Maorische Sprache

Von Neuseelands Māori gesprochene polynesische Sprache From Wikipedia, the free encyclopedia

Māori (Eigenbezeichnung te reo Māori [tɛ ɾɛɔ ˈmaːɔɾi], deutsch die Māori-Sprache, kurz auch te reo) ist die polynesische Sprache des indigenen Volks der Māori in Neuseeland. Als südlichster Vertreter der austronesischen Sprachfamilie ist sie eng mit dem Cook-Islands-Māori, dem Tuamotuischen und dem Tahitianischen verwandt. Seit dem 1. August 1987 ist Māori durch den Māori Language Act 1987 eine der Amtssprachen Neuseelands.[3]

Schnelle Fakten Māori (Te Reo Māori), Offizieller Status ...
Māori (Te Reo Māori)

Gesprochen in

Neuseeland
Sprecher 185,955 (2018)[1];
100.000 verstehen es, können es aber nicht aktiv sprechen (1995)[2]
Linguistische
Klassifikation
Offizieller Status
Amtssprache in Neuseeland Neuseeland
Sprachcodes
ISO 639-1 mi
ISO 639-2 (B) mao (T) mri
ISO 639-3 mri
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Vor dem Kontakt mit Europäern besaß Māori keine Schrift. Heute wird die Sprache im lateinischen Alphabet geschrieben, dessen für Māori standardisierte Form im 19. Jahrhundert von Māori des Nordens gemeinsam mit englischen protestantischen Geistlichen entwickelt wurde.

Infolge der wachsenden europäischen Bevölkerung und staatlicher Bildungspolitik ging der Gebrauch des Māori zurück; im frühen 20. Jahrhundert war seine Verwendung auf Schulhöfen und in Klassenzimmern landesweit untersagt. Nach 1945 sank die Sprecherzahl stark, doch verlangsamte eine Ende des 20. Jahrhunderts einsetzende Wiederbelebungsbewegung den Niedergang. Beim Zensus 2018 gaben rund 190.000 Personen (etwa 4 % der Bevölkerung) an, ein Alltagsgespräch auf Māori führen zu können. In der Māori-Kultur gilt die Sprache als eines der größten Taonga (Kulturschätze).

Name

In Neuseeland wird die Sprache häufig te reo („die Sprache“) genannt, kurz für te reo Māori.[4] Das englische Wort Maori ist eine Entlehnung aus dem Māori, wo es Māori geschrieben wird. Die Schreibung mit Makron ⟨Māori⟩ hat sich im neuseeländischen Englisch in den letzten Jahren besonders in kulturellen Kontexten durchgesetzt, während die makronlose Schreibung in allgemeinen Medien und im behördlichen Gebrauch weiterhin vorkommt.[4] Die Aussprache im Māori und im heutigen Standard-Neuseeländischen Englisch ist /ˈmaːɔɾi/, wobei das ⟨r⟩ meist als Flap realisiert wird; eine stärker anglisierte Aussprache lautet /ˈmaʊriː/.

Klassifikation

Die vergleichende Sprachwissenschaft ordnet Māori als östliche polynesische Sprache der tahitischen Untergruppe zu, zu der auch das in den südlichen Cookinseln gesprochene Cook-Islands-Māori und das Tahitianische gehören. Weitere bedeutende östliche polynesische Sprachen sind das Hawaiische, das Marquesanische (Untergruppe Marquesisch) sowie das Rapanui der Osterinsel.

Diese Sprachen sind eigenständig, einander aber so ähnlich, dass etwa Tupaia, ein Tahitianer in der Begleitung von James Cook, sich 1769/70 problemlos mit Māori verständigen konnte. Auch ein hawaiisches Musikensemble berichtete 1911 von gegenseitiger Verständigung auf neuseeländischen Marae, und Māori-Schauspieler stellten bei Dreharbeiten auf der Osterinsel eine deutliche Ähnlichkeit der Sprachen fest. Sprecher des modernen Māori nennen die Sprachen der Cookinseln, insbesondere das Rarotonganische, gewöhnlich als die am leichtesten verständlichen unter den übrigen polynesischen Sprachen.

Geschichte

Ursprung und vorkoloniale Zeit

Der Überlieferung zufolge kamen die Māori aus Hawaiki nach Neuseeland. Die heutige Forschung verortet ihren Ursprung im östlichen Polynesien, wahrscheinlich im Raum der südlichen Cookinseln oder der Gesellschaftsinseln; die Besiedlung erfolgte in gezielten Fahrten mit hochseetüchtigen, vermutlich doppelrumpfigen Segelkanus und war spätestens um 1350 n. Chr. abgeschlossen.

Isoliert von seinen Schwestersprachen entwickelte sich das Māori weiter und passte sich den geografischen Besonderheiten und dem gemäßigten Klima Neuseelands an. Unter den Iwi bildeten sich infolge geografischer Trennung sechs dialektale Varianten heraus. Die Sprache besaß keine Schriftform; die Historikerin Sarah J. K. Gallagher hat argumentiert, das Tā moko (die traditionelle Tätowierkunst) sei „eine vorkoloniale Textkultur Neuseelands“, da das moko gelesen werden könne.

Seit jeher ist das Māori reich an metaphorischer Dichtung und Prosa, etwa in Form von Karakia (Anrufungen), Whaikōrero (traditionelle Redekunst auf dem Marae), Whakapapa (Genealogie) und Karanga sowie in darstellenden Künsten wie Mōteatea, Waiata und Haka.

