Max Berndt von Saldern

deutscher Regierungsassessor Landrat From Wikipedia, the free encyclopedia

Max Berndt von Saldern (auch von Saldern-Mantel) (geb. 3. Juli 1886 in Klein-Mantel, Kreis Königsberg Nm.; gest. 4. Juli 1968 in Hechthausen) war ein preußischer Landrat.[1]

Herkunft

Max Berndt von Saldern war Angehöriger des Adelsgeschlechts Saldern. Er war ein Sohn des Werner von Saldern (1852–1930), Landrat im Kreis Königsberg Nm., Stiftshauptmann des Klosters Heiligengrabe, Johanniterritter und Mitglied des Provinziallandtags der Provinz Brandenburg, und dessen Ehefrau (⚭ 1879) Elisabeth (1861–1940), geb. von Gerlach. Ein älterer Bruder Achaz von Saldern (1881–1962) war Landrat des Kreises Habelschwerdt. Die Schwester Ingeborg von Saldern verheiratete sich mit dem späteren General Albert von Mutius.

Leben

Nach dem Abitur absolvierte von Saldern in Wernigerode ein Studium der Rechtswissenschaften. Im Anschluss leistete er seinen Wehrdienst beim Kurhessischen Jäger-Bataillon in Marburg. In Wilhelmshaven hielt er das Amt des „Kaiserlichen Militär- und Polizeikommandanten der Festung“ inne, d. h. er war Leiter der Polizeiverwaltung. Zu Beginn des November 1918 erlebte er in Wilhelmshaven den Aufstand der Matrosen. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs war er als Regierungsassessor tätig.[1]

Im November 1919 wurde er von Wilhelmshaven aus als Landrat des Kreises Soldin mit Wirkung zum 7. Juni 1920 ernannt. Er trat dort die Nachfolge von Hermann von Engelbrechten-Ilow an. Im Kreis Soldin kümmerte er sich zuerst um die durch den Krieg geschädigte und verarmte Bevölkerung. Hierzu ließ er Getreide und Vieh sammeln, um es an die Bevölkerung auszugeben. Weiterhin initiierte er Maßnahmen, um Arbeitslose wieder in Beschäftigung zu bekommen, damit sich diese wieder selbst versorgen konnten. Dazu zählte beispielsweise der Bau von 110 km neuer Straßen im Kreisgebiet. Ebenso setzt er sich für die Einrichtung einer Buslinie von Soldin nach Königsberg in der Neumark ein. Dass die Verkehrsverbesserungen in der Bevölkerung positiv aufgenommen wurden, zeigt sich in dem privat erbauten Findlingsdenkmal an der Straße zwischen Zollen und Wuthenow. Auf dem pyramidenförmigen Steinmonument befindet sich ein Relief des Landrats, das von Marie Luise Fleck aus Kerkow geschaffen wurde. Darunter steht zu lesen:

„Wanderer, ruhe dich hier aus und gedenke dankbar des Mannes, der diesen Weg geschaffen hat, sowie anderer aus dem Kreis“.[2][3]

1921 wurde das regionale Kreisheft, der Heimatkalender, eingeführt. Um die vielen prähistorischen Funde im Kreisgebiet, darunter Äxte, Beile, Urnen und Schmuck aus dem Grab einer Burgunderfürstin bei Rosenthal, unterbringen zu können, regte von Saldern die Einrichtung eines Heimatmuseums an. Hierzu boten sich der Umbau und die Renovierung des Klausurgebäudes des verlassenen Dominikanerklosters in Soldin an. Die feierliche Einweihung fand im Dezember 1928 statt.[4][5]

Nach der Machtergreifung musste von Saldern sein Amt als Landrat im Kreis Soldin am 28. Juni 1933 niederlegen. Sein Nachfolger wurde der Rechtsanwalt Johannes Danzig. Seinen Lebensabend verbrachte er in Hechthausen, wo er am 4. Juli 1968 im Alter von 82 Jahren starb.

Familie

Max Berndt von Saldern, auch genannt von Saldern-Mantel,[6] war seit dem 3. Mai 1911 in Grebendorf mit Marie-Louise (1889–1972), geb. von Keudell, Tochter der Luise Henschel und des Landrats Alexander von Keudell, verheiratet. Beide hatte vier gemeinsame Söhne, von denen der älteste Sohn Aschwin von Saldern als Major und der dritte Sohn Sieghard von Saldern als Leutnant im Krieg gefallen sind.[7]

Publikation

Genealogie

  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft. Teil A (Uradel). 1939. Jahrgang 38, Justus Perthes, Gotha 1938, S. 474–480.
  • Hans Friedrich von Ehrenkrook, Jürgen von Flotow: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel). 1953. Band I, Band 5 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Glücksburg 1953, ISSN 0435-2408, S. 326 ff.
  • Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A. 1966. Band VIII, S. 418, Band 38 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1966, ISSN 0435-2408, S. 420 f.
  • Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A. 1981. Band XVI, Band 76 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1981, ISSN 0435-2408, S. 443 f. (Mit Bildnis d. Sohnes Major Aschwin von Saldern u. d. Herrenhauses in Klein Mantel).

Einzelnachweise

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