May O’Donnell

amerikanische Tänzerin und Choreografin des Modern Dance From Wikipedia, the free encyclopedia

May O’Donnell (* 1. Mai 1906 in Sacramento; † 1. Februar 2004 in New York City als May Esther O’Donnell) war eine amerikanische Tänzerin und Choreografin des Modern Dance.

Geboren in Sacramento, Kalifornien, studierte May O’Donnell Tanz in San Francisco bei Estelle Reed und tanzte in Reeds Kompanie, bevor sie nach New York City zog, um bei Martha Graham zu studieren. Von 1932 bis 1938 war O’Donnell Mitglied der Martha Graham Dance Company.

1939 kehrte sie nach Kalifornien zurück und gründete zusammen mit ihrem Ehemann, dem Komponisten Ray Green, und einer weiteren ehemaligen Tänzerin der Graham Dance Company, Gertrude Shurr, das San Francisco Dance Theater. 1941 schloss sich O’Donnell mit José Limón zu einem Tanzduo zusammen, das bis 1942 bestand. Von 1944 bis 1952 arbeitete sie erneut als Gastkünstlerin mit der Graham Company zusammen und kreierte in dieser Zeit mehrere Rollen, darunter die Pionierin in „Appalachian Spring“, die Begleiterin in „Herodiade“ (1944), die Erdenfrau in „Dark Meadow“ (1946) und den Chor in „Cave of the Heart“ (1946).[1] Mitte der 1940er-Jahre gründete sie mit Gertrude Shurr das O’Donnell-Shurr Modern Dance Studio und entwickelte ihr eigenes Tanzrepertoire weiter.

Im Laufe ihrer Karriere schuf O’Donnell zwischen 1937 und 1988 insgesamt 50 dokumentierte Tänze. Besonders hervorzuheben ist ihre Choreografie des modernen Tanzklassikers „Suspension“ aus dem Jahr 1943, einer dreizehnminütigen Komposition. Der Tanz war von ihrer Erinnerung an ein Flugzeug inspiriert, das sie während des Krieges in Kalifornien unter dem Hügel sah, auf dem sie stand. Am besten ließ sich dieses Werk ihrer Meinung nach mit T. S. Eliots Beobachtung in „Four Quartets“ erklären: „Im stillen Punkt der sich drehenden Welt … dort ist der Tanz.“[2] Sie zitierte Eliots Worte oft in den Programmheften. In dem Stück bewegten sich die Tänzer langsam zwischen großen Kisten unter einem sich drehenden Mobile.[3]

O’Donnell beendete ihre Bühnenkarriere 1961, choreografierte aber bis 1988 weiter.

O’Donnell war auch eine bedeutende Lehrerin; zu ihren Schülern zählten Robert Joffrey, Ben Vereen, Cora Cahan und Gerald Arpino. Sie ist bekannt für ihre originelle Tanztechnik, die Generationen von modernen Tänzern beeinflusst hat. 1974 wurde die May O’Donnell Concert Dance Company gegründet und im May O’Donnell Modern Dance Center in der Lafayette Street 429 in New York City beheimatet. Dort unterrichteten O’Donnell und ihr Team die May-O’Donnell-Tanztechnik, bis das Studio in den 1980er-Jahren verkauft wurde.[4]

O’Donnell starb 2004 im Alter von 97 Jahren in Manhattan.

2005 veröffentlichte Marian Horosko ihre Biografie „May O’Donnell: Modern Dance Pioneer“.[5]

Einzelnachweise

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