Meteor (Schiff, 1986)
Forschungsschiff
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Die Meteor ist ein Forschungsschiff, das der deutschen multi-disziplinären Meereserforschung auch in Zusammenarbeit mit anderen Ländern auf diesem Gebiet diente. Als Betreiber fungierte die Leitstelle Deutsche Forschungsschiffe der Universität Hamburg.[1]
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Geschichte
Die Meteor war das dritte deutsche Forschungsschiff dieses Namens. Ihre Vorgänger waren die 1924 von der Reichsmarine in Dienst gestellte und nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs als Reparationsleistung an die Sowjetunion abgegebene Meteor und die von 1964 bis 1985 vom Deutschen Hydrographischen Institut (DHI) betriebene Meteor. Sie wurde 1985/86 auf der Schlichting-Werft in Travemünde unter der Baunummer 2030 gebaut. Die Kiellegung fand am 13. März 1985, der Stapellauf am 3. September 1985 statt. Das Schiff wurde im Februar 1986 fertiggestellt und am 15. März 1986 in Dienst gestellt. Es ermöglichte Wissenschaftlern aus Hochschulen und anderen Forschungseinrichtungen der deutschen Länder und des Bundes grundlagenbezogene Forschung und wird ständig modernisiert. Am 29. Juni 2026 wurde das Schiff in Emden feierlich außer Dienst gestellt.[2] Anschließend lag sie im Emder Ölhafen auf, wo sie durch potentielle Käufer besichtigt werden konnte. Die Angebotsfrist lief bis zum 22. Juli 2026 und am 29. Juli 2026 wurde bekannt, dass sie für 3.951.036,35 Euro verkauft worden war.[3]
Beschreibung
Eigner des Schiffes war die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), das auch für die Baukosten aufkam. Die Betriebskosten (einschließlich Ausrüstung, Reparatur, Stammpersonal) wurden entsprechend der Nutzung zu 70 Prozent von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) als sogenannte Hilfseinrichtung der Forschung und zu 30 Prozent vom BMBF getragen.[4] Die Koordination der wissenschaftlichen Fahrtplanung lag bis 2017 bei der Senatskommission für Ozeanographie als Planungs- und Betreuungsstelle der Aktivitäten der DFG in der Meeresforschung und wurde danach von dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Deutschen Forschungsgemeinschaft eingesetzten Gutachterpanel Forschungsschiffe (GPF) übernommen.[5] Die wissenschaftlich-technische, logistische und finanzielle Vorbereitung, Abwicklung und Betreuung des Schiffsbetriebes erfolgte durch die Leitstelle Deutsche Forschungsschiffe am Institut für Geologie der Universität Hamburg.[4][6] Die Bereederung erfolgt bis Ende 2012 durch die Reederei F. Laeisz (Bremerhaven). Die Ausschreibung für die Bereederung des Schiffes ab 2013 hat das in Leer ansässige Unternehmen Briese Schiffahrt gewonnen.[1]
Zum weltweiten Einsatz kam die Meteor auf den Gebieten der Meeresgeologie, Ozeanographie, maritimen Biologie, Meereschemie und Ökologie.
Technische Daten und Ausstattung
Der Antrieb des Schiffes erfolgt dieselelektrisch. Als Fahrmotoren stehen zwei Elektromotoren des Herstellers LDW Abwicklungs GmbH in Bremen mit jeweils 1.150 kW Leistung zur Verfügung, die direkt auf den Festpropeller wirken.
Für die Stromversorgung stehen vier Generatorsätze zur Verfügung. Vier Dieselmotoren mit jeweils 1.000 kW Leistung treiben vier Drehstromgeneratoren mit jeweils 1.350 kVA Scheinleistung an. Für den Hafenbetrieb steht ein Dieselaggregat mit 342 kW (390 kVA Scheinleistung) zur Verfügung. Der Notdiesel leistet 81,9 kW (Scheinleistung 93 kVA).
Für die Wissenschaft stehen an Bord 20 Labore zur Verfügung. Weiterhin verfügt das Schiff für die Forschung über mehrere Winden sowie verschiedene Kräne, darunter ein Heckgalgen. Auch Unterwassergleiter werden von Bord der Meteor aus eingesetzt.[7] sowie Lander. Darüber hinaus ist das Schiff für wissenschaftliche Zwecke u. a. mit Echolotanlagen ausgerüstet.
