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Mick Rogers

englischer Gitarrist From Wikipedia, the free encyclopedia

Mick Rogers (* 20. September 1946 in Dovercourt, Essex, England als Michael Oldroyd)[1] ist ein englischer Gitarrist und Sänger. Bekanntheit erlangte er vor allem durch seine Arbeit mit der Manfred Mann’s Earth Band (MMEB), die er 1971 gemeinsam mit Manfred Mann, Chris Slade und Colin Pattenden gründete.[1]

Mick Rogers (2016)

Karriereübersicht

Karrierebeginn

Rogers spielte zunächst Kontrabass, stieg dann aber auf Gitarre um.[2] Erste professionelle Engagements als Musiker hatte er Mitte der sechziger Jahre mit Adam Faith, Gene Pitney und Normie Rowe & The Playboys in Australien.[2] Ab 1967 war er Mitglied der Band Procession, die 1968 in England ein progressives Album auf Popbasis mit starken Jazzeinflüssen aufnahm, das von Mike Hugg produziert wurde.[2] Allerdings trennte sich Procession 1969 wieder und Rogers kehrte nach Australien zurück.[2] Dort formierte er ein Blues-Trio mit dem Namen Bulldog, bevor er Ende 1970 nach London zurückkehrte, um Gründungsmitglied von MMEB zu werden.[2]

Manfred Mann’s Earth Band zwischen 1971 und 1975

Ab 1971 veröffentlichte Mick Rogers zusammen mit der MMEB in regelmäßiger und auch häufiger Abfolge Alben. Das Debütalbum wurde in Großbritannien schlecht aufgenommen.[3] Das zweite Album Glorified Magnified kam dem Klang der Livekonzerte der Band deutlich näher.[4] Ab 1973 mit dem vierten Album Solar Fire und der vorangegangenen (auf dem Album nicht enthaltenen) Single Joybringer stellte sich erster kommerzieller Erfolg ein.[5] Beide Veröffentlichungen sind von Gustav Holsts Werk Die Planeten inspiriert. Es folgten mit The Good Earth (1974) und Nightingales & Bombers (1975) zwei weitere Alben mit Rogers, jedoch ließ der große kommerzielle Erfolg auf sich warten.[6] Der Zuspruch bei den Konzerten wuchs dagegen durch die ausgedehnte Tourtätigkeit rasch.[7] Während der Nordamerikatournee sprang Rogers am 10. Juli 1974 im Municipal Auditorium in Mobile für Frank Zappas verhinderten Bassisten Tom Fowler ein und spielte dessen zweieinhalbstündiges Programm auf einem geliehenen Bass von Colin Pattenden. Rogers bezeichnete den Auftritt später als den größten Abend seines Lebens.[8] 1975 aber hatte Rogers eine harte Zeit in der Band, weil er meinte, sich dort nicht voll entfalten zu können. Ihm stand der Sinn nach Musik im Stil von John McLaughlin. Er fing noch an, am kommenden Megahit für MMEB mitzuarbeiten, dem Bruce-Springsteen-Titel Blinded by the Light, verließ dann aber die Band, auch auf Drängen der anderen Mitglieder.[9]

In einer 2026 veröffentlichten offiziellen Videoreihe der Band schilderten die Beteiligten den Vorgang ausführlicher. Manfred Mann zufolge war Rogers mit der Spielweise der Gruppe als Rockband zunehmend unzufrieden und wollte musikalisch anspruchsvollere Wege gehen, während die übrigen drei Mitglieder sich außerstande sahen, solche Musik überzeugend zu spielen. Zuletzt sei nicht einmal mehr das Proben möglich gewesen, woraufhin man entschied, dass Rogers gehen müsse.[10] Chris Slade bestätigte, die Band habe darüber abgestimmt und sich gegen Rogers entschieden. Dieser habe als Jazzmusiker wahrgenommen werden wollen und sei mit dem Herzen nicht mehr bei der Gruppe gewesen. Die Aufforderung zu gehen sei den anderen sehr schwergefallen, zumal die Band mit Rogers zugleich ihren Frontmann und ihren Leadgitarristen verlor. Den Zeitpunkt wählten sie nach Slades Worten so, dass noch Gelegenheit blieb, einen Nachfolger zu suchen.[10]

