Manfred Mäder
deutsches Todesopfer der Berliner Mauer
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Manfred Günter Ferdinand Mäder (* 23. August 1948 in Prenzlau; † 21. November 1986 in Berlin) war ein Todesopfer an der Berliner Mauer. Beim Versuch, mit René Gross aus der DDR zu fliehen, wurde er von Angehörigen der Grenztruppen der DDR erschossen.

Leben
Manfred Mäder wurde 1948 in Prenzlau (DDR) geboren. Später zog Mäder nach Berlin, wechselte mehrmals den Wohnort innerhalb der DDR und wohnte zuletzt wieder im Ostteil Berlins. Tätig war Mäder als Kraftfahrer. Außerdem war er bis zu seinem Tod viermal verheiratet und hatte sogar eine Tochter. Bereits Ender der 1970er Jahre versuchte Mäder die DDR zu verlassen, der Fluchtversuch über die Tschechoslowakische Grenze scheiterte jedoch. Infolgedessen musste Mäder eine Haftstrafe in Bautzen absitzen. Dies war jedoch nicht die einzige Straftat die Mäder beging. Er benutzte Kraftfahrzeuge unbefugt und war auch beschuldigt, eine Frau vergewaltigt zu haben. Nach seiner Entlassung sahen seinen beruflichen Chancen schlecht aus. Er erledigte nur noch geringfügige Arbeit.
Als er 38 Jahre alt war, beschloss er, zusammen mit René Gross einen Fluchtversuch zu unternehmen. Am 21. November 1986 wagte Mäder schließlich den Grenzübertritt. Gemeinsam fuhren die beiden Männer in einem entwendeten Lkw des Typs IFA W50 zur Grenze zwischen Treptow und Neukölln. An der Karpfenteichstraße durchbrachen sie die Hinterlandmauer und den Signalzaun. Angehörige der Grenztruppen der DDR eröffneten das Feuer auf den Lkw, der am Sockel der Grenzmauer 75 parallel zum Mauerverlauf stehen blieb. Manfred Mäder kletterte auf den Aufbau, der etwa die Höhe der Mauer hatte und sprang in Richtung Westen. Auf der Mauerkrone liegend, wurde er von einem gezielten Schuss eines Grenzsoldaten in den hinteren Oberschenkel getroffen. Dabei durchschlug das Projektil seine Hauptschlagader. Er fiel von der Mauer und verblutete vor Ort. Sein Begleiter wurde durch einen Schuss am Kopf verletzt und starb unmittelbar. Insgesamt wurden von den Grenzsoldaten 49 Schüsse abgegeben.
Der Vorfall wurde von West-Berliner Anwohnern beobachtet, die vom Aufprall des Lkw gegen die Mauer aufgeschreckt worden waren. Polizei und Zoll aus West-Berlin kamen zum Tatort, konnten diesen wegen der örtlichen Bedingungen allerdings nicht einsehen. Um weitere Aufmerksamkeit zu verhindern, entfernten die Grenzsoldaten alle Spuren, ohne den Ort näher zu untersuchen.
Am 9. Dezember 1986 wurde Manfred Mäder auf dem Prenzlauer Friedhof beigesetzt. Am Platz der Einheit in Prenzlau wurde am 21. November 2011 eine Gedenktafel enthüllt.[1]
Manfred Mäder war eine der 13 Personen, die bei der Flucht aus der DDR starben und für deren Tod Erich Honecker 1992 vor dem Landgericht Berlin angeklagt wurde. Der Todesschütze wurde 2004 in einem Mauerschützenprozess zu einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten auf Bewährung verurteilt.