An Bord sind mehrere Stellplätze für 10- und 20-Fuß-ISO-Container vorhanden. Auf dem Hauptdeck kann auch ein 40-Fuß-Container geladen werden.
Die Meteor bot Unterkunft für 32 Besatzungsmitglieder sowie 28 Wissenschaftler und bis zu zwei Mitarbeiter des Deutschen Wetterdienstes, die verantwortlich für die Bordwetterwarte waren. Ein Wetterfunktechniker befand sich dabei ständig an Bord, bei Bedarf auch ein Meteorologe.[8]
Für die Wissenschaftler standen 13 Doppelkabinen sowie zwei Einzelkabinen zur Verfügung, für die Mitarbeiter des Deutschen Wetterdienstes zwei weitere Einzelkabinen.
Das Schiff konnte 45 bis 50 Tage ununterbrochen auf See bleiben und dabei 10.000 Seemeilen zurücklegen.
Aufnahme
Neubau
Die Ausschreibung für einen Nachfolger für die Meteor, der im Jahr 2024 in Dienst gehen sollte, sollte im Juni 2020 beginnen.[11][12] Den Zuschlag erhielt im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung im Dezember 2021 die Bietergemeinschaft Meyer-Fassmer-Spezialschiffbau, bestehend aus Meyer Werft und Fr. Fassmer. Das Schiff, das nun erst 2027 in Dienst gehen soll, ersetzt die Meteor und die bereits außer Dienst gestellte Poseidon.[13][14] Der Stahl- und Rohbau entstand unter der Baunummer S.726 bei der Meyer Werft in Papenburg, das Maschinenraummodul wurde von der Neptun Werft in Warnemünde geliefert.[15][16] Seit Ostern 2025 liegt die Meteor IV in Berne (Niedersachsen), wo die Fassmer-Werft den Innenausbau durchführt und die technischen Anlagen komplettiert. Die neue Meteor wäre dann das vierte deutsche Forschungsschiff dieses Namens und das erste ausgestattet mit Voith-Schneider-Propeller.[17][18]
Film und Fernsehen
Über die Forschungsexpeditionen auf der Meteor wurden diverse TV-Beiträge gedreht.[19] 2024 war der Filmemacher Moritz Boll fünf Wochen an Bord der Meteor und hat eine Arte-Reportage über das Leben auf einem Forschungsschiff gedreht. Der Film Ein Team, eine Mission, fünf Wochen im Atlantik (Arte, 2025) bietet unter anderem Einblicke in den Forschungsalltag, den Maschinenraum und die persönlichen Geschichten der Besatzung, wie dem Schiffsarzt Dr. Thomas Kuntz und dem leitenden Ingenieur Volker Hartig.[20]
- Josef Turecek: Meteor im Nordmeer - Bericht über eine Forschungsreise
- Vincent Urban: M166 - The Changing Currents Of The North Atlantic[21]
- Moritz Boll: Re: Ein Team, eine Mission, fünf Wochen im Atlantik
Literatur
- N. Jakobi, H. von Neuhoff, B. Springer (Hrsg.): 25 Jahre FS Meteor: Ein Forschungsschiff und seine Geschichte(n). Hauschild, Bremen 2011. ISBN 3-89757-507-8
- Gregor Rehder, Holger von Neuhoff, Stephanie von Neuhoff: Expedition Tiefsee: Forschungsschiff METEOR auf den Spuren der letzten Geheimnisse unserer Erde. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2006. ISBN 3-440-10708-6
Weblinks
- FS Meteor, Leitstelle Deutsche Forschungsschiffe, Universität Hamburg
- Bordhandbuch für Expeditionsteilnehmer (PDF, 22 MB)
- Liste aller bisher durchgeführten Reisen mit Links zu den wissenschaftlichen Fahrtberichten
- Bericht zum 30-jährigen Jubiläum der Meteor auf der Website der DFG (2016) ( vom 21. Oktober 2016 im Internet Archive)
