Manfred Webel

deutscher Bildhauer From Wikipedia, the free encyclopedia

Manfred Webel (* 1965 in Paderborn)[1] ist ein deutscher Bildhauer, der für seine Bewegungsskulpturen und partizipativen Kunstprojekte im öffentlichen Raum bekannt ist.[2][3]

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Leben und Wirken

Manfred Webel wuchs in Paderborn auf, wo er heute noch lebt. Nach dem Abitur am Goerdeler-Gymnasium leistete er Zivildienst in der Blindenschule Paderborn. Er ist Autodidakt und seit 1986 freischaffender Künstler.

Mitte der 1980er Jahre begann er, sich mit gesellschaftlichen Themen auseinanderzusetzen. Dazu entwickelte er Werkgruppen wie „human“ und „floral“. Von Anfang an öffnete er seine Ateliers für den Austausch mit Kollegen aus Handwerk, Technologie und Wissenschaft. Mitte der 1990er Jahre ging er mit Skulpturen in die Natur und begann, sich den öffentlichen Raum zu erschließen. Fortan entwickelte er in Kooperation mit Museen und öffentlichen Einrichtungen partizipative Kunstformate wie „FremdeFreunde“, „share your chair“ und „Wasserbotschafter“, um gemeinsam mit anderen Menschen an drängenden Zeitfragen zu arbeiten. 2011 konzipierte er ein offenes Atelier in Form seines „Mobilen Kunst-Containers“. Seit 2021 ist er damit auf der Ausstellungstour „Bitte berühren!“. Bei dieser Kunstaktion durch NRW ist er mit seinem Team für die Menschen allzeit greifbar und lädt sie gemeinsam mit Kulturinstitutionen zur kreativen Mitwirkung im öffentlichen Raum ein.[4]

Er ist Mitglied im Bundesverband Bildender Künstler (BBK), in der Kulturpolitischen Gesellschaft und Mentor im Kunstmentorat NRW.[5]

Webel ist mit der Journalistin Elke Vieth verheiratet und Vater dreier Söhne.[1]

Werk

Manfred Webel modelliert, schnitzt und konstruiert „rundumansichtige Bewegungsskulpturen“, die er von Hand und mit unterschiedlichen technischen Verfahren bis zu überlebensgroßen Skulpturen weiterentwickelt. Diese sind auf die menschliche Dimension abgestimmt und nie monumental. Ihre häufig rot gefassten organischen Formen fordern zur körperlichen Erfahrung auf, erst durch die Interaktion mit dem Betrachter werden sie „vollständig“; sie können gedreht, geschaukelt oder gerollt werden. Ohne feste Basis oder Sockel werden sie in eigens für sie geschaffenen Skulpturen-Habitaten zugänglich. In seinen öffentlichen Aktionen inszeniert Webel diese Habitate mittels Wegeverbindungen zwischen dem Container und anderen Orten (Museen, Galerien, Parks), sodass seine Skulpturen vom Publikum durch den Stadtraum bewegt werden können.

Ausgewählte Werke und Projekte

  • monami (Familie fingers): Eine dynamische Bewegungsskulptur, die durch vier Kragarme Räume öffnet und zum gemeinsamen Bewegen durch mehrere Personen einlädt.
  • bubbles: Skulpturen aus verschmolzenen Ovoiden, die als Park- oder Gartenskulpturen konzipiert sind.
  • FremdeFreunde: Ein partizipatives Projekt, das von 2005 bis 2014 als offizielles UNESCO-Projekt der Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet wurde.[6]
  • Grünes Band (2013-2022): Großskulpturen als Wegweiser für das Grüne Band in Bielefeld.
  • Bitte berühren!: Seit 2021 laufende, partizipative Kunst-Initiative, bei der Kunstwerke im öffentlichen Raum und in Museen haptisch erfahren werden können. Das Tournee-Projekt gastierte bereits in über 15 Städten, darunter in der Städtischen Galerie im Park Viersen (2021), im Skulpturenmuseum Marl[7] (2022), im Siegerlandmuseum und dem Diözesanmuseum Paderborn[8] (2023) sowie im LWL-Preußenmuseum Minden[9] und auf Burg Wissem in Troisdorf (2024). Weitere Stationen waren u. a. Remscheid[10], Gütersloh, Iserlohn, Lage, Rheine und Unna.

Einzelausstellungen und Tournee-Projekte (Auswahl)

  • 1994: human, Siegerlandmuseum, Siegen
  • 2004: human, Korbmachermuseum, Beverungen[11]
  • 2005–2014: FremdeFreunde (langjähriges UNESCO-Weltdekade-Projekt)
  • 2009: KunstFreunde, Staatskanzlei, NRW-Tag, Hamm
  • 2010: SALZKotten für alle (Beteiligungsprojekt mit 5 % der Bürger von Salzkotten)[12]
  • 2011: Sicht, Installation, Kunstverein Paderborn
  • 2016: Sag’s mit Blumen, Landtag Nordrhein-Westfalen, NRW-Tag

Ausstellungsbeteiligungen und Messen (Auswahl)

