Malawisee-Nationalpark
Nationalpark in Malawi
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Der Malawisee-Nationalpark (englisch Lake Malawi National Park) ist ein Nationalpark im Süden Malawis am Ufer des Malawisees. Er liegt bei Monkey Bay in der Southern Region und umfasst eine Gesamtfläche von 94 km², davon ungefähr 87 km² Landfläche und etwa 7 km² Wasserfläche. Der Park wurde am 24. November 1980 eingerichtet und ist seit 1984 Teil des UNESCO-Weltnaturerbes.
| Nationalpark Malawi-See | |
|---|---|
| UNESCO-Welterbe | |
| Cape MacLear im Nationalpark | |
| Vertragsstaat(en): | |
| Typ: | Natur |
| Kriterien: | (vii)(ix)(x) |
| Fläche: | 9.400 ha |
| Referenz-Nr.: | 289 |
| UNESCO-Region: | Afrika |
| Geschichte der Einschreibung | |
| Einschreibung: | 1984 (Sitzung 8) |
Der Nationalpark gilt als einer der bedeutendsten Süßwasser-Schutzräume weltweit, da er den größten Artenreichtum an Fischen beherbergt, der in einem einzelnen See bekannt ist. Der Malawisee ist besonders berühmt für seine große Vielfalt an Buntbarscharten, von denen der Großteil endemisch ist.
Geografie

Der Nationalpark liegt am südlichen Ende des Malawisees und umfasst die Halbinsel Khumba, zwölf kleinere Inseln sowie einen Teil des Sees.[1] Das Gebiet ist geprägt von felsigen Küstenabschnitten, Buchten und Inselklippen. Am Eingang des Parks befindet sich das Dorf Chembe (auch als Cape Maclear bekannt), das touristisch eine zentrale Rolle spielt.
Geschichte
Bereits 1934 wurden mehrere kleine Inseln im See als Waldreservate und Vogelschutzgebiete ausgewiesen.[2] 1972 erfolgte die Ausdehnung der Schutzmaßnahmen auf die Hügelketten von Cape MacLear, Mwenya und Nkhudzi.[3] Am 24. November 1980 wurde der Malawisee-Nationalpark offiziell gegründet.[4] 1984 nahm die UNESCO den Park aufgrund seiner außergewöhnlichen ökologischen und evolutiven Bedeutung in die Liste der Welterbestätten auf.[5]
In Monkey Bay betreibt das malawische Fischereiministerium seit den 1960er Jahren eine Forschungsstation, die sich schwerpunktmäßig mit der Fischfauna des Malawisees, darunter auch den einzigartigen Buntbarschen, befasst.[6]
Ökologie
Der Malawisee gilt als Biodiversitäts-Hotspot.[7] Er enthält schätzungsweise zwischen 800 und 1.000 Fischarten, von denen etwa 90 Prozent endemisch sind.[8][9] Etwa 30 Prozent aller bekannten Buntbarsch-Arten der Welt sind hier heimisch.[5]
Besonders bekannt sind die farbenprächtigen Mbuna-Buntbarsche, die an spezielle Fels- und Lebensräume im Uferbereich gebunden sind. Untersuchungen zeigen, dass der Artenreichtum das Ergebnis einer adaptiven Radiation ist, die in ihrer evolutionären Bedeutung mit der auf den Galapagos-Inseln vergleichbar ist.[5][10]
Der Landbereich des Parks ist durch trockene Miombo-Wälder geprägt, in denen unter anderem Paviane, Klippschliefer, Warane und zahlreiche Vogelarten leben.[11]
- Mbunas aus dem Malawisee im Zoologischen Garten Berlin
- Brachystegia im Nationalpark
Schutz und Bedeutung
Die Aufnahme in das Weltnaturerbe erfolgte nach den Kriterien (vii), (ix) und (x):[5]
- (vii) für die besondere landschaftliche Schönheit
- (ix) für die Bedeutung des Sees als Beispiel fortlaufender ökologischer und biologischer Evolution
- (x) für den außergewöhnlichen Artenreichtum und den Schutz bedrohter Arten
Kritisch gesehen wird, dass trotz der Eintragung ins Welterbe nur ein vergleichsweise kleiner Teil des Sees im Schutzgebiet liegt.[2] Die meisten Fischarten sind zwar stark standortgebunden, jedoch bedrohen Überfischung, Tourismus und Verschmutzung auch angrenzende Bereiche.[12][13]
Der Nationalpark stellt zugleich ein wichtiges touristisches Ziel Malawis dar und bietet Möglichkeiten für Ökotourismus, Tauchen und Kajakfahrten.[14][15]
Siehe auch
Weblinks
- Eintrag auf der Website des Welterbezentrums der UNESCO (englisch und französisch).
- UNEP-WCMC-Datenblatt ( vom 19. Februar 2002 im Webarchiv archive.today)
