Macrozamin

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Macrozamin ist ein natürlich vorkommendes Glycosid der β-Primverose. Das Aglycon ist Methylazoxymethanol, eine Azoxyverbindung.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Macrozamin
Allgemeines
Name Macrozamin
Summenformel C13H24N2O11
Kurzbeschreibung

farblose Kristallplättchen[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 6327-93-1
PubChem 122803
ChemSpider 20154872
Wikidata Q27107281
Eigenschaften
Molare Masse 384,34 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Schmelzpunkt

ca. 200 °C (Zersetzung)[1][2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[3]
Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 341351361d
P: 201202280308+313405501[3]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Vorkommen

Macrozamia spiralis

Macrozamin wurde zuerst 1940 aus dem Palmfarn Macrozamia spiralis isoliert.[1] Alle Gattungen der Ordnung Palmfarne (Cycadales) enthalten Macrozamin, wobei sich der Gehalt je nach Gattung unterscheidet: Besonders hoch ist der Gehalt in den Gattungen Bowenia, Macrozamia, Stangeria und Encephalartos. In den Gattungen Cycas und Microcycas ist er dagegen gering.[4] Der Macrozamin-Gehalt beträgt je nach Art unter 1 % bis über 4 %.[4][2]

Eigenschaften

Das freie Aglycon ist karzinogen und mutagen (für Säugetiere und viele andere Lebewesen).[4][2] Daneben wirkt es auch gegen Bakterien und Pilze.[4]

Reaktionen

Das freie Aglycon ist instabil und zerfällt bei saurer Hydrolyse des Glycosids nach Abspaltung der Primverose schnell zu je einem Molekül Formaldehyd, Methanol und Distickstoff. Macrozamin kann durch Zinn(II)-chlorid in Salzsäure reduziert werden, wobei Primverose, Ammoniak, Formaldehyd und Methylamin entstehen.[5] Macrozamin kann auch durch Glycosidasen, die in den gleichen Pflanzen vorhanden sind, enzymatisch gespalten werden.[6]

Verwandte Verbindungen

Cycasin, das ebenfalls in Palmfarnen vorkommt, ist ein Glycosid, bei dem ebenfalls das Aglycon Methylazoxymethanol ist, der Zucker jedoch Glucose.[4] Weitere Verbindungen mit dem gleichen Aglycon, welche mengenmäßig weniger wichtig sind, werden als Neocycasine bezeichnet und tragen andere Zucker, zum Beispiel Gentiobiose.[4][7]

Einzelnachweise

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