Emily Sturge
englisch-britische Aktivistin für Frauenbildung und Frauenwahlrecht
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Emily Sturge (* 20. April 1847 in Cotham, Bristol; † 3. Juni 1892 ebenda) war eine englisch-britische Aktivistin für Frauenbildung und das Frauenwahlrecht.[1]


Leben
Sturge war das erste von elf Kindern von Charlotte Allen (1817–1891) und William Sturge (1820–1905), einem Landvermesser und Grundstücksverwalter.[2][3] Die Familie Sturge gehörte zu den führenden britischen Quäkern und war durch Heirat mit vielen anderen bedeutenden Quäkerfamilien verbunden. Ihre die Kindheit überlebenden Geschwister waren Margaret, Elizabeth, William Allen, Mary Charlotte, John Player, Helen Maria, Clement Young und Caroline. Fünf der Sturge-Töchter engagierten sich für die Verbesserung der Chancen von Frauen auf eine höhere Bildung, doch Emily und Elizabeth waren die treibenden Kräfte.[3] Sturges eigene Ausbildung endete nach Schulbesuchen in Weston-super-Mare und Frenchay im Alter von vierzehn Jahren, aber ihre jüngeren Schwestern konnten eine höhere Bildung erlangen. Das University College in Bristol wurde 1876 gegründet. Auch wenn es erst 1909 als Universität anerkannt wurde, organisierte das College Vorlesungen, die Frauen, darunter die Sturge-Schwestern, besuchen konnten. Sturges eigene weitere Bildung beruhte vornehmlich auf Selbststudium.
Sturges widmete ihre Zeit intensiv dem Frauenwahlrecht und der Förderung der Frauenbildung. Ab 1872/1873 war sie Mitglied und von 1878 bis zu ihrem Tod ehrenamtliche Sekretärin der westenglischen Zweigstelle der National Society for Women’s Suffrage. Sturge besuchte öffentliche Versammlungen, hielt Reden und versuchte über die Liberal Party das Frauenwahlrechts durch eine Wahlrechtsreform realisiert zu bekommen. Sie war eine führende Persönlichkeit in der Bristol Women’s Liberal Association, die um 1880 zusammen mit ähnlichen Zweigstellen in anderen Quäker-Hochburgen gegründet worden war. Die Gruppe forderte parlamentarische und kommunale Kandidaten auf, ihre Ansichten zum Frauenwahlrecht darzulegen.
Sturge wurde im Januar 1880 für die Liberal Party in das School Board von Bristol gewählt, eines der Gremium für das Frauen gewählt werden konnten. Sie setzte sich für kostenlose Schulmahlzeiten ein, für Abendschulen und für den Zugang von Frauen und Mädchen zu technischer Ausbildung. Ein weiteres Anliegen war die Lehrerinnenausbildung. Sturge organisierte in den späten 1880er Jahren eine Spendenkampagne für das neue, auch Frauen offen stehende University College und sie half bei der Einrichtung einer Tagesschule zur Ausbildung von Lehrerinnen am University College, die im Oktober 1892 eröffnet wurde. Sturge war auch an der Einrichtung einer Kochschule in Bristol beteiligt, um Lehrerinnen für Hauswirtschaft auszubilden, wobei unter anderem Gelder verwendet wurden, die aus dem Technical Instruction Act von 1889 stammten. Zuletzt im Januar 1892, kurz vor ihrem Tod, wurde Sturge in das School Board von Bristol wiedergewählt.
Zusammen mit ihrer Schwester war sie an der Gründung der Redland High School for Girls beteiligt, die 1882 eröffnet wurde. Beide Schwestern waren auch Mitglieder des Aufsichtsgremium. 2018 und 2021 wurden für die Schwestern Sturge an den Standorten der Nachfolgeschule Blue Plaques angebracht.[4]
Im Rahmen ihres Einsatzes für das Frauenwahltrecht wurde sie 1878 Sekretärin der westenglischen Zweigstelle der National Society for Women’s Suffrage, nachdem sie seit 1872 Mitglied gewesen war, und die Mitglieder der Gesellschaft waren regelmäßige Besucher in ihrem Haus.
Sturge gehörte zu den Unterzeichnerinnen eines Unterstützungsschreibens, das an die erste Versammlung des International Council of Women gesandt wurde, die 1888 in Amerika stattfand. Weitere Unterzeichnerinnen waren unter der Überschrift „In the Fellowship of Womanhood“ Helen Bright Clark, Maria Colby, Margaret Tanner, Mary Estlin und Louisa Swann.[5]
Sturge starb früh 1892 an den Folgen eines Sturzes vom Pferd. Sie wurde auf dem Quäker-Friedhof in Bristol, beigesetzt. Ein wurde von Ihre Tante Matilda Sturge verfasste einen Nachruf.[6]