Verschriftlichung und Missionierung

Missionare erlernten das Māori und führten das lateinische Alphabet ein. Die schriftliche Form der Sprache wurde zwischen 1817 und 1830 von der Church Mission Society (darunter Thomas Kendall), von Māori wie Tītore und Hongi Hika sowie von Samuel Lee von der University of Cambridge entwickelt. 1833 veröffentlichte der Missionar William Colenso im Missionshaus von Henry Williams in Paihia Māori-Übersetzungen, darunter Teile der Bibel – die ersten in Neuseeland gedruckten Bücher. Colensos Māori-Neues-Testament von 1837 war die erste auf der Südhalbkugel veröffentlichte Bibelübersetzung in eine indigene Sprache. Die Nachfrage stieg sprunghaft, und bald nahmen rund 33.000 Māori regelmäßig an christlichen Gottesdiensten teil. Gottesdienst, häuslicher Alltag und politische Versammlungen fanden auf Māori statt, und es erschienen Literatur sowie zahlreiche Zeitungen in der Sprache. Während vor 1880 Māori-Abgeordnete durch die englischsprachigen Parlamentsverfahren benachteiligt waren, waren um 1900 alle Māori-Parlamentarier – etwa Āpirana Ngata – Hochschulabsolventen mit fließendem Englisch.

Assimilationspolitik und Niedergang

Im 19. Jahrhundert setzten Bemühungen ein, die Māori kulturell in die europäische Gesellschaft zu assimilieren. Der Education Ordinance Act von 1847 machte Englisch zur vorherrschenden Schulsprache; der Native Schools Code von 1880 schränkte den Gebrauch des Māori weiter ein. Im frühen 20. Jahrhundert war es Kindern verboten, in Klassenzimmer oder auf dem Schulhof Māori zu sprechen – bei Zuwiderhandlung drohte Körperstrafe. Prominente Māori haben in jüngerer Zeit mit Trauer davon berichtet, wie sie oder Angehörige in der Schule dafür geschlagen wurden. Vielfach wurden diese Maßnahmen von Eltern akzeptiert oder gefördert, die ihren Kindern Erfolg in der Pākehā-Welt wünschten; zugleich blieb es bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts Regierungspolitik, Māori eher in handwerklichen Berufen als in akademischen auszubilden. Ein Vorschlag von 1930, Māori in den Lehrplan aufzunehmen, wurde mit der Begründung abgelehnt, Bildung solle „den Māori-Jungen zu einem guten Farmer und das Māori-Mädchen zur Frau eines guten Farmers“ machen.

Die meisten Māori sprachen bis zum Zweiten Weltkrieg Māori als Erstsprache. Mit der Abwanderung in die Städte nach dem Krieg (die Urban Māori) sank die Sprecherzahl rasch. In den 1980er Jahren beherrschten weniger als 20 % der Māori die Sprache gut genug, um als Muttersprachler zu gelten, und selbst viele von ihnen sprachen zu Hause kein Māori mehr; es entstanden Generationen nicht Māori sprechender Māori.

1984 wurde die Vermittlungsbeamtin Naida Glavish herabgestuft, weil sie Kunden mit dem Māori-Gruß „kia ora“ begrüßt hatte. Der „Kia-Ora-Vorfall“ erregte öffentliches und politisches Aufsehen; Premierminister Robert Muldoon setzte sie wieder ein, und der Fall wurde zu einem Symbol für den langjährigen Linguizismus in Neuseeland.

Wiederbelebung

Bereits in den 1950er Jahren erkannten einige Māori-Führer die Gefahr des Sprachverlusts; in den 1970er Jahren entstanden zahlreiche Rettungsstrategien. Dazu zählte die Kōhanga-Reo-Bewegung, die ab 1982 Kleinkinder von Geburt an bis zum Schulalter ins Māori eintauchen ließ. 1985 folgte die erste Kura Kaupapa Māori (Māori-sprachige Schule der Jahrgänge 1–8) und später die erste Wharekura (Jahrgänge 9–13).

Trotz dieser Erfolge stellte das Waitangi Tribunal 2011 fest, dass die Sprache weiter zurückgehe, und nannte mehrere Ursachen, darunter den Verlust älterer Muttersprachler, einen Mangel an guten Lehrkräften und Lehrmaterialien sowie die übermächtige Ausbreitung des Englischen. Das Tribunal empfahl unter anderem, die Sprachkommission Te Taura Whiri zur federführenden Behörde für die Māori-Sprache zu machen, sie als Krone-Māori-Partnerschaft zu gestalten und mit erweiterten Befugnissen auszustatten; die Empfehlungen sind jedoch nicht bindend.

