Wikiwand AI

Medikamentöser Schwangerschaftsabbruch

absichtliche vorzeitige Beendigung einer Schwangerschaft From Wikipedia, the free encyclopedia

Bei einem medikamentösen Schwangerschaftsabbruch werden Medikamente eingesetzt, um eine Abtreibung herbeizuführen.[1] Er ist eine Alternative zum chirurgischen Schwangerschaftsabbruch, beispielsweise zur Vakuumkürettage.[2][3][1] Medikamentöse Schwangerschaftsabbrüche sind in vielen Ländern weit verbreitet, darunter Indien, China und den Vereinigten Staaten sowie mehreren europäischen Ländern.[4][5]

Schnelle Fakten Klassifikation nach ICD-10-GM ...
Klassifikation nach ICD-10-GM
O04.- Abort

Inkl.: Schwangerschaftsabbruch: legal Schwangerschaftsabbruch: therapeutisch Therapeutischer Abort

{{{02-BEZEICHNUNG}}}
{{{03-BEZEICHNUNG}}}
{{{04-BEZEICHNUNG}}}
{{{05-BEZEICHNUNG}}}
{{{06-BEZEICHNUNG}}}
{{{07-BEZEICHNUNG}}}
{{{08-BEZEICHNUNG}}}
{{{09-BEZEICHNUNG}}}
{{{10-BEZEICHNUNG}}}
{{{11-BEZEICHNUNG}}}
{{{12-BEZEICHNUNG}}}
{{{13-BEZEICHNUNG}}}
{{{14-BEZEICHNUNG}}}
{{{15-BEZEICHNUNG}}}
{{{16-BEZEICHNUNG}}}
{{{17-BEZEICHNUNG}}}
{{{18-BEZEICHNUNG}}}
{{{19-BEZEICHNUNG}}}
{{{20-BEZEICHNUNG}}}
{{{21-BEZEICHNUNG}}}
ICD-10 online (GM-Version 2026)
Schließen
Schnelle Fakten Klassifikation nach ICD-11 ...
Klassifikation nach ICD-11
JA00 Abort
JA00.1 Eingeleiteter Abort
ICD-11: Englisch • Deutsch (Vorabversion)
Schließen

Der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch darf nicht mit der Notfallverhütung (Pille danach) verwechselt werden, die kurz nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen wird, um eine Schwangerschaft zu verhindern.[6]

Durchführung

Die empfohlene Standardmethode umfasst die Gabe von Mifepriston gefolgt von einem Prostaglandin (in der Regel Misoprostol).[3] Ist Mifepriston nicht verfügbar, kann Misoprostol auch als Monotherapie angewendet werden, wobei die Wirksamkeit etwas geringer sein kann.[7] Es gibt auch andere Optionen.[3][2]

Im ersten Trimester kann die Einnahme nach ärztlicher Aufklärung und Anleitung zu Hause erfolgen, alternativ erfolgt sie in der Arztpraxis.[1] Die Kombination von Mifepriston und der nachfolgenden Prostaglandin-Applikation ist in der Europäischen Union bis zur 9. Schwangerschaftswoche zugelassen. Ob und unter welchen Voraussetzungen ein Schwangerschaftsabbruch zulässig ist, richtet sich nach den jeweiligen nationalen gesetzlichen Bestimmungen.

Im zweiten Trimester wird die Anwendung in einem Krankenhaus empfohlen.[3]

Der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch gilt im ersten und zweiten Trimesters (13. bis 24. Woche) als sicher und wirksam.[3] Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen vaginale Blutungen, Unterleibskrämpfe, Übelkeit und Durchfall.[2] Nach dem derzeitigen Stand der wissenschaftlichen Evidenz gibt es keine belastbaren Hinweise darauf, dass ein medikamentöser Schwangerschaftsabbruch das Risiko für psychische Erkrankungen, Brustkrebs oder Unfruchtbarkeit erhöht.[1]

Rechtslage

Zur grundsätzlichen Rechtslage siehe Hauptartikel Schwangerschaftsabbruch. Für Medikamente, die für einen Schwangerschaftsabbruch zugelassen sind, sieht § 47a Arzneimittelgesetz (Deutschland) einen Sondervertriebsweg vor (direkt über die Ärzte, nicht über Apotheken).

Geschichte und Gegenwart

Der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch wurde in den 1970er-Jahren entwickelt.[2]

Im Jahr 2024 wurden in Deutschland 106.000 Schwangerschaftsabbrüche gemeldet; etwa 41 % davon wurden medikamentös durchgeführt.[8]

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, den Zugang zu sicheren medikamentösen Schwangerschaftsabbrüchen zu gewährleisten, um die Zahl unsicherer Schwangerschaftsabbrüche und die damit verbundenen gesundheitlichen Komplikationen und Todesfälle zu reduzieren.[9]

In Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen lagen die Kosten im Jahr 2018 zwischen 4 und 36 US-Dollar.[10]

In Deutschland übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die ärztliche Beratung sowie medizinisch notwendige Leistungen und Medikamente vor und nach dem Eingriff, während die Kosten des Schwangerschaftsabbruchs selbst, in der Regel etwa 300 bis 800 Euro je nach Methode und Praxis, einschließlich eines möglichen Tagessatzes bei stationärer Aufnahme, von den Betroffenen zu tragen sind. Bei finanzieller Bedürftigkeit können die Kosten auf Antrag vom Staat übernommen werden.[11]

Commons: Medical abortion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Related Articles

Timelines

Top Qs

Fact Checks