Marie Glassl
Dramaturgin, Übersetzerin und Verlegerin
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Marie Glassl (* 1991) ist eine Dramaturgin, Übersetzerin und Verlegerin. Ihr Fokus liegt auf Materialitäten und Materialisierungen von Sprache sowie der frühen feministischen Tradition Italiens.
Werdegang und Tätigkeit
Nach dem Studium der Literaturwissenschaft, Philosophie und Politikwissenschaft in Frankfurt am Main und Venedig und einer langjährigen Kooperation mit der Biennale di Venezia arbeitete sie eng mit interdisziplinären Kunstschaffenden aus Tanz, Theater und Performance wie Constanza Macras (Dorky Park),[1][2][3][4] Emma Waltraud Howes[5] und Miller de Nobili[6] sowie internationalen Festivals und Institutionen wie der Volksbühne Berlin, dem Goethe-Institut oder den Kunstfestspielen Hannover, zusammen.
Glassl ist seit 2023 künstlerische Programmleiterin des Espace Diaphanes Berlin und Verlegerin des mehrsprachigen unabhängigen Verlags Diaphanes Literatur.[7][8] Dort gibt sie auch die übersetzten Werke der italienischen Autorin Alice Ceresa[9][10] und die Reihe aktion_fiktion[11] heraus, eine Serie poetisch-performativer Interventionen, die die kollektive und aktivistische Dimensionen von Sprache in den Blick nimmt.
Sie ist Vorsitzende der Scuola di Proteo, einem Ausstellungs- und Diskursort in Murano/Venedig. Dort entwickelt sie in Kooperation mit einem internationalen Board sowie Kunstschaffenden, Forschenden, Autoren und einem kritischen Publikum mehrjährige Themenstellungen und disziplinübergreifende Projekte zwischen ästhetischen und gesellschaftspolitischen Fragen, wie bspw. 2024–2026 das Ausstellungs- und Rechercheprojekt On Wasted Grounds in Zusammenarbeit mit Michael Heitz.[12]
Glassl übersetzt zudem literarische, poetische Texte und politische Theorie aus dem Englischen und Italienischen und ist Mitherausgeberin des Magazin Diaphanes[13], in dem sie auch eine Reihe von Interviews und Gesprächen mit aktuellen Akteuren aus Kunst und Diskurs präsentiert.[14][15] Sie schreibt zu literaturwissenschaftlichen und ästhetischen Fragestellungen und war Beitragende bei zahlreichen Konferenzen, Lectures und Festivals zwischen Kunst und Forschung.[16]
Übersetzungen und Publikationen (Auswahl)
- Alice Ceresa: La fille prodigue. Aus dem Italienischen von Michèle Causse. Hg. von Marie Glassl. Berlin 2026.[17]
- Alice Ceresa: Le mort du père. Aus dem Italienischen von Adrien Pasquali. Hg. und mit einem Nachwort von Marie Glassl. Berlin 2026.[17]
- Marie Glassl: "Verschwinden"/"Vanish". In: Marianne Halter/Mario Marchisella "Glossar". Zürich 2025.[18]
- Alenka Zupancic: Antigones Parallaxe. Aus dem Englischen von Marie Glassl. Zürich 2025.[19]
- Alice Ceresa: Kleines Wörterbuch der Weiblichen Ungleichheit.[20] Hg. und mit einem Nachwort von Marie Glassl. Berlin 2025.
- Marie Glassl in conversation with Ines & Eyal Weizman: „The Gap Between the Images“. In: Ines & Eyal Weizman: Before & After. Zürich 2025.[21]
- Marie Glassl: "Macras Mysterium", in: Constanza Macras/Dorkypark, Memory is Fragile. Leipzig 2025.[22]
- Thomas Köck: un gran casino. Berlin 2025. In der Reihe aktion_fiktion, hg. von Marie Glassl.
- Marie Glassl: "Das (r)evolutionäre Ich" in: (Hgg.) Tatiana Crivelli/Tania Collani: Alice Ceresa, tradotta e traduttrice. LH – Littera Helvetica 2025.[23]
- Allison Grimaldi Donahue: The History of Breathing. Berlin 2025. In der Reihe aktion_fiktion, hg. von Marie Glassl.
- Marie Glassl (Hg.): Bildbeschreibung. Literarisches Projekt mit Texten von Ivy Nuss, Logan February, Ariane Koch, Gorge Bataille, Samuel Hamen, Christian Filips, Amandine André, Gomes/Thermann, Berlin 2024.[24]
- Marie Glassl im Gespräch mit Ines & Eyal Weizman: „Die Lücke zwischen den Bildern“. In: Ines & Eyal Weizman: Vorher & Nachher. Aus dem Englischen von Marie Glassl. Zürich 2024.[25]
- Bang Bang Baroque–a glitch opera. Ausstellungstext zum gleichnamigen Film und Ausstellung von Emma Waltraud Howes.
- Alice Ceresa: Der Tod des Vaters. Hg., übersetzt und mit einem Nachwort von Marie Glassl. Zürich/Berlin 2024.[26]
- Marie Glassl/Sophie Lewis: Surrogate Abolition. On Gestational Communism/Stellvertretende Abschaffung. Zürich 2023.[15]
- Roberto Esposito: Institution und Biopolitik. Aus dem Italienischen von Marie Glassl. Zürich 2021.