Etwa ab 2015 erlebte das Māori als gemeinsames nationales Erbe einen Aufschwung, auch bei Neuseeländern ohne Māori-Wurzeln. Umfragen von 2018 zufolge genießt die Sprache hohes Ansehen in der Māori-Gesellschaft und wird von der Mehrheit der nicht-maorischen Neuseeländer positiv aufgenommen. Mit dem steigenden Prestige wuchs die Nachfrage nach Sprachkursen; Unternehmen wie Google, Microsoft, Vodafone NZ und Fletcher Building griffen den Trend auf. Premierministerin Jacinda Ardern gab ihrer Tochter einen maorischen zweiten Vornamen, und Musikgruppen wie Alien Weaponry und Maimoa erhöhten die Präsenz der Sprache in sozialen Medien. Seit 2017 erhielten ausgewählte Disney-Filme eine Māori-Synchronisation, beginnend mit Moana. Im August 2017 erklärte sich Rotorua als erste Stadt Neuseelands für zweisprachig. 2019 startete die Regierung die Revitalisierungsstrategie Maihi Karauna mit dem Ziel, bis 2040 eine Million Sprecher zu erreichen; im selben Jahr begann die Übersetzung umfangreicher Literatur ins Māori, darunter die Harry-Potter-Bücher. Zugleich gab es Widerstand gegen die Wiederbelebung; im März 2021 erklärte die Broadcasting Standards Authority nach einem starken Anstieg von Beschwerden, Beschwerden über den bloßen Gebrauch des Māori in Sendungen nicht mehr zu behandeln, da dieser keine Rundfunkstandards verletze.

Zur Anpassung an die Moderne wurden in den letzten Jahrzehnten etwa 20.000 neue Wörter geschaffen, viele davon Entlehnungen aus dem Englischen (z. B. maki für monkey ‚Affe‘, Tiamana für Germany ‚Deutschland‘).

Offizieller Status und Sprachpolitik

Neuseeland hat zwei de jure offizielle Sprachen – Māori und die Neuseeländische Gebärdensprache –, während Englisch als de facto offizielle Sprache fungiert. Den offiziellen Status erhielt das Māori mit dem Māori Language Act 1987.[3]

Die meisten Ministerien und Behörden tragen zweisprachige Namen; öffentliche Einrichtungen verwenden zweisprachige Beschilderung. Vor Gericht und im Parlament darf Māori gesprochen werden, wofür in der Regel Dolmetscher erforderlich sind; bei Gerichtsverfahren muss die Absicht vorab angezeigt werden. Eine Entscheidung des Judicial Committee of the Privy Council (damals höchstes Gericht Neuseelands) von 1994 sah die Regierung nach dem Vertrag von Waitangi (1840) für den Erhalt der Sprache in der Verantwortung. Seit März 2004 finanziert der Staat den teils maorischsprachigen Sender Māori Television; am 28. März 2008 startete dessen vollständig maorischsprachiger Kanal Te Reo ohne Werbung und Untertitel. Ein erster Māori-Sender, das Aotearoa Television Network, hatte ab 1996 nur ein Jahr bestanden. 2008 veröffentlichte Land Information New Zealand die erste amtliche Liste von Ortsnamen mit Makron.

Der offizielle Status des Māori, besonders sein Gebrauch in amtlichen Namen, ist ein politisches Streitthema. 2022 brachte eine 70.000 Unterschriften umfassende Petition von Te Pāti Māori die Forderung ins Parlament, Neuseeland offiziell in Aotearoa umzubenennen. Im Wahlkampf 2023 verspottete Winston Peters von New Zealand First den Vorschlag als „ideologisches Kauderwelsch“ und kündigte an, maorische Namen aus Behörden zu entfernen; die anschließende von National geführte Koalition vereinbarte, dass Behörden ihren primären Namen auf Englisch führen sollen, ausgenommen ausdrücklich Māori-bezogene Stellen. 2025 berichtete Radio New Zealand, Bildungsministerin Erica Stanford habe entschieden, die meisten Māori-Wörter aus der Lesereihe „Ready to Read Phonics Plus“ auszuschließen; Stanford erklärte, dies betreffe nur 12 Bücher, und 27 Bücher mit Māori-Wörtern würden neu gedruckt. Die Entscheidung wurde als „Übergriff“ kritisiert und von Autoren und Verlagen scharf als „rassistischer Akt“ verurteilt.

Sprecherzahlen und Verbreitung

Nahezu alle Sprecher sind ethnische Māori mit Wohnsitz in Neuseeland. Die Schätzungen schwanken: Der Zensus 1996 nannte rund 160.000 Sprecher, eine landesweite Erhebung von 1995 dagegen etwa 10.000 „sehr fließende“ erwachsene Sprecher. Beim Zensus 2013 hatten nur 21,3 % der Personen, die sich als Māori identifizierten, Konversationskenntnisse, und nur etwa 1,4 % der Māori-Bevölkerung sprach ausschließlich Māori. 2015 gaben 55 % der erwachsenen Māori an, über gewisse Kenntnisse zu verfügen; davon nutzten 64 % Māori zu Hause, und rund 50.000 Personen sprachen die Sprache „gut“.

Weitere Informationen Jahr, Sprecher ...
Māori-Sprecher in Neuseeland (Zensus)
JahrSprecherBefragte gesamt%
1996153.6693.433.9064,48
2001160.5273.563.7964,50
2006157.1133.830.7574,10
2013148.3953.973.3593,73
2018185.9554.699.7553,96
2023213.8494.993.9234,28
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Als Gemeinschaftssprache wird Māori noch in einigen überwiegend von Māori bewohnten Siedlungen in Northland, in der Urewera und am East Cape verwendet. Infolge der Verstädterung nach dem Zweiten Weltkrieg kommunizieren Māori-Sprecher heute fast immer zweisprachig; nur etwa 9.000 Personen sprechen ausschließlich Māori. Im Schuljahr 2023 wurden rund 7,2 % der Schüler an Grund- und weiterführenden Schulen ganz oder teilweise auf Māori unterrichtet, weitere 24,4 % lernten Māori als zusätzliche Sprache und 37,1 % informell. In der Māori-Diaspora ist der Gebrauch deutlich geringer: In Australien war Māori 2016 die Haushaltssprache von 11.747 Personen (8,2 % der dortigen Māori).

