MEKO (Schiffsreihe)
Markenbezeichung für eine Reihe von Kriegsschiffen des Herstellers ThyssenKrupp Marine Systems
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MEKO ist eine Marke der deutschen ThyssenKrupp Marine Systems für eine Reihe von Kriegsschiffen.[1]

MEKO steht für Mehrzweck-Kombination und deutet die Modularisierungsmöglichkeiten an. Jeder potentielle Kunde kann eine an seine Bedürfnisse angepasste Mischung aus Waffensystemen, Elektronik und Baugröße auswählen. Da ähnliche Konzepte beim Bau verwendet werden, sind die Schiffe entsprechend preisgünstig.
Die MEKO-Reihe umfasst Patrouillenschiffe, Korvetten, Fregatten und kleine Zerstörer.
Geschichte
Das MEKO-Konzept wurde in den 1970er Jahren von der Werft Blohm + Voss in Hamburg entwickelt. Die ersten Abnehmer für Schiffe der Serie MEKO 360 waren Ende der 1970er Jahre Nigeria (mit der Aradu (F89)) und Argentinien mit der vier Schiffe umfassenden Almirante-Brown-Klasse.
1979 und 1983 bestellte Argentinien je drei Schiffe der MEKO 140-Klasse, die im eigenen Land gebaut wurden.
In den 1980er Jahren kamen zahlreiche Schiffe der Klasse MEKO 200 für die Türkei hinzu. Auch Algerien (MEKO A-200AN),[2] Ägypten,[3][4] Australien/Neuseeland (ANZAC-Klasse), Griechenland, Portugal (Vasco-da-Gama-Klasse), Südafrika (Valour-Klasse) sowie die Deutsche Marine (Fregatte 128) erwarben Fregatten dieser Größe bzw. haben diese bestellt.
Die ersten Schiffe der MEKO 100-Serie wurden 2006 von Malaysia bestellt (Kedah-Klasse), auch Brasilien (Tamandaré-Klasse),[5] Polen (Gawron-Klasse) und die Deutsche Marine (Korvetten K130, Braunschweig-Klasse) haben Schiffe erhalten bzw. bestellt.
Auch die Sachsen-Klasse der Deutschen Marine ist an das MEKO-Design angelehnt. Dabei arbeitet ThyssenKrupp Marine Systems zum Teil sehr eng mit anderen europäischen Schiffbauern wie Royal Schelde in den Niederlanden und Izar in Spanien zusammen, um durch gleiche Ausrüstung Kosten zu sparen. Auch wird die Elektronik für die deutschen Schiffe vorwiegend in Deutschland und den Niederlanden gekauft.
Eine zukünftige Version ist die Klasse MEKO D. Die MEKO D wird eine Verdrängung von 3500 t bei einer Länge von 116 m und einer Breite von 19,6 m haben. Die Bewaffnung besteht aus 2 × 16 Zellen VLS und einem Geschütz im Kaliber 127 mm sowie acht Schiffsabwehrflugkörpern.
Eine kleinere Variante ist die MEKO CSL (Combat Ship for the Littorals) mit einer Verdrängung 2750 t, einer Länge von 108,8 m, einer Breite 21 m und einer Geschwindigkeit von bis zu 45 kn. Zudem verfügen die Schiffe über Tarnkappeneigenschaften. Der Rumpf besteht aus Stahl und die Aufbauten aus GFK. Die Reichweite beträgt 3500 nm bei 16 kn. Als Antrieb wird das CODAG (COmbined Diesel And Gas) genutzt.
