Marcel Wirdemann

Polizeibeamter des Landes Rheinland-Pfalz und Kommunalpolitiker (CDU) From Wikipedia, the free encyclopedia

Marcel Wirdemann (* 1981 in Wittmund) ist ein führender Polizeibeamter des Landes Rheinland-Pfalz und ehemaliger Kommunalpolitiker (CDU).[1] Er erlangte überregionale Bekanntheit durch die Begleitumstände seines Rücktritts als Beigeordneter der Gemeinde Haßloch. Der Fall löste eine Debatte über Grenzen der Privatsphäre von Kommunalpolitikern aus.[2]

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Begründung: Als ehemaliger Kommunalpolitiker führender Polizeibeamter nicht relevant. Der Rücktritt und die Schlammschlacht haben allenfalls lokale bis regionale Bedeutung, machen die Person aber nicht überregional relevant. --AxelHH-- (Diskussion) 08:08, 21. Mär. 2026 (CET)

Politisches Wirken

Wirdemann trat als politischer Quereinsteiger für die CDU in Haßloch an.[3] Im August 2024 wurde er auf Vorschlag der Haßlocher CDU vom Gemeinderat zum ehrenamtlichen Beigeordneten gewählt[4][5] und galt als Hoffnungsträger für die politische Weiterentwicklung Haßlochs.[6][7] In dieser Funktion des Beigeordneten war er als Dezernent für die Bereiche öffentliche Sicherheit und Ordnung, den kommunalen Vollzugsdienst, die Hilfspolizei, die Bußgeldstelle, das Feuerwehrwesen, den Zivil- und Katastrophenschutz sowie das Gewerbeamt zuständig.[4] Außerdem wurde er im März 2025 in den Vorstand der CDU im Kreis Bad Dürkheim gewählt.[8]

Wirdemann sprach sich in einem Interview der evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK), einer Arbeitsgemeinschaft der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht aus.[9] Damit stellte er sich aus Gewissensgründen gegen die Parteilinie der Bundepartei.[10]

Leben und Beruf

Wirdemann wuchs im Umfeld von Wilhelmshaven auf.[1] Nach einem Studium an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Mayen schlug er 2001 eine Laufbahn im gehobenen Dienst der Polizei Rheinland-Pfalz ein.[1] Ab 2013 war er stellvertretender Dienstgruppenleiter bei der Polizeiinspektion Ludwigshafen 2, absolvierte sodann Stationen der Förderverwendung bei der Kriminalinspektion Landau, im Führungsstab des Polizeipräsidiums Rheinpfalz, bei der Kriminalinspektion Kaiserslautern sowie im Ministerium des Innern und für Sport.[11] 2019 schloss er ein Masterstudium an der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster ab.[12] Sodann wurde Wirdemann als Referent im Ministerium des Innern und für Sport in Mainz eingesetzt.[11]

Ein Jahr später übernahm er für drei Jahre die Leitung der Polizeiinspektion Frankenthal.[13] Danach übernahm er für ein Jahr die Kriminalinspektion Bad Kreuznach[14], bevor er zum stellvertretenden Leiter der Wasserschutzpolizei Rheinland-Pfalz mit 10 Standorten bestellt wurde.[15][16][17]

Wirdemann lebt in Haßloch, ist verheiratet und Vater von vier Kindern.[1]

Kontroversen zum Rücktritt

Im Dezember 2025 trat Wirdemann nach nur 15 Monaten überraschend im Amt zurück.[18] Der Rücktritt wurde in Rheinland-Pfalz (u.a. Die Rheinpfalz und Rhein-Zeitung) als Folge einer „Schlammschlacht“ und parteiinterner Machtkämpfe bezeichnet.[18][7][19][20]

Hintergrund waren Gerüchte über das Privatleben des Ehepaares, insbesondere bezüglich eines vermeintlichen Swinger-Lebensstils, welche aus dem inneren Parteiumfeld gestreut worden sein sollen. Auch wurden die Pläne der Ehefrau von Wirdemann bekannt, einen Swinger-Lifestyleclub für Paare zu gründen.[20][7][21]

Wirdemann selbst sprach in einer Stellungnahme von „Machtkämpfen und Unwahrheiten“ und gab an, sein Rücktritt sei „unfreiwillig“ erfolgt, um weiteren Schaden von seiner Familie und seinem Amt abzuwenden.[22]

Bürgermeister Tobias Meyer (CDU) ist zuvor auf Distanz zu seinem Parteikollegen gegangen, sprach ihm aber öffentlichen Dank für die geleistete Arbeit aus.[18][2]

Wirdemann erhielt nach seinem Rücktritt öffentlich Zuspruch aus Teilen der Bevölkerung, der Opposition sowie des Haßlocher CDU Parteivorstandes selbst.[23][24][25] Disziplinarrechtliche Maßnahmen gegen Wirdemann, etwa Verstöße gegen die Wohlverhaltenspflicht von Beamten, wurden nicht bekannt. Die Bürgerbeauftragte des Landes Rheinland-Pfalz und die Beauftragte für die Landespolizei stellte sich auf Nachfrage der Rhein-Zeitung hinter den Beamten.[23] Im Nachgang des Rücktrittes wurde über eine Rückkehr in die Politik spekuliert.[6] Wohl auch deshalb weil Wirdemann angab, das Parteibuch der CDU nicht niederzulegen und weiter für die CDU arbeiten zu wollen.[20]

Die Opposition stellte die Erforderlichkeit Nachwahl eines neuen Beigeordneten generell in Frage, woraufhin Wirdemann mit Verweis auf "das Ehrenamt als Garant einer aktiven Bürgerschaft" öffentlich eine gegenteilige Stellung bezog.[26]

Mitgliedschaften und ehrenamtliches Engagement

Laut eigener Website ist Wirdemann in der CDU Haßloch und verschiedenen Vereinen Mitglied. Er bekennt sich in einem Zeitungsinterview offen dazu, Freimaurer zu sein.[27]

Einzelnachweise

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