Mathilde Dardant
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Mathilde Dardant (geboren am 16. April 1911 in Folles; gestorben am 6. Oktober 1942 in Montfort-l’Amaury; für tot erklärt am 13. März 1947) war eine französische Résistante. Sie wurde von der Résistance-Gruppe der Groupe Valmy[A 1] ermordet.

Leben
Mathilde Dardant wurde am 15. November 1908 in einer atheistischen Familie mit linksgerichteten Ansichten geboren. Sie war das jüngste von vier Kindern. Ihr Vater, Jules Dardant, war Landwirt, Mitglied der Sozialistischen Partei, Gewerkschafter und Mitglied einer Bauerngenossenschaft. Ihre Mutter, Amélie Chazaud, war Schneiderin. Sie waren standesamtlich verheiratet und ließen ihre Kinder nicht taufen. Ihr Onkel, Henri Dardant, war ein kommunistischer Aktivist, ebenso wie ihr Bruder Félix. Ihre ältere Schwester Marguerite war während des Zweiten Weltkriegs Verschlüsselerin der Kommunistischen Partei.[1][2]
Vermutlich ist Mathilde Dardant 1933 nach Paris gezogen und arbeitete dort im Krankenhaus.[3] Sie stand ab 1940 Zeit mit Benoît Frachon in Kontakt. Ab diesem Zeitpunkt wurde Mathilde Dardant Verbindungsfrau von Jacques Duclos, der de facto die Führung der im Untergrund agierenden Kommunistischen Partei übernommen hatte. Nach der Verhaftung ihrer Schwester im November 1941 (die deportiert wurde) teilte sie ihren Eltern mit, dass sie aus Vorsichtsgründen aufhören müsse, ihnen zu schreiben. Im Laufe des Jahres 1942 verschwand sie vollständig.[1]
Tatsächlich wurde sie am 6. Oktober 1942 auf Befehl von oben von der Gruppe Valmy hingerichtet. Diese Hinrichtung wurde jedoch geheim gehalten, insbesondere weil die Gründe dafür unklar sind: Es scheint, als habe man Mathilde Dardant eine Reihe von Unachtsamkeiten vorgeworfen, die mit ihrem schlechten Sehvermögen zusammenhingen. Möglicherweise war sie die Geliebte von Frachon.[4]
Mathilde wurde schließlich am 13. März 1947 gerichtlich für tot erklärt. Marcel Servin[5] übergab jedoch am 28. September 1949 einen Bericht an Maurice Thorez, in dem er die Verantwortung der Valmy-Gruppe hervorhob.[6] Tatsächlich steht nun fest, dass Mathilde Dardant am 6. Oktober 1942 von Marius Bourbon[7] auf Befehl von Raymond Dallidet aus ungeklärten Gründen hingerichtet wurde.[8][9][1]
Im Text von Emmanuel de Chambost, der sich auf den internen Bericht der Kommunistischen Partei aus dem Jahr 1949 bezieht, heißt es:
„‚Was ist das Motiv für diesen Mord?‘, fragen sich Berlière und Liaigre abschließend (S. 378). Die Gefährlichkeit von Mathilde aufgrund ihrer Kurzsichtigkeit oder – was wahrscheinlicher ist, wie die Beamten der BS vermutet hatten – die Befürchtung, dass die junge Frau aus Liebeskummer Rache nehmen wolle? Wie dem auch sei, die Parteiführung hat tatsächlich den Befehl erteilt, Mathilde Dardant zu töten.“
Der Name Mathilde Dardant ist auf dem Kriegerdenkmal der Gemeinde Folles und auf dem Gedenkstein für die Jahre 1939–1945 im Jardin d’Orsay in Limoges verzeichnet.[1]
Literatur
- Jean-Marc Berlière, Franck Liaigre: Liquider les traîtres La face cachée du PCF 1941–1943. Robert Laffont, 2015, ISBN 978-2-221-14489-3 (google.de).
Weblinks
- Jean-Pierre Ravery: DARDANT Mathilde. In: Le Maitron. (französisch).
Anmerkungen
- Die Valmy-Gruppe war eine Widerstandsgruppe innerhalb der französischen Polizei. Siehe dazu weiterführend den Artikel Armée des Volontaires (résistance) in der frankophonen Wikipédia.