Mathilde Wolff Van Sandau
britische Suffragette
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Elise Eugenie (Elsie) Mathilde Wolff Van Sandau (* 1843 in Dresden; † 29. August 1926 in Putney, London) war eine britische Suffragette.[1]
Leben
Wolff Van Sandau wurde als Tochter von Ernst Wolff (oder Woolf) und Bethia Friedericke Wolff, geborene Schwabe, in Dresden geboren, wohin die Eltern Anfang der 1840er Jahre von London gezogen waren. Der Großvater mütterlicherseits war ein Dr. E. Schwabe, Privatkaplan der Herzogin von Kent.[2] Forschungen der British Library legen nahe, dass sie den Zusatz „Van Sandau“ selbständig ihrem Namen hinzufügte und verschiedene Schreibweisen ihres Namens verwendete, darunter Elsie, als sie als Suffragette verhaftet wurde.[1]
Sie war Pianistin und Musiklehrerin.[1]
Wolff Van Sandau schloss sich der militanten Women’s Social and Political Union (WSPU) an und protestierte für das Frauenwahlrecht. Sie gehörte zu den Frauen, die am 18. November 1910, dem sogenannten Schwarzen Freitag, etwa sechs Stunden lang von Polizisten und Männern aus der Menge angegriffen wurden, als sich eine Frauendeputation dem House of Commons näherte, jedoch am Betreten gehindert wurde.[3] Über 100 Frauen wurden verhaftet, darunter „Wolff de Sandau“, wie die Times am folgenden Tag berichtete,[4] doch alle Frauen wurden schließlich ohne Anklage freigelassen.[5]
Anfang März 1912 beteiligte sich Casey zusammen mit über 100 anderen Frauen an mehreren Protestaktionen der WSPU in Form von Einschlagen von Schaufenstern im Zentrum Londons.[2] Die Frauen verbargen große Steine und Hämmer unter ihren Röcken und zerstörten in einer koordinierten Aktion Schaufenster in der Regent Street, der Oxford Street und in der Umgebung. Sie wurde zusammen mit Katie Mills verhaftet, nachdem sie die Fenster des Postamts am Howick Place eingeschlagen hatten, da Postdienste von Suffragetten als „Symbol einer unterdrückerischen männlichen Regierung“ angesehen wurden.[6] Wolff Van Sandau wurde ins Gefängnis gebracht und trat unmittelbar in den Hungerstreik. Nach ihrer Freilassung wurde sie von der WSPU-Führung mit der sogenannten „Hungerstreik-Medaille“ For Valour, datiert auf den 4. März 1912, den Tag der Tat, ausgezeichnet. Die Hungerstreik‑Medaille von Wolff Van Sandau wurde hundert Jahre später in einer Schublade eines Hauses in London wiederentdeckt und im Juni 2019 in Derbyshire versteigert.[7][8]
Wolff Van Sandau ist in der sogenannten Roll of Honour of Suffragette Prisoners der Suffragette Fellowship aufgeführt.[9]
In der Liste der offiziellen Begnadigungen verurteilter Suffragetten im Rahmen des Stillhalteabkommens der WSPU mit der Regierung zu Beginn des Ersten Weltkriegs[10] ist Wolff Van Sandau als Elsie und als Mathilde insgesamt mit drei Verhaftungen aufgeführt.[11][12]
Bereits 1895 hatte Wolff Van Sandau einen der ersten Schachklubs für Frauen gegründet und wurde Gründungsmitglied und erste Vizepräsidentin des London Ladies Chess Club, der zunächst gegen Männerklubs antreten musste.[13] Sie richtete Sitzungen des Schachkomitees in ihrem Haus aus. Zudem inserierte sie im Klubmagazin für ihren Musikunterricht, ihre Auftritte und ihre Verfügbarkeit für eine formellere schulische Anstellung.[14]
1897 gehörte Wolff Van Sandau, eine überzeugte Vegetarierin, zu denjenigen, die vor einem Publikum von 700 Personen beim 4. Internationalen Vegetarierkongress der International Vegetarian Union in London auftraten.[15] Später wurde sie zur ehrenamtlichen Sekretärin der Brighton and Hove Vegetarian Society gewählt.[16]
Wolff Van Sandau im Alter von 83 Jahren in einem Pflegeheim in Putney und wurde als „Matilda Wolff“ auf dem Putney Vale Cemetery beigesetzt.[1]