Michael Griener
deutscher Jazzschlagzeuger
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Michael Griener (* 6. Februar 1968 in Nürnberg) ist ein deutscher Jazz-Schlagzeuger.

Leben und Wirken
Griener, der auch als freier Improvisator und Interpret zeitgenössischer Musik bekannt wurde, kam 1994 nach Berlin, wo er mit Musikern wie Tal Farlow, Herb Ellis, Barry Guy, Axel Dörner, Mal Waldron, Paul Lovens, Zeena Parkins, Keith Tippett, Butch Morris, Ulrich Gumpert, Evan Parker, Aki Takase, Mats Gustafsson, Alexander von Schlippenbach, Joëlle Léandre, David Liebman, Conny Bauer, Johannes Bauer, Andrea Neumann, Chris Dahlgren, Frank Gratkowski, Phil Minton, Maria Răducanu und Tony Buck auftrat.
Über längere Zeit wirkte er an den Vario-Projekten von Günter Christmann mit (u. a. beim C.I.M.-Festival Den Haag 1990, dem Moers Festival 1992, den Wittener Tagen für Neue Kammermusik 1993, Interplay 2006). Mit dem Duo Kimmo Elomaa mit dem Live-Elektroniker jayrope erhielt er 2001 den Förderpreis des Berliner Senats. Daneben arbeitete er mit Tänzern wie Anzu Furukawa und David Zambrano und mit Schauspielern und Schriftstellern zusammen. So wirkte er an einem Paul-Celan-Projekt von Oskar Ansull mit. Ende der 2000er-Jahre gründete Griener mit dem Bassisten Jan Roder und dem Posaunisten Christof Thewes das Trio Squakk; erweitert zum Quartett mit Rudi Mahall entstand Willisau & Berlin (2014).
Ab den 2010er-Jahren spielte er weiterhin mit dem Ulrich Gumpert Quartett, „Baby Bonk“, seinem Trio „Themroc 3, TGW“ (mit Christian Weber und Michael Thieke), „Lacy Pool“, mit Ernst-Ludwig Petrowsky/Uschi Brüning (Ein Résumé, 2013), mit Ellery Eskelin (The Pearls, 2019), im Quartett von Maria Răducanu und im Duo mit Ernst-Ludwig Petrowsky. Zu hören ist er auch auf Simon Rummels Album Singinging (2023) und Lina Allemano’s Ohrenschmaus (Flip Side, 2024).
Griener unternahm Tourneen durch verschiedene europäische Staaten, die Türkei, Israel, Marokko und die USA. Er unterrichtet Jazz und Rhythmik an der Musikhochschule Dresden und der Jazzschule Berlin.
Seit 2025 ist Michael Griener Vorsitzender der Deutschen Jazzunion.[1]
Preise und Auszeichnungen
Im März 2006 erhielt er beim Neuen Deutschen Jazzpreis in Mannheim die Auszeichnung als „kreativster Solist“.
Im November 2008 wurde er von der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ Dresden zum Honorarprofessor bestellt.[2]

Diskografie (Auswahl)
- 1997 – Andreas Willers, Horst Nonnenmacher, Michael Griener: Blue Collar (JazzHausMusik)
- 1998 – Butch Morris Conducts Berlin Skyscraper '95 (mit Bernhard Arndt, Elisabeth Böhm-Christl, Johanne Braun, Nicholas Bussmann, David de Bernardi, Axel Dörner, Wolfgang Fuchs, Gregor Hotz, Aleks Kolkowski, Stephan Mathieu, Dietrich Petzold, Kirsten Reese, Albrecht Riermeier, Olaf Rupp, Tatjana Schütz, Marc Stutz-Boukouya; FMP)
- 2005 – Denzler/Dörner/Müller/Erdmann/Griener Stralau (creative sources)
- 2005 – Willers/Dominique Pifarély/Grange/Griener Montauk (between the lines)
- 2005 – Baltschun/Butcher/Christmann/Griener Vario 41 (edition explico)
- 2007 – Thielke, Griener, Weber: The Amazing Dr. Clitterhouse (Ayler Records)
- 2007 – Dietrich Eichmann ensemble the hot days (mit Chris Heenan, Christian Weber, Alexander Frangenheim, Gunnar Brandt-Sigurdsson; Leo Records)
- 2007 – Ernst-Ludwig Petrowsky / Michael Griener: The Salmon (Intakt)
- „Ich hebe meine Augen in die Welt“ – Groteske Gedichte und ein Prosatext von Alfred Lichtenstein, Hörbuch mit Barbara Wittmann und Detlef Bierstedt mit Musik von und mit Aki Takase und Michael Griener, hoerbuchedition words & music, 2007, ISBN 978-3-9811778-2-4
- 2007 – Michael Thieke, Michael Griener, Christian Weber: The Amazing Dr. Clitterhouse, 2007
- 2009 – Lacy Pool, mit Uwe Oberg, Christof Thewes
- 2014 – Griener, Mahall, Roder, Thewes: Squakk – Willisau & Berlin (Intakt)
- 2017 – Uwe Oberg, Rudi Mahall & Michael Griener: Lacy Pool 2 (Leo Records)
- 2020 – Lina Allemano’s Ohrenschmaus: Rats and Mice (Lumo)
- 2022 – Oùat: The Strange Adventures of Jesper Klint (mit Simon Sieger, Joel Grip; Umlaut Records/Topsi Series)
- 2023 – Rudi Mahall / Michael Griener: Jazzpreis (Astral Spirits)
- 2023 – Die Enttäuschung: Music Minus One (Two Nineteen)
- 2025 – Marina Džukljev ▪ Christian Weber ▪ Michael Griener: Industriesalon (Trouble in the East)
- 2026 – Centrifugal Quartet feat. Jeb Bishop, Mia Dyberg, Antonio Borghini, Michael Griener: Industry (Fundacja Słuchaj)