Die israelische Marine wollte eine Korvette dieses Typs mit israelischer Elektronik in Lizenz bauen. Nachdem die Aktien der Werft jedoch zu einem Großteil von einer Investorengruppe aus den Vereinigten Arabischen Emiraten aufgekauft worden waren, wurden diese Pläne aus Sicherheitsgründen aufgegeben. Im Mai 2015 entschied sich die israelische Marine für den Bau von vier MEKO-A100-Korvetten,[6] die bis 2023 als Sa’ar-6-Klasse in Dienst gestellt wurden.[7]
Klassen
MEKO A-100
→ Hauptartikel: MEKO 100
Die MEKO A-100 ist eine Klasse von Korvetten bzw. leichten Fregatten.[8][9] Die malayische Marine hat davon in den 2000er Jahren sechs Schiffe erhalten und als Kedah-Klasse in Dienst gestellt.[10]
MEKO 140
→ Hauptartikel: MEKO 140
Die MEKO 140 ist eine Klasse von sechs Korvetten, die in den 1980er Jahren für die Argentinische Marine als Espora-Klasse gebaut wurde. Sie ist als kleinere Version aus der MEKO 360 abgeleitet.[9]
MEKO 200
→ Hauptartikel: MEKO 200
Die MEKO 200 ist eine Fregattenklasse, welche in den 1970er Jahren von der Werft Blohm + Voss entwickelt wurde. Erstkunde war die türkische Marine mit der 1987 ausgelieferten Yavuz. Seit 2025 wird Als MEKO A-200 wird durch die ThyssenKrupp Marine Systems GmbH eine Variante vermarktet. Sie unterscheidet sich technisch von der MEKO-200 in mehreren Aspekten, u. a. durch Tarnkappentechnik-Technologie und ein anderes Antriebskonzept, bei dem zusätzlich ein Wasserstrahlantrieb installiert ist.[11] Deutschland hat 2026 als Fregatte 128 die Beschaffung von vier Schiffen dieses Typs parallel zur Beschaffung der Fregatte 126 eingeleitet.[12]
MEKO 360
→ Hauptartikel: MEKO 360
Die MEKO A-360 ist eine in den 1970er Jahren von der Werft Blohm + Voss entwickelte Fregattenklasse. Erstkunde war die Nigerianische Marine mit der Aradu, welche 1980 ausgeliefert wurde. Weitere vier Schiffe erhielt Argentinien.[9]
MEKO A-400
→ Hauptartikel: Fregatte 127
Die MEKO A-400 ist eine in Entwicklung befindliche Klasse von schweren Fregatten bzw. Zerstörern, die ab den 2030er Jahren ausgeliefert werden sollen.[13] Als erste Version wird die MEKO A-400 AMD für „Air & Missile Defense“ mit dem Fokus im Bereich Luftverteidigung entwickelt. Erstkunde wird die Deutsche Marine mit den Fregatten der Klasse F-127 als Nachfolger der Sachsen-Klasse F-124.[14]
Einheiten
Realisierte oder in der Realisierung befindliche Projekte
| Typ | Klasse | Land | Anzahl | Ablieferungszeitraum | Länge ü. A. (m) | Breite (m) | Tiefgang (m) | Schiffsgeschütz | Flugabwehrsystem | Seezielflugkörper | Bild |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| MEKO 360H1 | Aradu | 1 | 1981 | 125,80 | 15,00 | 4,30 | 127/54 Compact | Aspide | Otomat | ||
| MEKO 360H2 | Almirante Brown | 4 | 1983–1984 | 125,80 | 15,00 | 4,30 | 127/54 Compact | Aspide | Exocet | ||
| MEKO 140 A16 | Espora | 6 | 1985–2002 | 91,20 | 11,00 | 3,33 | 76/62 Compact | – | Exocet | ||
| MEKO 200TN | Yavuz | 4 | 1987–1989 | 110,50 | 14,20 | 4,14 | Mk 45 Mod 2 | Sea Sparrow | Harpoon | ||
