Marcus Kaiser

deutscher Fotograf und Medienkünstler From Wikipedia, the free encyclopedia

Marcus Kaiser (* 1966 in Stuttgart) ist ein deutscher Fotograf und Künstler.

Marcus Kaiser, 2023
Marcus Kaiser, 2023

Leben

Kaiser studierte Fotografie in Bielefeld und anschließend postgraduiert Medienkunst an der HFG Karlsruhe. Als Fotograf und Bildender Künstler forschte er von 2002 bis 2008 am Caspar-David-Friedrich-Institut der Universität Greifswald und lehrt seit 2012 Fotografie und Geschichte der Fotografie an der Fakultät Gestaltung der Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS).[1]

Rezeption

Marcus Kaiser erforscht die Wirkungsweisen von Bildern und Bildformen im Kontext von Geschichte, Ideologie und Alltagskultur. Ein zentraler Aspekt seiner Arbeiten ist die Untersuchung des Mediums der Fotografie auf ihre Funktion und Bedeutung für unser kulturelles Gedächtnis. Mit der Arbeit Mauerblicke/Wall Views (1990) verbindet er eine historische Dokumentation mit einer Analyse der Fotografie.

„… man hat es mit einer technischen Reflexion auf die Methode der Ideologie zu tun. Kaisers Mauerbilder sind eine Archäologie der Ideologie oder des Ideologischen, indem sie die Methode der Ideologie auf ihre materiellen und technischen Wirklichkeitsbedingungen treffen lassen. …“ (Knut Ebeling)[2]

„… Der Teilung des Bildes setzt Kaiser Bilder der Teilung entgegen. Bilder, die die Teilung nicht nur repräsentieren, sondern Teilung sind und ihr begegnen, indem sie die Teilung des Mediums in das Monument der Teilung verlagern.“ (Rómulo Peña)[3]

„...Die permanente Auseinandersetzung mit gegenwärtigen Bildpolitiken und -kulturen in den Arbeiten von Marcus Kaiser eröffnen uns einen Reflexionsgegenstand, an dem wir Fragen der Geschichtlichkeit von Bildern, der Identitätskonstruktion und -kontrolle über Bilder sowie des apparativen Bildes klären können...“ (Fakultät Gestaltung Würzburg)[4]

"In Marcus Kaisers Buch „Im Blick der Bilder“ (2023) spielt die Bezugnahme auf Jacques Lacan eine zentrale Rolle, um das Verhältnis zwischen Mensch und Bild in der digitalen Ära zu erklären. Kaiser nutzt Lacans Theorien vor allem, um die Umkehrung des Blicks zu analysieren: Der Blick (The Gaze): Kaiser greift Lacans Konzept auf, wonach nicht nur wir das Bild betrachten, sondern das Bild (als Repräsentant des „Anderen“) auch uns „anblickt“. In der gegenwärtigen digitalen Welt kommt hinzu, dass darüber hinaus auch Algorithmen und KI unser Sehverhalten analysieren und darauf reagieren. Das Imaginäre und das Spiegelstadium: Lacans Theorie der Identitätsbildung durch das eigene Spiegelbild dient Kaiser als Folie, um die heutige digitale Alltagsfotografie (z. B. Selfies) zu untersuchen. Bilder sind hier nicht nur Abbilder, sondern konstituieren das digitale Ich. Begehren und das Bild: Kaiser thematisiert, wie Bilder nach Lacan als Objekte fungieren, die unser Begehren steuern. In digitalen Netzwerken speisen sich Bilder aus unseren Wünschen und Gewohnheiten, um uns in einen Kreislauf aus Betrachten und Gesehen-Werden einzubinden. Zusammenfassend nutzt Kaiser Lacan, um zu zeigen, dass moderne Bildtechnologien keine passiven Werkzeuge sind, sondern aktiv in die Subjektwerdung und die Strukturierung unserer Realität eingreifen"[5]

Ausstellungen (Auswahl)

Monografien

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI