Marcel Desailly
französischer Fußballspieler
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Marcel Odenkey Addy-Desailly (* 7. September 1968 in Accra, Ghana), ursprünglich Odenkey Abbey, ist ein ehemaliger französischer Fußballprofi. Desailly kam sowohl als Innenverteidiger als auch defensiver Mittelfeldspieler zum Einsatz und gilt als einer der erfolgreichsten Defensivspieler seiner Generation. Auf Vereinsebene gewann er zahlreiche Titel, u. a. zweimal die UEFA Champions League. Für die französische Nationalmannschaft bestritt Desailly 116 Länderspiele und wurde Welt- (1998) und Europameister (2000).
| Marcel Desailly | ||
Marcel Desailly (2024) | ||
| Personalia | ||
|---|---|---|
| Voller Name | Marcel Odenkey Addy-Desailly[1] | |
| Geburtstag | 7. September 1968 | |
| Geburtsort | Accra, Ghana | |
| Größe | 188 cm | |
| Position | Innenverteidiger, Defensives Mittelfeld[2] | |
| Herren | ||
| Jahre | Station | Spiele (Tore)1 |
| 1986–1992 | FC Nantes | 164 (5) |
| 1992–1993 | Olympique Marseille | 57 (2) |
| 1993–1998 | AC Mailand | 164 (7) |
| 1998–2004 | FC Chelsea | 222 (7) |
| 2004–2005 | Al-Gharafa | 28 (15) |
| 2005 | Qatar Sports Club | 7 (0) |
| Nationalmannschaft | ||
| Jahre | Auswahl | Spiele (Tore) |
| 1993–2004 | Frankreich | 116 (3) |
| 1 Angegeben sind nur Ligaspiele. | ||
Jugend
Marcel Desailly wurde am 7. September 1968 unter seinem ursprünglichen Namen Odenkey Abbey in Ghanas Hauptstadt Accra geboren. Sein leiblicher Vater erkannte ihn nicht an. Nachdem seine Mutter Elizabeth den französischen Botschaftsangestellten Marcel Édouard Georges Desailly geheiratet hatte, adoptierte dieser ihre Kinder, und Odenkey führte fortan den Namen Marcel Desailly. 1972 ging die Familie nach Frankreich und Desailly wuchs in Nantes in bürgerlichen Verhältnissen auf. Als Kind begeisterte er sich zunächst für den Schwimmsport, musste jedoch wegen einer Allergie aufhören. Angeregt durch seinen älteren Halbbruder Seth Adonkor trat er 1976 in die Nachwuchsabteilung des FC Nantes ein.
Vereinskarriere
Der Innenverteidiger begann seine Karriere beim FC Nantes, dem er schon als Elfjähriger beitrat und bis 1992 treu blieb. Nach anderthalb Jahren bei Olympique Marseille, dem in dieser Zeit der Meistertitel – es wäre Desaillys einziger Titel in der Division 1 gewesen – aberkannt wurde, wechselte er im November 1993 zur AC Mailand; hier blieb er bis 1998, bevor er die nächsten sechs Jahre die Abwehr des FC Chelsea organisierte. Zwischen Oktober 2004 und November 2005 ließ er seine Karriere bei zwei Klubs in Katar (Al-Gharafa und Qatar Sports Club) ausklingen.
Nationalspieler
So wenig wie in seinen Vereinen war der unspektakulär, aber höchst effektiv spielende Marcel Desailly auch aus der französischen Nationalmannschaft nicht wegzudenken: zwischen August 1993 und Juni 2004 bestritt er 116 Länderspiele, schoss dabei auch drei Tore und war 50-mal deren Kapitän. Seit dem 30. April 2003 war er damit alleiniger französischer Rekordinternationaler, bevor ihn Lilian Thuram im Juni 2006 darin ablöste.
Er hat alle großen Erfolge der Équipe Tricolore seit den 1990er Jahren mitgestaltet. Sein erstes großes Turnier war die Europameisterschaft 1996 in England. Bei der WM 1998 wurde er Weltmeister und nahm an allen Spielen des Turniers teil. Negativ war für ihn am Tag des 3:0-Finalsieges gegen Brasilien in Paris nur seine Gelb-Rote-Karte in der 68. Spielminute.
Zwei Jahre später stand er im Finale um die Europameisterschaft 2000 und wurde gegen Italien ebenfalls Europameister.
Tiefpunkte in seiner Nationalmannschaftskarriere waren die Weltmeisterschaft 2002 in Südkorea, als seine Mannschaft als Titelverteidiger ohne ein Tor zu schießen in der Vorrunde ausschied, und das Scheitern im Viertelfinale der Europameisterschaft 2004 in Portugal gegen Griechenland (0:1). Das 2:2 im EM-Gruppenspiel am 17. Juni 2004 gegen Kroatien war sein 116. und letztes Länderspiel.[3]
Erfolge
Mit seinen Klubs
Mit der Nationalelf
Sonstiges
Desailly ist Athletenbotschafter der Entwicklungshilfeorganisation Right to Play. 2011 gründete er vor den Toren von Accra eine Jugend-Fußball Akademie[4] und baute das The Lizzy Sports Complex in East Legon.[5]