Maureen Lehane

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Maureen Theresa Lehane,[1] verheiratete Maureen Wishart, (geboren am 18. September 1932 in London; gestorben am 27. Dezember 2010[2] in Great Elm, Somerset) war eine englische Konzert- und Opernsängerin (Mezzosopran), Dozentin. Sie war auf Händel-Opern spezialisiert und gründete das „Great Elm Music Festival“ und den „Jackdaws Music Education Trust“.

Leben

Lehane war eine Tochter des Mathematiklehrers Christopher Lehane († 1970) und dessen Frau Honor (geborene Millar; † 1996), die irischer Abstammung waren und der unteren Mittelschicht angehörten. Die Familie unternahm mehrere Reisen ins Ausland und erwarb mit dem Nachlass des Großvaters väterlicherseits ein Haus in Barnet. Sie hatte einen jüngeren Bruder Brendan Lehane (1936–2020), der Journalist und Historiker wurde. Nach ihrem Schulabschluss an der Queen Elizabeth’s Girl’s Grammar School in Barnet studierte sie zunächst an der Hornsea School of Art und wechselte an die Guildhall School of Music and Drama in London. Sie ging anschließend nach Berlin, wo sie ihre Ausbildung bei Hermann Weißenborn an der Hochschule für Musik sowie bei den australischen Musikpädagogen Aida und John Dickens fortsetzte, von denen auch Joan Sutherland unterrichtet worden war.

Erste Auftritte hatte sie in Stücken von William Schwenck Gilbert (1836–1911) und Arthur Sullivan (1842–1900) und 1953 sang sie den Messias in der Kirche St Margaret Lothbury.[3]

1967 trat Lehane beim Glyndebourne Festival in Francesco Cavallis Barockoper L’Ormindo an der Seite von Irmgard Stadler und Hugues Cuénod auf. Sie schätzte insbesondere die Werke des Komponisten Peter Wishart, den sie 1966 heiratete. Bekannt wurde sie durch zahlreiche Gesangsrollen in Opern für die „Handel Opera Society“ (seit 1980 „Handel Opera“). Neben ihren Auftritten in England, unter anderem beim Aldeburgh Festival oder dem Three Choirs Festival feierte sie weltweit Erfolge in Konzerten, so unter anderem in der Carnegie Hall in New York, in Polen, Schweden und Deutschland (Internationale Händel-Festspiele Göttingen). Lehane unternahm auch mehrere Tourneen, darunter in Australien (auf Einladung der ABC Australia), den Vereinigten Staaten sowie 1971 durch den Fernen und Nahen Osten.

1978 hatte sie Gastauftritte im belgischen und niederländischen Fernsehen und in den Jahren 1979 bis 1981 gastierte sie in Berlin, Lissabon, Rom und Warschau.

Lehane war seit dem 26. Mai 1966[1] mit dem englischen Komponisten Peter Wishart (25. Juni 1921 – 14. August 1984) verheiratet, den sie 1963 kennengelernt hatte, als sie in Händels Xerxes im Sadler’s Wells in einer Gesangsrolle auftrat und er als Cembalospieler engagiert war.[3] Sie war seine dritte Ehefrau. Nach dem Tod ihres Ehemanns rief Lehane 1986 ein jährliches Festival ins Leben, das seinem Andenken und seinem Werk gewidmet ist. Ihre eigene Karriere setzte sie insbesondere im Fernsehen und beim Radio fort.[4] Sie betätigte sich zudem als Musikpädagogin und hatte bereits in den Jahren 1972 und 1973 in den Niederlanden in ’s-Hertogenbosch Kurse zur Händelinterpretation erteilt. Es folgten 1991 Meisterklassekurse zu Händel und Purcell in Den Haag und Maastricht. Sie unterrichtete zudem an der Guildhall School of Music and Drama, der Reading University und am Welsh College of Music & Drama. Sie war auf Aufnahmen bei unterschiedlichen Labels in Werken von Johann Christian Bach, Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel, Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart und anderen zu hören.

Sie war 1987 Gründerin und bis 1998 Musikdirektorin des „Great Elm Music Festivals“ und 1993 Gründerin sowie bis zu ihrem Tod künstlerische Leiterin des „Jackdaws Music Education Trust“ an ihrem Wohnsitz im Bridge House (später Ironstone Cottage) in Great Elm.[5] Lehane stiftete den „Great Elm Vocal Award“, einen jährlichen Gesangspreis für junge Sängerinnen und Sänger, der nach ihrem Tod 2011 in „Maureen Lehane Vocal Awards“ umbenannt wurde.[6] Sie war zudem Mitglied der Jury der Royal Academy of Music.[1]

Auszeichnungen (Auswahl)

  • Arts Council Award für ein Studium in Berlin[5]
  • 1955: 2. Platz bei der ersten Konkurrenz zum Kathleen Ferrier Memorial Award, der zum Andenken an die Sängerin Kathleen Ferrier gestiftet wurde. Jean Reddy war die Gewinnerin.
  • mindestens seit 1958 Mitglied der „Society of Women Musicians“[7]

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Mit Peter Wishart: Songs of Purcell. Stainer & Bell, Galaxy Music Corporation, London / New York 1976.

Auftritte (Auswahl)

Lehane sang in den 1960er bis 1980er Jahren Haupt- und Kastratenrollen in rund 20 Bühnenwerken für die „Handel Opera Society“, wie Arianna oder Faramondo. Sie trat jedoch auch in den Opern anderer namhafter Komponisten auf, beispielsweise in Gioachino Rossinis La Cenerentola.

Literatur

Einzelnachweise

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