Dialekte

Bruce Biggs unterschied historisch zwei große Dialektgruppen – Nordinsel und Südinsel –, wobei das Südinsel-Māori als ausgestorben gilt. Das Nordinsel-Māori gliederte er in eine westliche und eine östliche Gruppe, deren Grenze in etwa entlang der Nord-Süd-Achse der Insel verläuft. Die Unterschiede betreffen vor allem Aussprache, Wortschatz und Redewendungen; in der Grammatik bestehen kaum Unterschiede, und fließende Sprecher verstehen andere Dialekte problemlos. Am besten erhalten hat sich die Sprache unter den Ngāi Tūhoe im Osten der Nordinsel. Die Standardsprache beruht auf dem nördlichen Dialekt der Bibelübersetzung, da dort die Missionare zuerst tätig waren.

In den nördlichen Dialekten, besonders in Muriwhenua und Teilen von Ngāpuhi, wird der Digraph ⟨wh⟩ nicht als ⟨f⟩, sondern als stimmloser bilabialer Frikativ ⟨ɸ⟩ gesprochen; mitunter wird er zu ⟨h⟩ reduziert (etwa whakarongohakarongo). In den Regionen Whanganui und Taranaki ist ⟨h⟩ ein Glottisschlag und ⟨wh⟩ wird [ʔw] gesprochen – ein Unterschied, der in den 1990er und 2000er Jahren die Debatte um die Umbenennung der Stadt Wanganui in Whanganui prägte. Bei den Tūhoe und in der östlichen Bay of Plenty ist ⟨ng⟩ mit ⟨n⟩ zusammengefallen.

In den Südinsel-Dialekten verschmolz ⟨ng⟩ vielerorts mit ⟨k⟩; so sind Kāi Tahu und Ngāi Tahu Varianten desselben Iwi-Namens. Seit 2000 hat die Regierung mehrere südliche Ortsnamen amtlich an die Südform angeglichen, etwa beim höchsten Berg des Landes, Aoraki/Mount Cook. Maarire Goodall und George Griffiths beschreiben zudem eine Stimmhaftwerdung von ⟨k⟩ zu ⟨g⟩ (daher die unterschiedliche Schreibung von Otago und der namensgebenden Siedlung Otakou), gelegentlich ⟨r⟩ → ⟨l⟩ und ⟨wh⟩ → ⟨w⟩ (etwa Lake Waihola) sowie eine Tilgung der Endvokale, die zu scheinbar entstellten Ortsnamen wie The Kilmog (Standard-Māori Kirimoko) führt. Obwohl der Dialekt offiziell als ausgestorben gilt, fördern viele Behörden und Bildungseinrichtungen in Otago und Southland seinen Gebrauch in Beschilderung und Dokumenten.

Phonologie

Das Māori hat die ursprünglichen (ost-)polynesischen Laute am besten bewahrt.

In der Sprache liegt eine besondere Betonung auf den Vokalen, die ähnlich wie im Deutschen ausgesprochen werden. Die Anzahl der Konsonanten ist geringer, so gibt es kein s und kein d. In aller Regel folgt in jeder Silbe auf einen Konsonanten immer ein Vokal, oder die Silbe besteht nur aus einem Vokal. Nie finden sich zwei Konsonanten in direkter Folge. (Das wh bildet nur in der Schrift eine Ausnahme, es wird sehr ähnlich einem deutschen f gesprochen, als manchmal so genannter „Suppenblaslaut“, also bilabial. Ebenso ist das ng ein einziger Konsonant und wird ebenfalls wie im Deutschen, also wie in singen ausgesprochen. S.a. Silbenstruktur, Wortbetonung und Orthographie.) Entgegen der verbreiteten Annahme zeigen die Vokale durchaus Variation. Bei älteren Sprechern sind Langvokale eher peripher und Kurzvokale zentralisiert (tiefer Vokal lang [aː], kurz [ɐ]); bei jüngeren Sprechern fallen beide zu [a] zusammen. Unter dem Einfluss des neuseeländischen Englisch wird [e] in Richtung [i] gehoben und /u/ bei jüngeren Sprechern überall zu [ʉ] vorverlagert.

Vokale

Das Māori hat die fünf Vokale a, e, i, o und u. Die Kombination von gleichen Vokalen ergibt einen Langvokal, die Kombination von Vokalen in nebeneinander liegenden Positionen einen Diphthong. Bei Letzterem herrschen jedoch Unterschiede von Sprecher zu Sprecher, ob die beiden Vokale wirklich einen Diphthong bilden oder der zweite Vokal als voller ausgesprochen wird (zum Beispiel au als /au̯/ oder /a.u/).

