Matilda Sturge

englisch-britische Quäker-Predigerin, Dichterin und Essayistin From Wikipedia, the free encyclopedia

Matilda Sturge (* 29. Mai 1829 in St Pauls, Bristol; † 13. Juni 1903 in Winscombe, Somerset) war eine englisch-britische Quäker-Predigerin, Dichterin und Essayistin. Sie schrieb Essays zu einer Vielzahl von Themen, darunter Religion, Biografie, Geschichte und soziale Fragen wie Abstinenz und die Stellung der Frau. Ihre Schriften über Frauen stellen ihre Protagonistinnen als erfolgreich dar, weil ihnen die Freiheit dazu gewährt wurde. Sturge gilt als eine Persönlichkeit, die eine unterschätzte Rolle in der Erneuerung der Quäkerbewegung spielte.[1]

Leben

Sturge war das sechste von acht Kindern von Sarah (geborene Stephens, 1789–1867) und Jacob Player Sturge (1793–1857), einem Landvermesser. Sie wuchs in einer strengen Quäkerfamilie auf, in der ihre Kleidung schlicht war und ihre Lektüre sowie ihre Unterhaltung eingeschränkt wurden. Diese meisten ihrer Altersgenossinnen aus anderen Quäkerfamilien erfuhren mehr Freiheit. Joseph Sturge, der führende Abolitionist, war ihr Cousin ersten Grades.

Sie schrieb Essays und Biografien zu führenden Quäkern, die über drei Jahrzehnte lang in Quäker-Zeitschriften veröffentlicht wurden. Zu ihren Themen gehörten die Pädagogin Mary Carpenter in Bristol, die Aktivistin für Frauenrechte in Indien Pandita Ramabai und Dorothy Wyndlow Pattison, die Krankenhäuser in Walsall gegründet hatte. Näher an ihrem eigenen Umfeld schrieb sie über ihre Nichte Emily Sturge und ihre Freundin, die Quäkerpredigerin Ann Hunt.[2] Außerdem verfasste sie Texte zu anderen Themen, darunter soziale Fragen, Abstinenz, Geschichte und Religion.

Sturge unterrichtete in der Sonntagsschule und in einer First Day School. Viele ihrer Zeitgenossinnen besuchten Vorlesungen für Frauen in Bristol, und es ist gut möglich, dass auch Sturge daran teilnahm.

1870 begann sie eine dreißigjährige Verbindung mit dem Friends’ Quarterly Examiner. Sie steuerte Beiträge bei und könnte zeitweise auch redaktionelle Aufgaben übernommen haben. 1880 schrieb sie über vier bedeutende Quäkerinnen: Mary Dudley (1750–1823), eine Predigerin, deren Tochter Elizabeth Dudley (1779– 1849), die Gefängnisreformerin Elizabeth Fry (1780–1845) und Hannah Chapman Backhouse (1787–1850). Das Buch trug den Titel Types of Quaker Womanhood und wurde von der Friends’ Tract Association veröffentlicht.[3] Ihre Darstellung zeigte, dass diese Quäkerinnen, die weniger Einschränkungen in ihrem Leben erfahren hatten, dadurch Gutes bewirken konnten.

Wichtig ist aber vor allem ihr durch eine Vielzahl von Artikeln in den Zeitschriften der Quäker gemachter Beitrag zur Renaissance des Quäkertums. Sturges langjähriges Engagement für die moderne Bibelauslegung und ihre Treue zu den grundlegenden Merkmalen des frühen Quäkertums auf der einen Seite und ihre gleichzeitig Beteiligung an einigen der zentralen Aktivitäten des evangelikalen Quäkertums, machen sie, gerade auch als Frau, zu einem Bindeglied zwischen Liberalen und Evangelikalen bei der Wiederbelebung des Quäkertums im Vereinigten Königreich des 19. Jahrhunderts.

Ihre Gedichte wurden 1896 in The Quaker Poets of Great Britain and Ireland aufgenommen.[4]

Sturge starb 1903 in Winscombe.

Literatur

  • Margaret Allen: Sturge, Matilda (1829–1903). In: H. C. G. Matthew und Brian Harrison (Hrsg.): Oxford Dictionary of National Biography. Oxford 23. September 2004, doi:10.1093/ref:odnb/57740.
  • Margaret Allen: Matilda Sturge: Renaissance Woman. In: Women’s History Review. Band 7, Nr. 2, 1. Juni 1998, S. 209–226, doi:10.1080/09612029800200168.

Einzelnachweise

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