Mary Anning (Film)
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Mary Anning ist ein belgisch-schweizerischer Animationsfilm von Marcel Barelli aus dem Jahr 2025. Die Grundlage der Handlung bilden Ereignisse aus dem Leben der gleichnamigen Paläontologin.
| Film | |
| Titel | Mary Anning |
|---|---|
| Produktionsland | Schweiz, Belgien |
| Originalsprache | Französisch |
| Erscheinungsjahr | 2025 |
| Länge | 72 Minuten |
| Produktionsunternehmen | Nadasdy Film |
| Stab | |
| Regie | Marcel Barelli |
| Drehbuch | Marcel Barelli
|
| Produktion | Nicolas Burlet
|
| Musik | Shyle Zalewski |
| → Synchronisation | |
Handlung
England, 1811[1]: Die junge Mary gilt unter den Einwohnern der Küstenstadt Lyme Regis schon lange als sonderbar und eigensinnig. Sie zeigt großes Interesse für das in ihrer Heimat verrufene Forschungsfeld der Paläontologie und widerspricht mit ihren Entdeckungen nicht nur der Kirchenlehre, sondern setzt damit auch Fuß in ein von Männern dominiertes Gebiet. Nur die Familie steht hinter Mary und ihrem Entdeckergeist – insbesondere Vater Richard, der ihre Leidenschaft für Fossilien teilt.
Eines Tages begegnet das Mädchen einem Professor aus Oxford, der von ihrem Gespür für die Forschung begeistert ist. Der Mann namens William Buckland kauft einen von Marys Ammoniten und hinterlässt seine Anschrift, falls sie weitere Entdeckungen machen sollte. Doch die Freude über die unerwartete Begegnung soll nicht lange halten. Bei einem Unwetter gerät Marys Vater an der Küste in einen Steinschlag. Kurz darauf erliegt er seinen Verletzungen und das Mädchen muss ihren Vater zu Grabe tragen. Er hinterlässt seiner Tochter eine sonderbare Zeichnung, die sie vor ein Rätsel stellt.
Der Verlust belastet die Familie nicht nur emotional, sondern auch finanziell. Sie sind hoch verschuldet und ohne das zusätzliche Einkommen droht der Verlust des Hauses. Um die Schulden zu begleichen, verkauft Mary einige ihrer Fundstücke und nimmt unfreiwillig die Arbeit als Kinderbetreuerin an. Dabei lernt sie Henry und seinen Vormund kennen, Elizabeth Philpot. Die junge Frau ist eine Studentin der Physik und strebt nach eigenen Veröffentlichungen in der von Männern dominierten Wissenschaft. Gemeinsam finden sie und Mary heraus, dass es sich bei der Zeichnung ihres Vaters um einen Skleralring handeln muss – ein äußerst seltenes Fossil, dessen Verkauf die hohen Schulden der Familie begleichen könnte. Die Freunde machen sich auf den Weg zur Küste, um das Skelett ausfindig zu machen. Doch die Suche erweist sich als große Herausforderung.
Als Mary kurz vor dem Aufgeben steht, schmeißt sie vor Wut einen Stein gegen die Felswand. Dabei kommt der Schädel des Fossils zum Vorschein. Mit vereinten Kräften bergen die Freunde den bedeutsamen Fund und verbringen diesen sicher nach Lyme Regis. Die Entdeckung wird jedoch schnell von den ungläubigen Stadtbewohnern und ihrem Gemeindepfarrer als die mutmaßlichen Überreste eines Krokodils abgetan. Mary kann es nicht glauben und macht sich erneut auf den Weg zur Küste. Es gelingt ihr schließlich, den fehlenden Teil des Skeletts freizulegen. Doch dieser bricht aus der Felswand heraus und versinkt im Meer. Mary bittet den Kapitän Kurios und eine Klassenkameradin, die gute Schwimmerin Fanny Miller, sie bei der Bergung des Fossils zu unterstützen. Das Vorhaben gelingt und Mary liefert mit dem Körper des Urzeitwesens einen endgültigen Beweis für dessen Existenz. Auch Mr. Buckland ist begeistert über den Fund. Er leitet den Verkauf des Fossils in die Wege und verspricht Marys Familie finanzielle Zuwendung, um das Mädchen bei ihren Forschungen zu unterstützen.
Produktion und Veröffentlichung

Mary Anning entstand als Regieprojekt des Schweizer Filmemachers Marcel Barelli. Seines Zeichens auf animierte Dokumentarfilme spezialisiert, schuf er hiermit sein erstes Werk in Spielfilmlänge. Das historische Vorbild der Handlung war Barelli schon von Kindheitstagen an bekannt. Er hielt den rebellischen und inspirierenden Charakter der Paläontologin für ideal, um eine Geschichte für Kinder zu erzählen.[1][2]
Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem Studio Nadasdy Film realisiert. Die Animation erfolgte mit Hilfe der Puppet-Rig-Technik, wodurch das Unternehmen die Produktionskosten vergleichsweise gering halten konnte.[2]
Die musikalische Gestaltung des Filmes unterlag dem Komponisten Shyle Zalewski.
Im Juni 2025 feierte Mary Anning seine Weltpremiere auf dem Internationalen Animationsfilmfestival Annecy (Frankreich).[3] Die deutsche Fassung wurde erstmals im September 2025 auf dem LUCAS-Filmfestival präsentiert.[4] Beim DOK Leipzig war der Film für den Young Eyes Film Award nominiert.[5]
Synchronisation
| Rolle | Originalsprecher |
|---|---|
| Mary Anning | Camille D'Hainaut |
| Joseph Anning | Jason Vansilliette |
| Molly Anning | Alexia Depicker |
| Richard Anning | Laurent Bonnet |
| Henry | Bastien Van Dyck |
| Elisabeth Philpot | Johanne Pastor |
| Gemeindepfarrer | Jean Pierre Baudson |
| Kapitän Kurios | Claude Musungayi |
| Madame Miller | Bérénice Philippon |
| Fanny Miller | N/A |
| William Buckland | Aurélien Ringelheim |
Rezeption
Max Borg von The Film Verdict beschreibt Mary Anning als einen Film mit Liebe zum Detail. Die visuelle Kreativität von Regisseur Marcel Barelli sei nach wie vor ungebrochen, makellos und fesselnd. Im Vergleich zu früheren Projekten des Filmemachers würde hier für das erwachsene Publikum vielleicht weniger zu entdecken sein. Dennoch sieht der Kritiker in dem Werk ein charmantes, unverwechselbares Animations-Abenteuer für alle Altersgruppen.[6]