Konsonanten

Im Māori gibt es zehn Konsonanten: Die Plosive p, t und k, die Nasale m, n und ŋ, den Approximanten w, den Flap ɾ und die Frikative h und f. Letzterer wird im modernen Māori auch als solches gesprochen, in Nordneuseeland jedoch oft als sogenannter Thorn-Laut, vergleichbar mit dem englischen th. Das r ist nicht gerollt und entspricht am ehesten einem sehr schnell geschlagenen d.

Silbenstruktur, Wortbetonung und Orthographie

Die allgemeine Silbenstruktur ist (C )V(V(V)). Da es keine finalen oder zusammenhängenden Konsonanten gibt, führt dies, wie oben schon erwähnt, zu phonologischen Adaptionen bei Lehnwörtern aus dem Englischen: aihi kiriimi = ice cream. Bis auf einzelne Partikelwörter sind alle Wörter im Māori mindestens zweimorig (eine More besteht aus (C )V, wobei V ein Kurzvokal ist). Die Betonung findet auf der ersten More statt außer bei einem Langvokal (kaumáatua, tutúu) oder bei nichtfinalem Diphthong (fakáeke; aber: márae). Das Māori-Alphabet verwendet lateinische Buchstaben und lautet a, e, h, i, k, m, n, ng, o, p, r, t, u, w, wh, wobei ng und wh Digraphe für [ŋ] beziehungsweise [ɸ] sind. Das Makron für Langvokale ā, ū, ō, ē, ī ist normalerweise orthographischer Standard, allerdings benutzen manche Schreiber Doppelvokale und in einigen, besonders älteren Texten ist gar keine Längenkennzeichnung vorhanden: whānau, whaanau, whanau „Familie“. Das Wort Māori selbst wird mit Betonung auf dem a ausgesprochen, das o wird sehr kurz und manchmal kaum mehr hörbar gesprochen. Um dies zu verdeutlichen, hat sich die Schreibweise „Māori“, also mit Makron über dem a etabliert. Das r ist ein einzelner Schlag mit der Zungenspitze, ähnlich einem sehr schnellen d.

Der Akzent liegt typischerweise innerhalb der letzten vier Moren eines Wortes (Langvokale und Diphthonge zählen doppelt), bevorzugt auf dem ersten Langvokal, andernfalls auf dem ersten Diphthong, sonst auf der ersten Silbe. Bei Entlehnungen aus dem Englischen werden alle Konsonanten durch den nächstgelegenen Māori-Konsonanten ersetzt und Konsonantencluster aufgebrochen (Māori hat 10 Konsonanten, das Englische 24). So werden /tʃ/, /dʒ/ und /s/ zu /h/, /f/ zu /p/ (FebruaryPēpuere) und /l/ zu /ɾ/. Beispiele: PresbyterianPerehipeteriana; treatytiriti; captainkāpene; bankpēke.

Ursprünglich gab es kein eigenes Schriftsystem. Vereinzelt wurde vermutet, Petroglyphen hätten sich zu einer dem Rongorongo der Osterinsel ähnlichen Schrift entwickelt; dafür gibt es jedoch keine Belege. Versuche, Māori im lateinischen Alphabet zu schreiben, begannen mit James Cook und frühen Entdeckern mit wechselndem Erfolg, wobei besonders Konsonanten sowie mittlere und auslautende Vokale Schwierigkeiten bereiteten.

Ab 1814 versuchten Missionare, die Laute der Sprache zu erfassen. Thomas Kendall veröffentlichte 1815 A korao no New Zealand. Ab 1817 erarbeitete Samuel Lee in Cambridge gemeinsam mit dem Ngāpuhi-Häuptling Tītore und dessen Verwandtem Tui sowie später mit Hongi Hika und Waikato eine maßgebliche, an der nördlichen Aussprache orientierte Orthographie, die 1820 als First Grammar and Vocabulary of the New Zealand Language erschien. Bis 1830 überarbeitete die Church Mission Society die Rechtschreibung (so wurde aus Kiddeekiddee das heutige Kerikeri). Die Māori nahmen die Schriftkultur begeistert auf und brachten einander vielerorts Lesen und Schreiben bei – mangels Papier teils mit Blättern, Holzkohle und Flachs oder mit besandeten Brettchen.

Das in Cambridge entwickelte Alphabet kennzeichnete die Vokallänge nicht, obwohl sie im Māori phonemisch ist (z. B. ata ‚Morgen‘ – āta ‚sorgfältig‘; keke ‚Kuchen‘ – kēkē ‚Achselhöhle‘). Längenmarkierungen tauchten zunächst sporadisch auf. Hare Hongi (Henry Stowell) verwendete 1911 Makrons, Āpirana Ngata uneinheitlich; systematisch wurde die Markierung erst, als Māori in den 1960er Jahren an Universitäten gelehrt wurde. Bruce Biggs propagierte Doppelvokale (waahine), die bis zu seinem Tod 2000 an der University of Auckland üblich waren. Heute sind Makrons (tohutō) der Standard, seit sie von der Māori Language Commission bevorzugt werden; die meisten Medien verwenden sie (Stuff seit 2017, TVNZ und NZME seit 2018). Bei technischen Beschränkungen werden ersatzweise Trema oder Zirkumflex genutzt oder das Makron weggelassen. Doppelvokale bestehen in Ausnahmefällen fort, etwa bei den Waikato-Tainui, bei der Steuerbehörde Inland Revenue (Te Tari Taake statt Te Tari Tāke) sowie in der älteren Schreibung roopu statt rōpū.

