs parallel zur Beschaffung der Fregatte 126 eingeleitet.[12]

MEKO 360

Hauptartikel: MEKO 360

Die MEKO A-360 ist eine in den 1970er Jahren von der Werft Blohm + Voss entwickelte Fregattenklasse. Erstkunde war die Nigerianische Marine mit der Aradu, welche 1980 ausgeliefert wurde. Weitere vier Schiffe erhielt Argentinien.[9]

MEKO A-400

Hauptartikel: Fregatte 127

Die MEKO A-400 ist eine in Entwicklung befindliche Klasse von schweren Fregatten bzw. Zerstörern, die ab den 2030er Jahren ausgeliefert werden sollen.[13] Als erste Version wird die MEKO A-400 AMD für „Air & Missile Defense“ mit dem Fokus im Bereich Luftverteidigung entwickelt. Erstkunde wird die Deutsche Marine mit den Fregatten der Klasse F-127 als Nachfolger der Sachsen-Klasse F-124.[14]

Einheiten

Realisierte oder in der Realisierung befindliche Projekte

Weitere Informationen Typ, Klasse ...
TypKlasseLandAnzahlAbliefe­rungs­zeitraumLänge ü. A. (m)Breite (m)Tiefgang (m)Schiffs­geschützFlug­abwehr­systemSeeziel­flugkörperBild
MEKO 360H1AraduNigeria Nigeria11981125,8015,004,30127/54 CompactAspideOtomatAradu
MEKO 360H2Almirante BrownArgentinien Argentinien41983–1984125,8015,004,30127/54 CompactAspideExocetARA Sarandi
MEKO 140 A16EsporaArgentinien Argentinien61985–200291,2011,003,3376/62 CompactExocetARA Rosales
MEKO 200TNYavuzTurkei Türkei41987–1989110,5014,204,14Mk 45 Mod 2Sea SparrowHarpoonTGS Turgutreis
MEKO 200PNVasco da GamaPortugal Portugal31991115,9014,804,10Französisches 100 mm GeschützSea SparrowHarpoonNRP Corte Real
MEKO 200HN[15]HydraGriechenland Griechenland41992–1998117,0014,804,10Mk 45 Mod 2Sea SparrowHarpoonHN Spetsai
Fregatte 123BrandenburgDeutschland Deutschland41994–1996138,8516,704,3576/62 CompactSea SparrowMM-38 Exocet (ersetzt durch RGM-84 Harpoon)Mecklenburg-Vorpommern
MEKO 200 TN II-ABarbarosTurkei Türkei21993–1997116,7014,804,10Mk 45 Mod 2Sea SparrowHarpoonTGS Oruçreis.jpg
MEKO 200 ANZACANZACAustralien Australien &
Neuseeland Neuseeland
8 (AUS)
2 (NZL)
1996–2004118,0014,804,10Mk 45 Mod 2Sea SparrowHarpoonHMNZS Te Mana
MEKO 200 TN II-BSalih ReisTurkei Türkei21997–2000118,0014,804,30Mk 45 Mod 2Sea SparrowHarpoon
Fregatte 124SachsenDeutschland Deutschland32002–2006143,0017,444,8676/62 CompactEvolved Sea Sparrow/Standard Missile 2HarpoonSachsen
MEKO A-200 SANValourSudafrika Südafrika42003–2005121,0016,344,4076/62 CompactUmkhontoMM-40 ExocetSAS Spioenkop
MEKO 100 RMNKedahMalaysia Malaysia62006–201091,1012,853,4076/62 CompactKD Perak
Fregatte 125Baden-WürttembergDeutschland Deutschland4ab 2016149,5018,805,00127/64 LightweightRIM-116 RAM Block 2Harpoon
MEKO A-200 ANHerrad-KlasseAlgerien Algerien22016–201712116,44,4127/64 LightweightUmkhontoRBS15
MEKO A-200 EN[16][17][18] Al-Aziz-KlasseAgypten Ägypten42021–202412116,44,4127/64 LightweightBK 27MM-40 ExocetAL-AZIZ 2651
MEKO A-100Tamandaré-KlasseBrasilien Brasilien42024–2028107,215,955,276/62Sea Ceptor (CAMM)MM-40 Exocet
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Nicht realisierte Projekte

Weitere Informationen Typ, Klasse ...
TypKlasseLandAnzahlGeplante AblieferungProjektabbruchLänge ü. A. (m)Breite (m)Tiefgang (m)Schiffs-geschützFlugabwehr-raketenSeeziel-flugkörperBild
MEKO A-100GawronPolen Polen2ab 20112012[19] (Schiff 1, die spätere Ślązak, wurde noch als Patrouillenboot fertiggestellt.)95,2013,303,6057 × 438 mm BoforsEvolved Sea Sparrow/VL MICAHarpoonORP Gawron
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Projekte in Planung

Weitere Informationen Typ, Klasse ...
TypKlasseLandAnzahlGeplante AblieferungProjektstandLänge ü. A. (m)Breite (m)Tiefgang (m)Schiffs-geschützFlugabwehr-raketenSeeziel-flugkörperVLS-ZellenBild
MEKO A-200Fregatte 128Deutschland Deutschland4-8ab 2029Alternative zur geplanten F-126 bzw. als schnell verfügbare Ergänzung/Zwischenlösung.12116,44,4[76mm-Schiffsgeschütz]bis zu 64 Evolved Sea SparrowKongsberg Naval Strike Missile16 MK41 (2x8)
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Galerie

Literatur

  • Karl-Otto-Sadler: Ein Leben für den Marineschiffbau. MEKO – Eine Erfolgsstory. Mittler, Hamburg 2007, ISBN 3-8132-0887-7.
  • Jürgen Wessel: Deutsche Marinetechnik heute und morgen: Konzepte – Systeme – Technologien. Eine Dokumentation über den Überwasser-Marineschiffbau in Deutschland von 1956 bis 2006. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-613-02956-9.
Commons: MEKO – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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