Maya Goded
mexikanische Fotografin und Dokumentarfilmerin
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Maya Goded Colichio (* 1967 in Mexiko-Stadt) ist eine mexikanische Fotografin und Dokumentarfilmerin. Sie ist bekannt für ihre Arbeiten, die sich mit weiblicher Sexualität, Marginalisierung und dem Leben von Prostituierten in Mexiko auseinandersetzen.[1][2][3][4]

Leben und Werk
Goded stammt von europäischen Einwanderern ab und ist die Tochter eines politischen Aktivisten und einer Anthropologin. Ihre Großmutter floh mit 19 Jahren vor dem Spanischen Bürgerkrieg und kam mit dem zweiten Schiff, das Frankreich in Richtung Mexiko verließ, nach Mexiko.
Goded begann ein Soziologiestudium, brach dies dann zugunsten von Grafikdesign ab. An der Escuela Activa de Coyoacánin erhielt sie ihre erste formale Einführung in die Fotografie. Ihre ersten Erfahrungen sammelte sie 1992 mit Reisen in die Sierra Tarahumara, zunächst mit Anthropologen und später allein. Kurz nach dem Gewinn des Eugene Smith Awards 2000 wurde sie von der Fotoagentur Magnum Photos engagiert.[5]
Ihre erste Sammlung Tierra Negra konzentrierte sich auf die Porträtierung von Frauen afrikanischer Abstammung. Anfang der 1990er-Jahre reiste sie nach Costa Chica in Guerrero. Obwohl es ein bekannter und von Interventionen geprägter Ort war, hatten sich nur wenige Fotografen und Forscher für die Bevölkerung interessiert, die heute als afro-mexikanisch gilt. In Tierra negra begann sie Themen aus einer für ihr Werk charakteristischen Perspektive der Nähe und Intimität zu erkunden. Sie hat die Prostitutionsfotos, die sie in diesem ersten Projekt gemacht hat, nie gezeigt. Später wurde dies zu einem ihrer zentralen Themen. Das größte Projekt in diesem Zusammenhang war der Fotoband Plaza de la Soledad, der 2006 erschien, und der zehn Jahre später veröffentlichte Dokumentarfilm. Diese Arbeit, die sich auf dem Platz und im Viertel La Merced abspielte, umfasste 20 Jahre Recherche, Porträts und Fotografien der dort als Sexarbeiterinnen tätigen Frauen.
Die Kollektion „Welcome to Lipstick“, die 2019 im Centro de la Imagen während des FotoMéxico Festivals ausgestellt wurde, umfasst eine Fotoserie über Sexhandel und Drogenhandel im Rotlichtviertel von Reynosa in Tamaulipas.
Ihr erster Dokumentarfilm Plaza de la Soledad feierte seine internationale Premiere beim Sundance Film Festival und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter: den Spezialpreis der Jury beim Festival del Nuevo Cine Iberoamericano in Havanna, den Preis für die beste Regie beim Festival Cinema Tropical in New York, den Preis für den besten Dokumentarfilm beim Guanajuato International Film Festival in Mexiko, den OCELOT Award für herausragenden Dokumentarfilm in Tucson, und den Publikumspreis beim Festival de los Derechos Humanos in Argentinien.[6][7]
2009 entdeckte Goded ihr Interesse an Video und ihr erster Kurzfilm, Una Reina a su Gusto wurde 2011 im offiziellen Programm des Morelia Film Festivals und 2012 im Tucson Film Festival gezeigt.[8]
Goded hat mehrere Bücher veröffentlicht und an weiteren mitgewirkt, darunter Plaza de la Soledad, Good Girls und Tierra Negra.
Ausstellungen (Auswahl)
Goded hat an Einzel- und Gruppenausstellungen in verschiedenen Institutionen und Museen teilgenommen, darunter das Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía in Madrid, das Museo Amparo in Puebla, die Casa América in Madrid, das Museo Centro de la Imagen in Mexiko-Stadt, das Museum of Photographic Arts in San Diego, das Centro Centro in Madrid, das Zentrum für Bildende Künste in Brüssel, das Station Museum of Contemporary Art in Houston, das Museo Nacional de Arte in Mexiko-Stadt, das Pretoria Center and African Museum in Pretoria, das Europäische Festival der Künste im Brüssel, das Rotterdamer Kunstmuseum, das Centro de la Imagen in Mexiko-Stadt, das California Museum of Photography in Riverside, das Centro Cultural São Paulo und das Museo de Arte Contemporáneo de Oaxaca in Oaxaca.[9]
Im Museo Amparo war Godeds Werk 2019 Teil der Gruppenausstellung African Americans. 2023 präsentierte sie die Videoinstallation The Trail of the Serpent, die in Zusammenarbeit mit Elena Navarro und Rafael Ortega entstand. Dieses Werk war auch 2024 in der Gruppenausstellung El Dorado / From Utopia to Contemporary Myth zu sehen.[10]
Auszeichnungen und Ehrungen (Auswahl)
- 1996: Master Class, Amsterdam
- 2000: Fotopres '01 - La Caixa Foundation
- 2001: W.-Eugene-Smith-Preis
- 2003: Guggenheim-Stipendium[11]
- 2012: Prinz-Claus-Preis[12]
- 2017: Best Director Award, Plaza de la Soledad, Cinema Tropical Festival, New York
- 2017: Best Documentary Award, Guanajuato International Film Festival, Guanajuato, Mexico
- 2018: Ocelot Award For Outstanding Documentary, Tucson, Arizona
- 2019: Medalla Al Mérito Fotográfico, Pachuca, Mexiko
- 2020: National Geographic Storytelling Fellow, USA
- 2024: Finalistin: Louis Roederer Foundation Sustainability Prize, Frankreich
Sammlungen
- ICP (International Center of Photography), New York
- MUAC (Museo Universitario de Arte Contemporáneo), Mexico City
- CA2M (Centro de Arte Dos de Mayo), Móstoles, Spanien
- Museo Amparo, Puebla
- AGO (Art Gallery of Ontario), Toronto
- California Museum of Photography, Riverside, USA
- Mint Museum, Charlotte, USA
- Fototeca del Consejo Mexicano de Fotografía, Mexico City
- The Wittliff Gallery of Southwestern & Mexican Photography, Texas
- CIAC (Colección Isabel y Agustín Coppel), Mexiko
- Foundation ARPE - Leticia & Stanislas Poniatowski Collection, Schweiz
- Colección Anna Gamazo de Abelló, Spanien
- Margolis Foundation, Tucson, USA
- Jean-Louis Larivière Collection, Frankreich
Literatur
- Dominika Gasiorowski: Photographing the Unseen Mexico. Maya Goded’s Socially Engaged Documentaries. Legenda, 2019, ISBN 978-1-78188-795-0 (englisch).