Syntax

Satzbau

Das Māori gehört zu den Verb-Subjekt-Objekt-Sprachen (VSO), d. h. das Verb bzw. Prädikat steht am Satzanfang, gefolgt vom Subjekt und dem Objekt. Diese eher seltene Wortreihenfolge findet sich z. B. auch im Arabischen oder den keltischen Sprachen. Das Subjekt kann entfallen, wenn es vom Kontext her klar ist.

Māori ist eine Akkusativsprache.

Wie auch in anderen polynesischen Sprachen ist eher die Phrase als das einzelne Wort die Basiseinheit des Māori-Satzbaus. Die Satzteile werden in drei Kategorien eingeteilt: die Nominalphrase NP, die Präpositionalphrase PP und die Verbalphrase VP. Phrasen im Māori bestehen aus einem Nukleus und zwei Peripherien, eine vorstehend VrP und eine nachstehend NaP. Im folgenden Beispiel sind alle drei genannten Phrasen vorhanden

E haere mai ana te ope rā ki te marae.
„Die Gruppe von Gästen kommt zum Marae.
(([E]VrP [haere]NUKLEUS [mai ana]NaP))VP (([te]VrP [ope]NUKLEUS [rā]NaP))NP
(([ki te]VrP [marae]NUKLEUS [Ø]NaP))PP

Der Nukleus kann auch aus mehreren Basen bestehen, wobei die erste der „Kopf“ ist und die anderen die jeweils vorhergehende modifiziert.

(he) pukapuka reo Māori (Ø) – (VrP) Buch Sprache Māori (NaP)
„ein Māori-Sprachbuch“

Partikel, Präpositionen und Determinatoren

Die oben genannten vor- und nachstehende Peripherien bestehen aus Partikeln, welche der jeweiligen Phrase zugeordnet sind sowie bestimmte Bedeutungen haben und einen wichtigen Bestandteil des Māori ausmachen.

Nachstehende Partikel

Es gibt nur wenige nachfolgende Partikel mit folgender Bedeutung:

Weitere Informationen Art und Weise, Richtung ...
Art und WeiseRichtungOrt
tonu „noch“mai „zum Sprecher hin“nei „hier“anō „wieder“hoki „auch“pea „vielleicht“
rawa „sehr“ake „aufwärts“ „bei dir“
noa „ohne Einschränkung“atu „vom Sprecher weg“ „dort“
„anders“iho „abwärts“ai
kau „allein“ana
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Normalerweise steht immer nur ein Partikel in einer Phrase; treten jedoch mehrere auf, dann erscheinen sie in der obigen Reihenfolge.

(([E]VrP [haere]NUKLEUS [tonu mai nei pea]NaP))PHRASE
„kommt noch hierher vielleicht“

Vorstehende Partikel

Die weitaus größere Menge der vorstehenden Partikel richtet sich nach den drei Phrasenkategorien. Dabei werden nur die am häufigsten in Erscheinung tretenden genannt.

Verbale Phrase

Die Partikel haben hier temporale, aspektuale (= subjektive Auffassung des Sprechers) und modale Bedeutungen.

  • ka: zeigt lediglich an, dass es sich um eine VP handelt; meist Gegenwart
  • i: zeigt strikt die Vergangenheit an
  • kua: zeigt das Perfekt an, d. h. das Ergebnis/Abgeschlossenheit einer Handlung; auch in irrealen Konditionalsätzen
  • kia: a) Imperativ von Adjektiven, Stativverben und Erlebnisverben
b) Zukunft
c) zusammen mit dem nachstehenden ai
d) Komplement von Verben des Wünschens, Forderns, Bittens
  • e…ana: zeigt die Verlaufsform einer Handlung in jeder Zeitform an
  • me: „schwacher Imperativ“ (solltest, müsstest, hättest)
  • kei te / i te: ebenfalls Verlaufsform in Vergangenheit und Gegenwart
  • e/Ø: Imperativ von transitiven und intransitiven Verben, Ø wird bei nachfolgenden Partikeln oder mehr als zweimorigen Verben verwendet
  • ai: als vorstehender Partikel markiert es im modernen Māori ebenfalls eine VP, zum Beispiel, wenn eine regelmäßige Handlung dargestellt wird

Nominale Phrase

Hier fungieren die Partikel als Determinatoren des Kerns der Phrase.

  • Artikel mit Präfix t- für Singular / Ø für Plural
    • Te/ngā: als bestimmter Artikel entspr. Singular/Plural
    • he: unbestimmter Artikel
    • tētahi/ētahi, auch: ngātahi: unbestimmt, spezifizierend, etwas bestimmtes, der eine / der andere
    • taua/aua: hinweisend auf vorangegangenen Referenten.
    • a: persönlicher Artikel für Eigennamen, Pronomen und manchmal Ortsnamen
  • Demonstrativ: Es werden drei „Orte“ im Māori unterschieden: „nahe dem Sprecher“, „nahe dem Hörer“ und „abseits von beiden“ (siehe auch Nachstehende Partikel)
    • örtliche Nomen: konei „hier“, konā „da bei dir“, korā „dort drüben
    • Adjektive: pēnei „wie das (hier)“, pēnā „wie das von dir“, pērā „wie das dort drüben“
    • tēnei/ēnei „das/diese“, tēnā/ēnā „das/diese bei dir“, tērā/ērā „das/diese dort drüben“
  • Possessiv: Die Basisformel für besitzanzeigende Determinatoren ist t-/Ø für SG/PL Besitztum + ā/ō + Besitzer + Besitztum
    • Ø – ō – ku hoa „meine Freunde“
    • t – ā – māua tamaiti „unser Kind“
  • Frage
    • tēhea/ēhea: „welch“ SG/PL