| MEKO 200PN | Vasco da Gama | 3 | 1991 | 115,90 | 14,80 | 4,10 | Französisches 100 mm Geschütz | Sea Sparrow | Harpoon | ||
| MEKO 200HN[15] | Hydra | 4 | 1992–1998 | 117,00 | 14,80 | 4,10 | Mk 45 Mod 2 | Sea Sparrow | Harpoon | ||
| Fregatte 123 | Brandenburg | 4 | 1994–1996 | 138,85 | 16,70 | 4,35 | 76/62 Compact | Sea Sparrow | MM-38 Exocet (ersetzt durch RGM-84 Harpoon) | ||
| MEKO 200 TN II-A | Barbaros | 2 | 1993–1997 | 116,70 | 14,80 | 4,10 | Mk 45 Mod 2 | Sea Sparrow | Harpoon | ||
| MEKO 200 ANZAC | ANZAC | 8 (AUS) 2 (NZL) | 1996–2004 | 118,00 | 14,80 | 4,10 | Mk 45 Mod 2 | Sea Sparrow | Harpoon | ||
| MEKO 200 TN II-B | Salih Reis | 2 | 1997–2000 | 118,00 | 14,80 | 4,30 | Mk 45 Mod 2 | Sea Sparrow | Harpoon | ||
| Fregatte 124 | Sachsen | 3 | 2002–2006 | 143,00 | 17,44 | 4,86 | 76/62 Compact | Evolved Sea Sparrow/Standard Missile 2 | Harpoon | ||
| MEKO A-200 SAN | Valour | 4 | 2003–2005 | 121,00 | 16,34 | 4,40 | 76/62 Compact | Umkhonto | MM-40 Exocet | ||
| MEKO 100 RMN | Kedah | 6 | 2006–2010 | 91,10 | 12,85 | 3,40 | 76/62 Compact | – | – | ||
| Fregatte 125 | Baden-Württemberg | 4 | ab 2016 | 149,50 | 18,80 | 5,00 | 127/64 Lightweight | RIM-116 RAM Block 2 | Harpoon | ||
| MEKO A-200 AN | Herrad-Klasse | 2 | 2016–2017 | 121 | 16,4 | 4,4 | 127/64 Lightweight | Umkhonto | RBS15 | ||
| MEKO A-200 EN[16][17][18] | Al-Aziz-Klasse | 4 | 2021–2024 | 121 | 16,4 | 4,4 | 127/64 Lightweight | BK 27 | MM-40 Exocet | ||
| MEKO A-100 | Tamandaré-Klasse | 4 | 2024–2028 | 107,2 | 15,95 | 5,2 | 76/62 | Sea Ceptor (CAMM) | MM-40 Exocet |
Nicht realisierte Projekte
| Typ | Klasse | Land | Anzahl | Geplante Ablieferung | Projektabbruch | Länge ü. A. (m) | Breite (m) | Tiefgang (m) | Schiffs-geschütz | Flugabwehr-raketen | Seeziel-flugkörper | Bild |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| MEKO A-100 | Gawron | 2 | ab 2011 | 2012[19] (Schiff 1, die spätere Ślązak, wurde noch als Patrouillenboot fertiggestellt.) | 95,20 | 13,30 | 3,60 | 57 × 438 mm Bofors | Evolved Sea Sparrow/VL MICA | Harpoon |
Projekte in Planung
| Typ | Klasse | Land | Anzahl | Geplante Ablieferung | Projektstand | Länge ü. A. (m) | Breite (m) | Tiefgang (m) | Schiffs-geschütz | Flugabwehr-raketen | Seeziel-flugkörper | VLS-Zellen | Bild |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| MEKO A-200 | Fregatte 128 | 4-8 | ab 2029 | Alternative zur geplanten F-126 bzw. als schnell verfügbare Ergänzung/Zwischenlösung. | 121 | 16,4 | 4,4 | [76mm-Schiffsgeschütz] | bis zu 64 Evolved Sea Sparrow | Kongsberg Naval Strike Missile | 16 MK41 (2x8) |
Galerie
Literatur
- Karl-Otto-Sadler: Ein Leben für den Marineschiffbau. MEKO – Eine Erfolgsstory. Mittler, Hamburg 2007, ISBN 3-8132-0887-7.
- Jürgen Wessel: Deutsche Marinetechnik heute und morgen: Konzepte – Systeme – Technologien. Eine Dokumentation über den Überwasser-Marineschiffbau in Deutschland von 1956 bis 2006. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-613-02956-9.
Weblinks
- MEKO A auf naval-technology.com (engl.)
- Artikel über die zukünftige Entwicklung MEKO D ( vom 28. September 2007 im Internet Archive) (PDF-Datei; 1,6 MB)