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Marianus Scottus

irischer Mönch, Gelehrter und Klostergründer From Wikipedia, the free encyclopedia

Marianus Scottus (gälisch: Muiredach; † ca. 1081 in Regensburg) war ein irischer Mönch und Schreiber, der das Kloster Weih Sankt Peter in Regensburg gründete.

Leben

Marianus Scottus wurde vermutlich vor 1050 in Donegal oder Derry (Irland) geboren.[1] Sein irischer name war Muirdach Robartaigh, latinisiert „Marianus [miser filius] Robartaci“.[1] Die Familie Robartaigh war mit der Familie O’Donnels verwandt, welche den Cathach von St. Columba, das Battle Book of Colmcille hütete. Marinus selbst schrieb seinen Beinamen nachweislich mit zwei t („Scottus“, vgl. Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Cod. 1247).

1067 brach er als Pilger mit zwei Gefährten namens Johannes und Candidus zu einer Pilgerreise nach Rom auf. Auf dem Weg dorthin wurde er dafür gewonnen, als Benediktiner in das Kloster Michelsberg bei Bamberg einzutreten. Es wird anachronistisch berichtet, Bischof Otto von Bamberg habe ihn und seine Gefährten zum Eintritt bewegt. Marianus zog spätestens 1074 nach Regensburg weiter, wo er zunächst im Damenstift Niedermünster vielleicht davor auch im Damenstift Obermünster, eine Unterkunft fand und für den Lebensunterhalt Handschriften produzierte.

Bereits 1075/1076 erhielt er von der Äbtissin des Obermünsters die kleine Klosterkirche Weih St. Peter im Süden vor der Arnulfinischen Stadtmauer, wo er sich endgültig niederließ und eine monastische Gemeinschaft gründete. Diese vergrößerte sich durch weitere irische Pilger schnell. Marianus leitete die Gemeinschaft in der Art eines Abtes, obwohl er das Amt eines Abt nicht offiziell innehatte. Anfang der 1080er Jahre, wahrscheinlich 1081, starb Marianus. Seine Reliquien liegen im Altar von St. Jakob.

Einfluss

Das Kloster Weih Sankt Peter und das bald darauf nach seinem Tod ebenfalls in Regensburg gegründete irische Kloster St. Jakob wurden zur Keimzelle der exklusiv irischen Schottenklöster. Marianus gilt daher als ihr Gründervater. Marianus Scottus wurde bald als Heiliger verehrt und rund einhundert Jahre nach seinem Tod durch eine Vita geehrt, die Vita Mariani Scotti.[2]

Werke

Von den zahlreichen von ihm geschriebenen oder zumindest glossierten Handschriften sind einige erhalten. Die wichtigsten Autographe des Marianus sind die Paulusbriefe mit Kommentar aus dem Jahr 1079, die heute in der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien aufbewahrt werden (Cod. 1247; olim Theol. 287), sowie eine Sammelhandschrift mit verschiedenen Texten, die er 1081 anfertigte und die bis 1083 posthum von einem weiteren Schreiber vollendet wurde (Edinburgh, National Library of Scotland, Fort Augustus Collectio Acc. 11218/1). Seine ursprünglich irisch beeinflusste Schrift passte er rasch der kontinentalen Karolingischen Minuskel an, nur für Glossen (zum Teil in gälischer Sprache) verwendete er weiterhin die irische Minuskelschrift. Als Kalligraph (Schönschreiber) war er nie tätig, er übte die gewöhnliche Schreibtätigkeit aus. Allerdings arbeitete er schnell und manchmal auch bis in die Nacht hinein, wie seine Anmerkungen in den erhaltenen Handschriften belegen. Mit seiner Tätigkeit als Schreiber hängt auch sein berühmtestes Wunder zusammen, denn als ihm nachts Kerzenlicht für das Schreiben fehlte, hätten die Finger seiner linken Hand angefangen zu leuchten, um ihm das nötige Licht zu geben.[2](Kapitel8)

Literatur

  • Helmut Flachenecker: Schottenklöster. Irische Benediktinerkonvente im hochmittelalterlichen Deutschland (= Quellen und Forschungen aus dem Gebiete der Geschichte. NF Bd. 18). Schöningh, Paderborn u. a. 1995, ISBN 3-506-73268-4 (Eichstätt, Universität, Habilitationsschrift, 1992).
  • H. Graf von Waldersdorff: St. Mercherdach und St. Marian und die Anfänge der Schottenklöster zu Regensburg, in: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg 34, 1879, S. 189–232.
  • Stefan Weber: Iren auf dem Kontinent. Das Leben des Marianus Scottus von Regensburg und die Anfänge der irischen «Schottenklöster», Heidelberg 2010 (mit Edition der Vita Mariani Scotti).
  • Stefan Weber: Leuchtende Finger, Feuersäulen und abstinente Iren – aus der Geschichte der irischen Schottenmönche in Süddeutschland, in: Beuroner Forum. Kulturelles, monastisches und liturgisches Leben in der Erzabtei St. Martin 3, 2011, S. 37–57.

Einzelnachweise

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