Präpositionale Phrase

  • i: für direktes Objekt, Grund, Agens nach Stativverben, Ortsangabe, Zeitangabe unter anderem
  • ki: im Sinne von „nach“ bei Bewegung zu einem Ort, indirektem Objekt, Zeitbegrenzung; Instrumental, Objekt bei Erlebnisverben
  • e: Markierung für das Agens bei Passivkonstruktionen
  • me: „mit“ bei begleitenden NPs oder Marker von „Begleitumständen“
zum Beispiel I tae atu ratōu ki reira me Ø – ā rātou pū.
„Sie kamen mit ihren Waffen an.“ Kaua e kōrero me t-ō-u waha e kī ana.
„Sprich nicht mit vollem Mund!
  • kei: Örtlichkeit ist nicht in der Vergangenheit
  • ā: Zukunft

Das Prädikat

Dadurch, dass wie oben erwähnt, alle Satzglieder Phrasen sind, kann auch das Prädikat die drei Kategorien von VP, NP und PP annehmen, welches durch die oben stehenden Partikel angezeigt wird.

Verbale Phrase
[E tangi ana] Präd:VP te tamaiti. [Kua mate] Präd:VP te koroua.
„Das Kind weint.“ „Der alte Mann ist gestorben.

Nominale Phrase

  • he + N = Subj. ist ein Nomen
[He kai-whaka-ako] Präd:NP [a Mere] SUBJEKT
Mere ist Lehrer.“
  • he + A = Subj. ist ein Adjektiv
[He reka] Pred:NP ēnei kai. (siehe 4.2.2 NP)
Dieses Essen ist lecker.“
  • he + N, Subj. ist besitzend = Besitzer hat ein Nomen
[He moni]Präd:NP ā-u? [He waka] Präd:NP t-ō Rei
„Hast du Geld?“ „Rei hat ein Auto.“

Präpositionale Phrase

Hier werden Partikel eingeführt, die oben noch nicht erwähnt wurden.

  • ko leitet definite gleiche Prädikate ein
[Ko Rei] Präd:PP t-ō-ku ingoa.
„Mein Name ist Rei.“ (Rei = Name)
  • nā/nō und mā/mō werden für den tatsächlichen oder voraussichtlichen Besitz benutzt
[Nā wai] Präd:PP tēnei pukapuka?
„Wessen Buch ist das?“ wörtl: Zu wer ist dieses Buch?
[Nō Hēmi] Präd:PP tērā whare.
„Dieses Haus ist Hēmis.“
[Mō rātou] Präd:PP tēnē waka.
„Dieses Auto dort ist für sie.“

Fokus

Obwohl laut Satzstruktur das Prädikat immer an erster Stelle steht, können, außer Objekten(!), trotzdem auch andere Satzteile nach vorn gezogen werden. Auch hier spielen wieder kennzeichnende Partikel eine große Rolle.

Vorgezogenes Subjekt

Jede definite Subjekt – NP kann vorgezogen werden und wird dann mit ko eingeleitet.

E horoi ana a Mere i ngā rīhi > Ko Mere e horoi ana i ngā rīhi
„Mere wäscht das Geschirr.“

Durch das Vorrücken entstehen zwei Intonationen und zwei Lesarten:

Mere wäscht ab. = Betonung auf dem Verb
Mere wäscht ab. = Betonung auf dem Subjekt

Actor Emphatic

Die Bezeichnung für das vorgezogene Agens markiert mit (Vergangenheit) / (Zukunft) + VP markiert mit i (Vergangenheit) / e (Zukunft) + Patiens als Subjekt.

[Nā Pita]AGENS [ i whaka-reri ]VP [ngā kai].PATIENS (Vergangenheit)
„Es war Pita, die hat das Essen vorbereitet.“
[Mā Pita] [e whaka-reri] [ngā kai] (Zukunft)
„Es ist Pita, die das Essen machen wird.“

Fragesätze

Fragen haben im Māori keine strukturelle Markierung wie Inversion oder Partikel. Direkte Ja/Nein-Fragen haben den gleichen Satzbau wie normale Aussagesätze mit steigender Intonation am Ende. Wenn bei diesen eine Zustimmungseinladung am Ende steht, folgt das allgemeine Kürzel oder nē rā am Ende:

He tangata hūmārie a Rāhera, nē rā?
„Rāhera ist eine nette, freundliche Person, nicht wahr?“

W-Fragen werden mit den dementsprechenden Fragewörtern gebildet, dabei hat jede Wortklasse ihr Fragewort und dieses folgt exakt der Syntax der jeweiligen Klasse:

Weitere Informationen Fragewort, Bedeutung ...
FragewortBedeutungWortklasseBeispiel
aha„was“Normales Nomenki te aha „wohin“
aha„was tun“Verbkei te aha „was macht“
wai„wer“Personalnomenki a wai „zu wem“
hia„wie viele“Numeralee hia ngā whare „wie viele Häuser sind dort“
hea„welcher Ort, welche Zeit“ (Zukunft)Lokalnomeni hea „wo, welcher Ort“ ā hea „wann“ (Zukunft)
nahea„welche Zeit“ (Vergangenheit)Lokalnomennō nahea „wann“ (Vergangenheit)
pēhea„wie ist es“Adjektive pēhea ana „was für ein“
tēhea„welch“Determinativtēhea tangata „welche Person“
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Die Fragewörter werden direkt an die Stelle des Items gesetzt, welches erfragt wird. Bei Fokus ist das Fragewort in der ersten Phrase des Satzes. Wenn Konstituenten wie Objekte nicht vorgezogen werden können, nimmt das Fragewort dessen gewöhnliche Position im hinteren Satz ein.

