Matzendorf (Gemeinde Matzendorf-Hölles)

Ortschaft im Bezirk Wiener Neustadt-Land From Wikipedia, the free encyclopedia

Matzendorf ist eine Ortschaft und eine Katastralgemeinde der Gemeinde Matzendorf-Hölles im Bezirk Wiener Neustadt in Niederösterreich mit 1833 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025).[1] Bis Ende 1970 bildete der Ort eine selbständige Ortsgemeinde.[2]

Schnelle Fakten
Matzendorf (Dorf)
Ortschaft
Katastralgemeinde Matzendorf
Matzendorf (Gemeinde Matzendorf-Hölles) (Österreich)
Matzendorf (Gemeinde Matzendorf-Hölles) (Österreich)
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Wiener Neustadt (WB), Niederösterreich
Gerichtsbezirk Wiener Neustadt
Pol. Gemeinde Matzendorf-Hölles
Koordinaten 47° 53′ 29″ N, 16° 12′ 50″ Of1
Höhe 285 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 1833 (1. Jän. 2025)
Fläche d. KG 8,91 km² (31. Dez. 2023)
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 06648
Katastralgemeindenummer 23422
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; NÖGIS
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1833

BW

Geografie

Der Ort befindet sich an der Westseite des Wiener Beckens knapp nördlich von Wiener Neustadt und wird von der Landesstraße L151 erschlossen. Im Westen führt die Süd Autobahn am Ort vorbei. Am 1. April 2020 umfasste die Ortschaft 924 Adressen.[3]

Geschichte

Im 18. Jahrhundert betrieben die ansässigen Bauern Feldbau und verkauften Holz und Pech.[4]

Im Jahr 1822 wurde der Ort als Dorf mit 45 Häusern genannt, das über eine Pfarre und eine Schule verfügte. Die Herrschaft Enzesfeld besaß die Ortsobrigkeit, besorgte die Konskription und hatte die Grundherrschaft inne. Die Landgerichtsbarkeit wurde von der Herrschaft Weikersdorf ausgeübt.[5]

Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in der Ortsgemeinde Matzendorf ein Bäcker, ein Fleischer, ein Friseur, zwei Gastwirte, drei Gemischtwarenhändler, ein Landesproduktehändler, ein Maurermeister, ein Schmied, zwei Schuster, ein Viktualienhändler und einige Landwirte ansässig.[6] Im Rahmen der Niederösterreichischen Kommunalstrukturverbesserung vereinigten sich per 1. Jänner 1971 die damaligen Ortsgemeinden Matzendorf und Hölles.[2]

Siedlungsentwicklung

Zum Jahreswechsel 1979/1980 befanden sich in der Katastralgemeinde Matzendorf insgesamt 128 Bauflächen mit 65.423 m² und 162 Gärten auf 103.491 m², 1989/1990 gab es 143 Bauflächen. 1999/2000 war die Zahl der Bauflächen auf 327 angewachsen und 2009/2010 bestanden 756 Gebäude auf 1807 Bauflächen.[7]

Bodennutzung

Die Katastralgemeinde ist landwirtschaftlich geprägt. 461 Hektar wurden zum Jahreswechsel 1979/1980 landwirtschaftlich genutzt und 358 Hektar waren forstwirtschaftlich geführte Waldflächen. 1999/2000 wurde auf 458 Hektar Landwirtschaft betrieben und 358 Hektar waren als forstwirtschaftlich genutzte Flächen ausgewiesen. Ende 2018 waren 346 Hektar als landwirtschaftliche Flächen genutzt und Forstwirtschaft wurde auf 371 Hektar betrieben.[7] Die durchschnittliche Bodenklimazahl von Matzendorf beträgt 36,3 (Stand 2010).

Sehenswürdigkeiten

Schöpfwerk Matzendorf

Bei Matzendorf wurden vier Brunnen mit elektrisch betriebenen Pumpen errichtet, drei auf dem Gemeindegebiet von Matzendorf, und am 3. November 1909 in Betrieb genommen, um in die I. Wiener Hochquellenleitung Wasser einzuspeisen. Das Schöpfwerk Matzendorf linderte damit den damals in Wien herrschenden Wassermangel.

Persönlichkeiten

  • Julius Kinner (1837–1894), Buchbinder, Gastwirt und Gemeinderat in Wiener Neustadt
  • Karl Wegerer (1897–1965), Landwirt, Bürgermeister und Abgeordneter zum Landtag, wuchs hier auf

Literatur

  • Friedrich Wilhelm Weiskern: Topographie von Niederösterreich, in welcher alle Städte, Märkte, Dörfer, Klöster, Schlößer, Herrschaften, Landgüter, Edelsitze, Freyhöfe, namhafte Oerter u.d.g. angezeiget werden, welche in diesem Erzherzogthume wirklich angetroffen werden, oder sich ehemals darinnen befunden haben. Band 1: A–M. Druckerei Joseph von Kurzböck, Wien 1768, S. 390 (Ausgabe 1769; Matzendorf in der Google-Buchsuche).
  • Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens, durch umfassende Beschreibung aller Burgen, Schlösser, Herrschaften, Städte, Märkte, Dörfer, Rotten etc. etc., topographisch-statistisch-genealogisch-historisch bearbeitet und nach den bestehenden vier Kreis-Vierteln [alphabetisch] gereiht. [Teil:] Viertel unterm Wienerwald. 7 von 34 Bänden. 3. Band: Klosterthal bis Neunkirchen. Mechitaristen, Wien 1831, S. 200 (MatzendorfInternet Archive).
  • Ortsverzeichnis 2001 Niederösterreich (PDF; 4,8 MB), Statistik Austria, Wien 2005, ISBN 3-902452-42-0, S. 371.

Einzelnachweise

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