Methylentriphenylphosphoran

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Methylentriphenylphosphoran (auch Methylidentriphenylphosphoran) ist eine organische Verbindung aus der Gruppe der Phosphorane.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Methylentriphenylphosphoran
Allgemeines
Name Methylentriphenylphosphoran
Summenformel C19H17P
Kurzbeschreibung

gelber Feststoff, der an Luft weiß wird[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 3487-44-3
PubChem 137960
ChemSpider 121606
Wikidata Q6823996
Eigenschaften
Molare Masse 276,3 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[2]

Schmelzpunkt

96 °C[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[2]
Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 315302335319
P: 261264270271280312321330301+312302+352304+340305+351+338332+313337+313405403+233501362+364[2]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Geschichte

1953 wurde die Wittig-Reaktion entdeckt, wobei Methylentriphenylphosphoran mit Benzophenon zu 1,1-Diphenylethylen umgesetzt wurde.[3]

Herstellung

Methylentriphenylphosphoran wird hergestellt, indem Triphenylphosphin zunächst mit Methylbromid zu Methyltriphenylphosphoniumbromid umgesetzt und dieses dann mit Butyllithium deprotoniert wird.[4] Alternativ kann die Deprotonierung beispielsweise mit Phenyllithium,[3] Natriumhydrid[5] oder Kalium-tert-butanolat[6] durchgeführt werden. Weiterhin ist die Reaktion mit Natriumamid in flüssigem Ammoniak möglich.[6]

Eigenschaften

Die Verbindung ist in vielen organischen Lösungsmitteln löslich, beispielsweise in Diethylether, Tetrahydrofuran, Ethylenglycoldimethylether, Benzol, Toluol und Dimethylsulfoxid. Durch protische Lösungsmittel inklusive Wasser wird es zersetzt.[6]

Reaktionen und Verwendung

Methylentriphenylphosphoran wird verwendet, um in einer Wittig-Reaktion Aldehyde oder Ketone in terminale Alkene umzuwandeln. Das Tebbe-Reagenz gibt in solchen Umsetzungen jedoch meist bessere Ausbeuten, insbesondere bei sterisch gehinderten Substraten.[5] Ein Beispiel für die Herstellung eines terminalen Alkens ist die Umsetzung von Cyclohexanon zu Methylencyclohexan.[4] Mit tert-Butyllithium kann Methylentriphenylphosphoran deprotoniert werden, was seine Reaktivität erhöht. Die so gebildete Verbindung reagiert mit Epoxiden und Bildung von Homoallylalkoholen.[7]

Einzelnachweise

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