Malan-Syndrom
Krankheit
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Das Malan-Syndrom ist eine sehr seltenes angeborenes, zu den Großwuchssyndromen gezähltes Fehlbildungssyndrom mit den Hauptmerkmalen Großwuchs, Makrozephalie, Gesichtsdysmorphie, Entwicklungsverzögerung und Geistige Behinderung.[1]
| Klassifikation nach ICD-10 | |
|---|---|
| Q87.3 | Angeborene Fehlbildungssyndrome mit vermehrtem Gewebewachstum im frühen Kindesalter |
| ICD-10 online (WHO-Version 2019) | |
Synonyme sind: Malan-Großwuchssyndrom; Sotos-Syndrom Typ 2
Die Namensbezeichnung bezieht sich auf die Erstautorin der Erstbeschreibung aus dem Jahre 2010 durch die französische Humangenetikerin Valérie Malan und Mitarbeiter.[2]
Verbreitung
Die Häufigkeit wird mit unter 1 zu 1.000.000 angegeben, bislang wurde über etwa 80 Betroffene berichtet. Eine Vererbung erfolgt teilweise autosomal-dominant.[1]
Ursache
Der Erkrankung liegen Mutationen mit Funktionsverlust im NFIX-Gen auf Chromosom 19 Genort p13.13 zugrunde, welches für ein Protein der CCAAT/Enhancer-Binding-Proteine-Familie kodiert. Auch beschrieben wurden 19p13-Mikrodeletionen, die das NFIX-Gen umfassen.[3][1]
Mutationen in diesem Gen finden sich auch beim Marshall-Smith-Syndrom.
Klinische Erscheinungen
Klinische Kriterien sind:[1]
- Makrozephalie
- Gesichtsauffälligkeiten mit hoher Stirn und hohem Haaransatz, schräg verlaufende Lidspalten, prominentes Kinn
- Entwicklungsverzögerung und geistige Behinderung
Hinzu können Verhaltensauffälligkeiten, Strabismus, Nystagmus, Skoliose und Trichterbrust kommen.
Diagnostik
Die Diagnose basiert auf den charakteristischen klinischen Merkmalen und kann durch genetische Untersuchung gesichert werden.[1]
Differentialdiagnostik
Abzugrenzen sind das Sotos-Syndrom, das Weaver-Syndrom und Marfan-Syndrom oder Marfan-ähnliche Syndrome.[1]
Literatur
- M. Klaassens, D. Morrogh, E. M. Rosser, F. Jaffer, M. Vreeburg, L. A. Bok, T. Segboer, M. van Belzen, R. M. Quinlivan, A. Kumar, J. A. Hurst, R. H. Scott: Malan syndrome: Sotos-like overgrowth with de novo NFIX sequence variants and deletions in six new patients and a review of the literature. In: European journal of human genetics : EJHG. Band 23, Nummer 5, Mai 2015, S. 610–615, doi:10.1038/ejhg.2014.162, PMID 25118028, PMC 4402637 (freier Volltext) (Review).
Weblinks
- M. Priolo: NFIX-Related Malan Syndrome. In: M. P. Adam, J. Feldman, G. M. Mirzaa, R. A. Pagon et al. (Herausgeber): GeneReviews®, 2024