Michael Bosch
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Michael Bosch (* 23. Juni 1943 in München; † 6. Februar 2011)[1] war ein deutscher Zeithistoriker und Politikwissenschaftler.[2]
Leben und Wirken
Michael Bosch legte 1963 in Göppingen seine Reifeprüfung ab und leistete bis 1965 Wehrdienst bei der Bundeswehr. Anschließend studierte er Geschichte, Soziologie und Politikwissenschaft, zunächst 1965/66 an der Eberhard Karls Universität Tübingen, 1966/1967 an der Universität Innsbruck, 1967/68 an der Universität München und ab 1969 wieder an der Universität Tübingen. Im Jahre 1974 promovierte er in Tübingen bei dem Zeithistoriker Gerhard Schulz.[3] Es folgte eine Tätigkeit als wissenschaftlicher Assistent am Seminar für Zeitgeschichte der Universität Tübingen. Kurze Zeit (1979) war er Studienleiter an der Evangelischen Akademie Loccum, verbunden mit einem Lehrauftrag an der Hochschule Bremen. Am Ende des Jahres 1979 kehrte er nach Tübingen zurück und begann seine Arbeit am neu gegründeten Europa-Zentrum Tübingen, das er seit 1981 leitete. Später wurde das Europa-Zentrum nach Stuttgart (Europa-Zentrum Baden-Württemberg) verlegt. Dort war er Direktor bis 2006. Seit 1986 hatte Bosch einen Lehrauftrag auf dem Gebiet "Internationale Studien" an der Hochschule Reutlingen inne, hierbei handelt es sich vor allem um Europastudien. 2002 ernannte die Hochschule ihn zum Honorarprofessor.[4] Bosch veröffentlichte vor allem auf dem Gebiet der Europäischen Integration.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Liberale Presse in der Krise. Die Innenpolitik der Jahre 1930 bis 1933 im Spiegel der "Berliner Tageblatts" der "Frankfurter Zeitung" und der "Vossischen Zeitung" (= Europäische Hochschulschriften, Reihe 3, Bd. 65). Lang, Frankfurt/M. 1976, ISBN 3-261-01958-1 (= Dissertation Universität Tübingen).
- (Hrsg.): Persönlichkeit und Struktur in der Geschichte. Historische Bestandsaufnahme und didaktische Implikationen (= Geschichtsdidaktik / Studien, Materialien, Bd. 1). Schwann, Düsseldorf 1977, ISBN 3-590-18004-8.
- (Hrsg.): Antisemitismus, Nationalsozialismus und Neonazismus. Schwann, Düsseldorf 1979, ISBN 3-590-18010-2.
- (Mitautor): Heiner Timmermann (Red.): Die europäische Idee und der demokratische Neubeginn in Deutschland nach 1945. Landeszentrale für Polit. Bildung Rheinland-Pfalz, Mainz 1983.
- (Hrsg., mit Wolfgang Niess, u. Mitautor): Der Widerstand im deutschen Südwesten 1933–1945 (= Schriften zur politischen Landeskunde Baden-Württembergs, Bd. 10). Kohlhammer, Stuttgart 1984, ISBN 3-17-008365-1.
- (Hrsg., mit Gerd Schulten): Identität und Solidarität. Aspekte europapolitischer Bildungsarbeit. Zehn Jahre Europa Zentrum Tübingen, Verlag Rita Dadder, Saarbrücken 1988, ISBN 3-926406-21-6.
- (Mitautor): Europa der Regionen, für ein Europa der Bürger (= Europa mit-gestalten, Bd. 1). Omnia-Verlag, Köln 1995, ISBN 3-89344-026-7.
- Auf den Spuren Europas. Zur Dimension religiöser Bildung bei der Annäherung an Europa. In: Dietrich Zilleßen (Hrsg.): Religion, Politik, Kultur. Diskussionen im religionspädagogischen Kontext (= Profane Religionspädagogik, Bd. 2). Lit, Münster 2001, S. 65–72, ISBN 3-8258-4844-2.
- (Red.): Europa als Herausforderung. Ein Werkstattbericht aus dem Europa-Zentrum Baden-Württemberg. Stuttgart 2004.
- Perspektiven der Europäischen Union. In: Gerald G. Sander/Monica Vlad (Hrsg.): Quo vadis, Europa? Europas Verfassung und künftige Erweiterungen (= Schriften zu Mittel- und Osteuropa in der Europäischen Integration, Bd. 1). Kovač, Hamburg 2006, S. 233–242, ISBN 3-8300-2211-5.