  • 1999: human-Uhren, art multiple mit Frank Hussong, Düsseldorf; „human-Uhr“, Kunsthalle Bielefeld; „Human-Uhren“, zur Karolinger-Ausstellung, Städtische Galerie, Paderborn
  • 2003: human-Uhren, Galerie im Studio, WDR, Bielefeld
  • 2003: Nimm dir Zeit für die Zeit, Fachhochschule, Bielefeld
  • 2003: Human, KunstKöln, Galerie Peveling, mit 400 Großplakaten, Köln; „Fluke“, award für Greenpeace, Hamburg
  • 2007: Gegen Vorurteile, Jugendfestival young&free, Höchstadt
  • 2008: Meilensterne mit 1. Gymnasium Sarajevo; Atelier auf Scharhörn, Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer
  • 2010: Stehaufmännchen, Museum Goch und Gustav-Adolf-Schule, Goch[13]
  • 2012: Freundschaftsband mit Mobilem Kunst-Container, Familienzentrum am Lindenberg, Siegen; „human-Scherenschnitte“, Galerie im Mertenshof, Rheda-Wiedenbrück
  • 2014: Hausbesuch als Teil des Kunstbandes des Nationalpark Schleswig Holsteinisches Wattenmeer, Husum
  • 2015: Neue Skulpturen, Neuwerkstatt, Insel Neuwerk, Hamburg
  • 2017: mein Dorenkamp, Kunst im öffentlichen Raum, Rheine
  • 2017: Freunde schnitzen, Museum Goch
  • 2018: KulturGesellin/KulturGeselle, Pilotprojekte, Paderborn/Bielefeld
  • 2018: Bochum Leer, künstlerische Stadtentwicklung, Bochum
  • 2025: FremdeFreunde vom Missundehof, Dortmund

Werke im Öffentlicher Raum

  • be Pader, my friend, Paderborn: Installation einer Edelstahl-Skulpturengruppe aus verschiedenen „bubbles“ im Quellgebiet der Dielenpader (Pader), entstanden 2025 im Rahmen der Ausstellungsreihe „Tatort Paderborn“.[14][15]
  • Grünes Band, Bielefeld: Skulpturenensemble im urbanen Raum, entstanden zwischen 2013 und 2022. Die Installation umfasst insgesamt sieben Arbeiten, darunter die Initialgruppe von den fünf Skulpturen „human-Bogen“, „human-Kehre“, „human-Flanke“, „human-Pfeil“ und „human-Passage“ (2013), sowie die Erweiterungen „human-Wende“ (2016) und „human-Schanze“ (2022).

Kunst am Bau

Ein Teil von Webels Schaffen umfasst die Kunst am Bau, bei der künstlerische Arbeiten für einen spezifischen Ort entwickelt und dort dauerhaft integriert werden. Dies beinhaltet insbesondere Skulpturen auf Vorplätzen oder in Eingangsbereichen von Bildungseinrichtungen und Kliniken. In Deutschland werden solche Projekte häufig durch einen festen Prozentsatz der Baukosten öffentlicher Bauvorhaben finanziert.[16][17]

  • 2002: „Felix Fechenbach Baum“, Leopoldshöhe
  • 2003: „Friedensring“, Donrath
  • 2004: „Leuchtende Wegmarken“, Paderborn; „Erinnerungswürfel“, Liboriusschule, Paderborn
  • 2007: „Drehbare Raumzeichen“, Liboriusschule, Paderborn
  • 2009: „SpielSitzSkulptur“, Halle/Westfalen; „Farb-Form-Klangtonleiter“, Schule am Marsbruch, Dortmund; „Hausbesuch“, Husum[18]; „Spiel-Tisch-Skulptur“, Liboriusschule, Paderborn
  • 2010: „bewegen und begegnen“, Schule am Marsbruch, Dortmund
  • 2011: „Blitzableiter“, Bethel, Bielefeld; „Drehbare Raumzeichen“, Louis-Segelken-Schule, Bremen; „Kronleuchter“, Bad Lippspringe
  • 2012: „Sonnendächer“, Dortmund; „um die Welle“, Bethel, Bielefeld; „Drehbare Raumzeichen“, Mamre-Patmos-Schule, Bielefeld
  • 2014: „Genius loci“, Paderborn; „Erinnerung“, Bielefeld; „Wegweisende“, Connext Campus, Paderborn; „Engel“, Beverungen; „9gewinnt“, Marienschule, Paderborn; „Häuptlinge“, St. Matthäus, Düsseldorf
  • 2015: „Liebesbrunnen“, Schlangen; „Untreu“, KFF, Lemgo
  • 2016: Begegnungskreuz“, Connext-Campus, Paderborn
  • 2026: „7bubbles“, Hotel Vivendi, Paderborn; „8bubbles“, Franz Bracht KG

Preise und Auszeichnungen

  • 2005–2014: Auszeichnung der UNESCO im Rahmen der Weltdekade Bildung für nachhaltige Entwicklung (für „FremdeFreunde“)
  • 2017: Creative-Spaces-Award (mit den Paderborner Kreaturen e.V.)
  • 2017: Preis „Kinder- und Jugendkulturland NRW“ für das Projekt „Mein Dorenkamp“[19][20]
  • Preisträger der Robert-Bosch-Stiftung

Publikationen

  • gegossen, nicht gemalt. Paderborn 2016.
  • mit B. Manschmidt (Hrsg.): Humane Schule – Schule als Humanes Haus. Flöttmann Verlag, Gütersloh 1999, ISBN 3-87231-080-1.
  • Bewegung Kunst – Leitfaden für Projekte ästhetischer Bildung. Athena Verlag, Oberhausen 2011, ISBN 978-3-89896-439-5.
  • Bewegungsskulpturen. Kerber Verlag, Berlin/Bielefeld 2024, ISBN 978-3-7356-0988-5.
  • Der Fluss bin ich. Kerber Verlag, Berlin/Bielefeld 2025, ISBN 978-3-7356-1077-5.

Einzelnachweise

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