Reduplikation

Charakteristisch für die Sprache ist die Wiederholung von Buchstabenfolgen in Wörtern (wie zum Beispiel die Wiederholung des maki in makimaki, was Affe bedeutet). Sie erfüllt im Māori verschiedene Zwecke und untergliedert sich wie folgt:

  • Partielle Reduplikation: erste More patu – papatu
  • Komplette Reduplikation: ganze Wurzel hoki – hokihoki

Bei dreimorigen oder längeren Wörtern ist erstere am produktivsten (takahi – takatakahi) jedoch findet auch eine Reduplikation der letzten beiden Moren inklusive einer Längung des ersten Vokals statt (haere – haerēre). Auch für die einzelnen Wortklassen hat die jeweilige Doppelung eine andere Funktion und oft einhergehende Wortbedeutungsveränderung.

  • partielle Reduplikation von Adjektiven = Plural
pai „gut“ – papai „gut“ (Pluralnomen) = Intensität
  • Farbadjektive = Abschwächung
whero „rot“ – whewhero „rötlich“
  • partielle Reduplikation von Verben = reziproke Aktionen
tohe „streiten“ – totohe „miteinander streiten“
kimo „blinzeln“ – kikimo „die Augen fest geschlossen halten“
  • komplette Reduplikation von Verben = Pluralität
kimo „blinzeln“ – kimokimo „permanent blinzeln“
  • individuelle Aktion des Subjekts
hoki „zurückkehren“ – hokihoki „einzeln zurückkehren, jeder zu seinem Platz“
  • individuelle Aktion des Objekts
kuru „werfen“ – kurukuru „mehrere Dinge überall verstreuen“

Personalpronomen

Die Personalpronomen unterscheiden – wie in anderen polynesischen Sprachen – Singular, Dual und Plural sowie in der 1. Person inklusives und exklusives „wir“ (mātou ‚wir [ohne dich]‘ vs. tātou ‚wir [mit dir]‘; māua/tāua im Dual). Die Possessivpronomen unterscheiden zudem die Klassen a und o (beherrschbarer bzw. unveräußerlicher Besitz) sowie eine neutrale Klasse.

Beispiele

Prominente Te Reo Māori-Begriffe und -Wendungen

  • Aotearoa, Māori-Bezeichnung für Neuseeland
  • Haka, traditioneller, ritueller Tanz der Māori
  • Hei Matau, hochgradig stilisierter Angelhaken der Māori
  • Hei Tiki, Ornament der Māori-Kultur
  • Kea, Papageienart der Gattung Nestorpapageien
  • Kiwi, Laufvogelgattung
  • Mana, religiöse, polynesische Überzeugung einer transzendenten Kraft
  • Moa, „Henne“, ausgestorbener Laufvogel
  • Pākehā, Māori-Bezeichnung der ersten europäischen Siedler Neuseelands

Siehe auch

Literatur

  • Cleve Barlow: Tikanga whakaaro. Key Concepts in Māori Culture. Oxford University Press, Auckland 1994, ISBN 0-19-558212-8 (englisch).
  • Winifred Bauer, William Parker, Te Kareongawai Evans: Maori. Routledge, London 1999, ISBN 0-415-02254-1 (englisch).
  • Bruce G. Biggs: Let’s learn Maori. A Guide to the Study of the Maori language. Auckland University Press, Auckland 1998, ISBN 1-86940-186-7 (englisch).
  • Ray Harlow: Māori. A Linguistic Introduction. Cambridge University Press, Cambridge 2007, ISBN 978-0-521-80861-3 (englisch).
  • Robert Maunsell: Grammar of the New Zealand Language. 2. Auflage. W. C. Wilson, Auckland 1862 (englisch, archivierte Kopie. [Memento vom 21. Februar 2012 im Internet Archive] alternativ auf nzetc.org.).
  • Te Taura Whiri i Te Reo Māori (Hrsg.): He Kohinga Kīwaha. Reed, Auckland 2005, ISBN 0-7900-0693-6 (Māori).
  • Haupai Puke, Ray Harlow: Māori. Wort für Wort (= Kauderwelsch. Band 216). 1. Auflage. Reise Know-How Verlag Rump, Bielefeld 2008, ISBN 978-3-89416-325-9.
  • Peter M. Ryan: The Reed Dictionary of Modern Maori. Reed, Birkenhead 2001, ISBN 0-7900-0591-3 (Māori, englisch).

Wörterbücher

Linguistische Webseiten

Sprachlernseiten

Nachrichten und Literatur auf Maorisch

Einzelnachweise

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