Methylentriphenylphosphoran
chemische Verbindung
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Methylentriphenylphosphoran (auch Methylidentriphenylphosphoran) ist eine organische Verbindung aus der Gruppe der Phosphorane.
| Strukturformel | |||||||||||||
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| Allgemeines | |||||||||||||
| Name | Methylentriphenylphosphoran | ||||||||||||
| Summenformel | C19H17P | ||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
gelber Feststoff, der an Luft weiß wird[1] | ||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | |||||||||||||
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| Eigenschaften | |||||||||||||
| Molare Masse | 276,3 g·mol−1 | ||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest[2] | ||||||||||||
| Schmelzpunkt |
96 °C[2] | ||||||||||||
| Sicherheitshinweise | |||||||||||||
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | |||||||||||||
Geschichte
1953 wurde die Wittig-Reaktion entdeckt, wobei Methylentriphenylphosphoran mit Benzophenon zu 1,1-Diphenylethylen umgesetzt wurde.[3]
Herstellung
Methylentriphenylphosphoran wird hergestellt, indem Triphenylphosphin zunächst mit Methylbromid zu Methyltriphenylphosphoniumbromid umgesetzt und dieses dann mit Butyllithium deprotoniert wird.[4] Alternativ kann die Deprotonierung beispielsweise mit Phenyllithium,[3] Natriumhydrid[5] oder Kalium-tert-butanolat[6] durchgeführt werden. Weiterhin ist die Reaktion mit Natriumamid in flüssigem Ammoniak möglich.[6]
Eigenschaften
Die Verbindung ist in vielen organischen Lösungsmitteln löslich, beispielsweise in Diethylether, Tetrahydrofuran, Ethylenglycoldimethylether, Benzol, Toluol und Dimethylsulfoxid. Durch protische Lösungsmittel inklusive Wasser wird es zersetzt.[6]
Reaktionen und Verwendung
Methylentriphenylphosphoran wird verwendet, um in einer Wittig-Reaktion Aldehyde oder Ketone in terminale Alkene umzuwandeln. Das Tebbe-Reagenz gibt in solchen Umsetzungen jedoch meist bessere Ausbeuten, insbesondere bei sterisch gehinderten Substraten.[5] Ein Beispiel für die Herstellung eines terminalen Alkens ist die Umsetzung von Cyclohexanon zu Methylencyclohexan.[4] Mit tert-Butyllithium kann Methylentriphenylphosphoran deprotoniert werden, was seine Reaktivität erhöht. Die so gebildete Verbindung reagiert mit Epoxiden und Bildung von Homoallylalkoholen.[7]