Melde- und Informationsstelle Antiziganismus
zivilgesellschaftliche Monitoringeinrichtung für antiziganistische Handlungen
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Die Melde- und Informationsstelle Antiziganismus (kurz MIA) ist eine zivilgesellschaftliche Monitoringeinrichtung für antiziganistische Handlungen. Sie dient insbesondere der Erfassung antiziganistischer Vorfälle auch unterhalb der Strafbarkeitsschwelle. Die Statistik der erfassten antiziganistischen Vorfälle wird jährlich in einem Bericht der Öffentlichkeit vorgestellt.
| Melde- und Informationsstelle Antiziganismus e. V. (MIA) | |
|---|---|
| Rechtsform | eingetragener Verein |
| Gründung | 2021 in Berlin |
| Sitz | Berlin |
| Zweck | Monitoring von antiziganistischen Vorfällen |
| Geschäftsführung | Guillermo Ruiz |
| Website | www.antiziganismus-melden.de |
Gründung
Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma forderte die Einrichtung einer Melde- und Informationsstelle Antiziganismus nach dem Vorbild der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) seit 2017. Der Kabinettsausschuss zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus der Bundesregierung nahm die Forderung zur Einrichtung einer Melde- und Informationsstelle Antiziganismus in seinen Maßnahmenkatalog vom 25. November 2020 auf.[1] Die vom Deutschen Bundestag geforderte und von der Bundesregierung eingerichtete Unabhängige Kommission Antiziganismus empfahl die Einrichtung einer Melde- und Informationsstelle Antiziganismus in ihrem Abschlussbericht vom 21. Mai 2021.[2]
Mithilfe einer Projektförderung des Bundesministeriums des Innern und für Heimat richtete der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma 2021 die Meldestelle MIA als Projekt ein, bis diese am 1. September 2023 in die unabhängige Trägerschaft des eingetragenen Vereins Melde- und Informationsstelle Antiziganismus e. V. mit Sitz in Berlin überging.
Struktur
Der Verein unterhält mithilfe einer seit 2023 bestehenden Zuwendung des Bundesministeriums für Bildung, Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) eine Bundesgeschäftsstelle in Berlin. Mit Stand November 2025 sind regionale Meldestellen aus sechs Bundesländern (Bayern, Berlin, Hessen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Sachsen) Mitglied der MIA-Bundesarbeitsgemeinschaft.[3]
Statistik antiziganistischer Vorfälle
Rezeption
Der Deutsche Bundestag begrüßte in einer öffentlichen Debatte und in einem Beschluss vom 14. Dezember 2023 die Einrichtung einer unabhängigen Melde- und Informationsstelle Antiziganismus.[2]