Marie Firgau

deutsche Lehrerin und Schulleiterin From Wikipedia, the free encyclopedia

Maria Victoria Marie Firgau (geboren 29. März 1845 in Hamburg; gestorben 14. Dezember 1935 ebenda) war eine deutsche Lehrerin und Schulleiterin.

Leben

Marie Firgau wurde am 29. März 1845 in Hamburg geboren. Ihre Eltern waren der aus Lübeck stammende Kaufmann Peter Friedrich Firgau und die aus Hamburg stammende Amalie Elisabeth Auguste geborene Tiede. Die Familie wohnte in St. Georg.[1] Zunächst besuchte Marie Firgau im Alter von 6 bis 10 Jahren die Vorschule von Fräulein von Königslöw, danach folgten 6 Jahre auf der Höheren Mädchenschule von Johanna Averdieck, einer Schwester von Elise Averdieck. Dort fing sie nach ihrem Schulabschluss auch als Lehrerin für die Elementar- und Mittelklasse zu unterrichten an. Firgau wechselte 1865 auf das Gut Bundhorst bei Plön als Erzieherin in der Familie Droege und betreute fünf der neun Kinder der Familie. Knapp vier Jahre später ging sie nach England, wo sie vom August 1869 bis Oktober 1870 an einer englischen Schule unterrichtete. Anschließend kehrte sie nach Hamburg zurück und arbeitete von April 1871 bis Oktober 1876 an der Höheren Mädchenschule von Ferdinand August Louvier. Weitere internationale Erfahrung sammelte sie in Paris, wo sie bis Januar 1881 als Lehrerin arbeitete.[2]

Schulvorsteherin

Zurück in Hamburg legte Marie Firgau 1881 ihre Schulvorsteherinnen-Prüfung ab und eröffnete zum 1. Oktober 1881 am Theresienstieg auf der Uhlenhorst eine Kursusschule, die zu Beginn von zehn Schülerinnen zwischen 15 und 16 Jahren besucht wurde. Ihre Schule wuchs und kurze Zeit später waren die Räumlichkeiten bereits zu klein. So zog Marie Firgau mit ihrer Schule in größere Räumlichkeiten in die Abendrothstraße 2 (heute: Osterbekstraße) um. Dort hatte sie im Jahr 1902 bereits 102 Schülerinnen. Sie entwickelte die Schule zu einer 10-stufigen Höheren Mädchenschule mit anschließender Selekta.[2]

Schulgebäude in der Sierichstraße 53

Ein weiterer Umzug stand 1895 erneut aufgrund von Platzmangel an. Firgau zog mit ihrer Schule in die Adolpfstraße 22 (heute: Herbert-Weichmann-Straße) und als auch dort erneut der Raum zu eng wurde, wurde 1910 in der Sierichstraße 53 neu gebaut. Selbst zog Marie Firgau in eine Wohnung im Obergeschoss. Ihre Schule hatte inzwischen 300 Schülerinnen. Zu ihren Schülerinnen pflegte sie einen freundlichen Umgangston, jedoch keinen familiären. Die Schülerinnen stammten aus gebildeten Familien und in der Schule wurde nicht nur der Verstand gebildet, sondern auch "das Gemüt geprägt". "Echte Religiosität" sollten die geistigen und sittlichen Kräfte der Mädchen entwickeln. Die Zahl der Schülerinnen war beschränkt, so solle jeder einzelnen Schülerin „eine genaue Berücksichtigung“ finden. In der Woche wurde 29 Stunden unterrichtet und zu den Unterrichtsfächern gehörte Religion, Kirchengeschichte, Deutsch, Grammatik und Literatur (mit genügender Betonung auch der modernen Dichter), Geschichte, Übung in der Betrachtung von Kunstwerken in Museen und Privatgalerien, Naturgeschichte, Physik, Küchenchemie, verbunden mit praktischen Übungen, Französisch, Englisch, Rechnen, Mathematik, Schreiben, Zeichnen, Gesang, Handarbeit und Turnen wie auch Tanzen.[2]

Späte Jahre

Grabstein von Marie Firgau

Marie Firgau zog sich 1911, im Alter von 66 Jahren aus dem Schulbetrieb zurück. Sie blieb in ihrer Wohnung im Obergeschoss des Schulgebäudes wohnen und nahm weiter regen Anteil am Schulbetrieb. Ihre Nachfolgerin wurde Rebecca Beit (1860–1929) und auf sie folgte Bertha Helene Mosengel (geb. 1881). Eine von der Hamburger Künstlerin Frieda Mathaei-Mitscherlich (1880–1970) entworfene Bronzeplakette wurde ihr zum 50. Schuljubiläum am 1. Oktober 1931 überreicht. Ihre Schule musste durch Helene Mosengel 1938 geschlossen werden, der Grund dazu war „Der Abbau der Grundschule und die Neuordnung des Schulwesens“.

Marie Firgau starb am 14. Dezember 1935. Für sie wurde ein Erinnerungsstein in der Erinnerungsspirale auf dem Friedhof Ohlsdorf im Garten der Frauen geschaffen.[3]

Commons: Marie Firgau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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