Merlscheid (bei Pronsfeld)

Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm, Rheinland-Pfalz From Wikipedia, the free encyclopedia

Merlscheid ist eine Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Arzfeld an.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Merlscheid (bei Pronsfeld)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Merlscheid hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 50° 8′ N,  21′ O
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Landkreis: Eifelkreis Bitburg-Prüm
Verbandsgemeinde: Arzfeld
Höhe: 375 m ü. NHN
Fläche: 3,52 km²
Einwohner: 35 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 10 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54597
Vorwahl: 06556
Kfz-Kennzeichen: BIT, PRÜ
Gemeindeschlüssel: 07 2 32 270
Adresse der Verbandsverwaltung: Luxemburger Straße 6
54687 Arzfeld
Website: www.merlscheid.de
Ortsbürgermeister: Thomas Schier
Lage der Ortsgemeinde Merlscheid im Eifelkreis Bitburg-Prüm
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Naturdenkmal Starkeiche um 1650

Geographische Lage

Der Ort liegt in der westlichen Eifel an der Mündung des Merlbaches in die Prüm. Der Ort liegt in Hanglage in einer Höhe von 360 bis 390 m ü. NHN. Nächstgelegene größere Stadt ist das rund 20 Kilometer südöstlich liegende Bitburg.

Nachbarorte von Merlscheid sind die Ortsgemeinden Lünebach in Norden, Lierfeld im Nordosten, Eilscheid im Osten und Dackscheid im Südosten, der Ortsteil Heilhausen der Ortsgemeinde Waxweiler im Süden sowie die Ortsgemeinde Kinzenburg im Südwesten.

Geschichte

Auf der gegenüberliegenden Seite der Prüm wurden Siedlungsreste aus römischer Zeit gefunden.[2]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahr 1459 als „Merhelscheit“.[3] Er gehörte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zum Kondominium Pronsfeld, das unter der gemeinsamen Landeshoheit des Kurfürstentums Trier und des Herzogtums Luxemburg stand.[4]

Die Inbesitznahme des Linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen beendete die alte Ordnung. Während der französischen Verwaltung (1795–1814) wurde Merlscheid von der Mairie Lünebach verwaltet, die zum Kanton Arzfeld des Arrondissements Bitburg (Bitbourg) im Departement der Wälder gehörte.[5]

Nach der Niederlage Napoleons kam der Ort aufgrund der 1815 auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen zum Königreich Preußen. Aus der Mairie wurde die Bürgermeisterei (ab 1927 das Amt) Lünebach, welches nachfolgend in das Amt Waxweiler aufging.[5]

Als Folge des Ersten Weltkriegs war die gesamte Region dem französischen Abschnitt der Alliierten Rheinlandbesetzung zugeordnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Merlscheid innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Merlscheid, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[6]

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
JahrEinwohner
181520
183537
187152
190549
193959
195053
196157
JahrEinwohner
197063
198752
199737
200538
201135
201739
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Politik

Bürgermeister

Thomas Schier ist seit dem 2. Juli 2014 Ortsbürgermeister von Merlscheid.[7][8]

Schiers Vorgänger, sein Vater Peter Schier, hatte das Amt 20 Jahre ausgeübt.[7]

Wappen

Wappen von Merlscheid
Wappen von Merlscheid
Blasonierung: „Mittig oben eine grüne Eiche mit gespaltetem Stamm und goldenen (gelben) Eicheln auf silbernem Grund, vorn drei goldene (gelbe) Ähren auf Blau, hinten drei schräggestellte goldene (gelbe) Wellenlinien auf Grün.“[9]
Wappenbegründung: Der Baum in der Mitte steht für die etwa 350 Jahre alte und hohle Eiche, das Wahrzeichen von Merlscheid, die Ähren für die lange für den Ort bedeutsame Landwirtschaft, die drei Wellenlinien für die Fließgewässer Merlbach, Esbach und die Prüm.

Sehenswürdigkeiten

Zu einem Hof von 1857 gehören ein Backhaus und eine Schmiede, die vermutlich bereits im 17. Jahrhundert erbaut wurden. Das Innere der Feldschmiede stammt aus der Zeit des Ersten Weltkriegs und ist komplett erhalten.[10]

Auf dem Gemeindegebiet finden sich drei Schaftkreuze aus den Jahren 1774, 1777 und 1808.[10]

Ein sehenswertes Naturdenkmal ist eine etwa 350 Jahre alte und fast vollständig hohle Eiche, die immer noch Blätter trägt.[11]

Wirtschaft

Die Gemeinde lebte in der Vergangenheit überwiegend von der Landwirtschaft. Von ehemals acht Vollerwerbslandwirten sind heute allerdings keine verblieben. Der Strukturwandel zwang die Landwirte zur Betriebsaufgabe oder zur Umstellung auf Nebenerwerb.[2]

Persönlichkeiten

Einzelnachweise

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