Magnesiumanthracen

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Magnesiumanthracen ist ein luft- und hydrolyseempfindlicher Magnesiumkomplex, der meist als Tetrahydrofuran-Addukt gehandhabt wird. Die Verbindung wird auch als Bogdanović-Magnesium bezeichnet.[1]

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Magnesiumanthracen
Allgemeines
Name Magnesiumanthracen
Andere Namen
  • Magnesiumanthracen Tetrahydrofuranaddukt
  • Bogdanović-Magnesium
  • 9,10-Dihydro-9,10-anthracendiyl-tris(tetrahydrofuran)magnesium
  • Magnesiumanthracendianion
  • Magnesium-Anthracen
Summenformel MgC14H10 · 3 C4H8O
Kurzbeschreibung

oranges Pulver[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 86901-19-1 (Magnesiumanthracen-Tetrahydrofuran-Komplex)
EG-Nummer (Listennummer) 685-033-4
ECHA-InfoCard 100.210.465
PubChem 56846557
Wikidata Q19295563
Eigenschaften
Molare Masse
  • 202,54 g·mol−1
  • 418,85 g·mol−1 als Tetrahydrofuranaddukt
Aggregatzustand

fest

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[2]
Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 250261
P: ?
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Geschichte

Die Erstdarstellung des Komplexes erfolgte 1965 durch Hugh E. Ramsden.[3] Ab den 1980er-Jahren begann Borislav Bogdanović am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr mit der systematischen Untersuchung des Komplexes.[4]

Während die Herstellung von Magnesiumhydrid aus den Elementen hohe Wasserstoffdrücke und hohe Reaktionstemperaturen von 500 °C erfordert, lässt sich Magnesiumanthracen unter milden Bedingungen leicht in Magnesiumhydrid überführen, das als ein ausgezeichneter Metallhydridspeicher mit hoher massenbezogener Wasserstoffspeicherkapazität gilt.[5]

Darstellung und Struktur

Die Synthese des luft- und wasserempfindlichen Feststoffs erfolgt durch Rühren einer metallischen Magnesiumsuspension in Anthracen, Tetrahydrofuran und Dibrommethan in einem Temperaturbereich zwischen 20 und 60 °C.[1] Dabei bildet sich ein orangefarbenes Pulver in guten Ausbeuten. Durch Waschen mit Tetrahydrofuran wird der reine Stoff erhalten. Bei höheren Temperaturen zerfällt die Verbindung wieder in die Ausgangsstoffe.[1]

Die Röntgenkristallographie zeigt ein 5-fach koordiniertes Mg-Zentrum. Der Winkel zwischen den beiden Benzo-Gruppen beträgt 72,6°.[6]

Verwendung

Die Verbindung lässt sich sowohl als Quelle für das Carbanion [C14H10]2− als auch als Quelle für hochreaktives Mg nutzen. Mit Elektrophilen wie Ketonen oder Kohlenstoffdioxid reagiert die Verbindung zu Dihydroanthracen-Derivaten der allgemeinen Formel C14H10E2. Magnesiumanthracen wird unter anderem in Solarkraftwerken dazu verwendet, um die gewonnene elektrische Energie als Magnesiumhydrid (MgH2) zu speichern.[7] Daneben ist Magnesiumanthracen eine Alternative zur Verwendung von metallischem Magnesium bei der Herstellung von Grignard-Verbindungen.[8]

Einzelnachweise

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