Ausstieg aus der Earth Band und Aviator

Rogers ging zunächst zurück nach Australien und gründete dort mit Graham Morgan, Mike Clarke und Peter Jones die Band Eclipse, die 1976 unter dem Namen Mick Rogers & Eclipse die Single Get Your Rocks Off veröffentlichte.[2] Der Titel war von Rogers mit der MMEB bereits zuvor für deren drittes Album Messin’ eingespielt worden.[2] Durch die Verbindung von MMEB zur Plattenfirma Bronze erhielt Rogers das Angebot, bei Uriah Heep einzusteigen, die bei derselben Firma verlegt wurden.[2] Rogers entschied sich nach ein paar Wochen Probe gegen Uriah Heep und gründete stattdessen mit Clive Bunker (ehemals Jethro Tull), Jack Lancaster und John G. Perry die Band Aviator[2], die 1979[11] und 1980[12] je ein Album veröffentlichte. Danach ging der Band allerdings das Geld für die weitere Zusammenarbeit aus.[2] In der Folge näherte er sich wieder Manfred Mann an, zu dem er nie den Kontakt verloren hatte. Dies führte letztlich zu seinem erneuten Einstieg bei MMEB im Jahr 1983.[2] In der Zeit zwischen seinen beiden MMEB-Perioden spielte Rogers außerdem mit folgenden Künstlern: Mike Hugg, Dave Greenslade, Simon Phillips, Tony Reeves, Colosseum II, Jack Lancaster, The Dave Kelly Band (als Ersatz für Tom McGuinness) und Joan Armatrading.[2]

Manfred Mann’s Earth Band 1983 – heute

Nach der MMEB-Tour 1983 musste der Gitarrist Steve Waller die Band verlassen und Mick Rogers übernahm seinen Platz.[13] Es folgten zwei weitere MMEB-Alben, auf denen Rogers mitwirkte: 1986 zunächst Criminal Tango und 1987 Masque (Songs and Planets).[14] Der nachlassende Erfolg der in der Zeit ohne Rogers kommerziell sehr erfolgreichen MMEB führte nach Masque allerdings dazu, dass Manfred Mann die Band zunächst auflöste.[15] Im Frühjahr 1991 reformierte Mann die Band wieder und auch Rogers war erneut mit dabei.[16] Die Band konzentrierte sich auf die traditionell starke Livearbeit und tourte stetig durch Europa mit einem Schwerpunkt u. a. in Deutschland.[17] 1996 erschien wieder ein Studioalbum mit dem Titel Soft Vengeance[18] und von der folgenden Tournee 1998 das Livealbum Mann Alive[19]. Es folgten weitere Jahre mit vielen Liveauftritten und 2004 ein Album mit Manfred Mann mit dem Titel 2006, veröffentlicht unter dem Namen Manfred Mann ’06 with Manfred Mann’s Earth Band[20].

Soloarbeit

Rogers veröffentlichte im Laufe seiner Karriere auch immer wieder Platten unter eigenem Namen. So z. B. Mitte der achtziger Jahre zwei Singles[21], 2002 ein Soloalbum[22] und im Folgejahr eine weitere CD[22]. Am 15. März 2013 kam das Album Sharabang heraus, das zunächst unter dem Titel The Guitarist erscheinen sollte.[23]

Am 30. Januar 2026 folgte bei Copo Events unter dem ursprünglich für Sharabang vorgesehenen Titel The Guitarist ein weiteres Album mit 17 Stücken und gut 77 Minuten Spielzeit. Die Titel 1 bis 3 sind darauf als The Gasoline Suite, die Titel 8 bis 10 als The Airplay Suite zusammengefasst.[24] Rogers nahm darauf sein Hauptinstrument deutlich zurück und arbeitete stattdessen mit Drumloops, synthetisierten Gitarrenklängen und Keyboardsequenzen, die stellenweise an Electronica und Dance erinnern. Vieles ist instrumental gehalten, dazwischen stehen einzelne Rock-Pop-Stücke sowie eigenwillige Coverversionen, unter anderem nach John Lee Hooker und den Shadows. Die Zeitschrift GoodTimes bescheinigte dem damals 79-Jährigen Abwechslungsreichtum, Offenheit für Neues und Risikobereitschaft, hielt die Umsetzung aber für Geschmackssache.[25]

Diskographie (Auszug)

Procession

  • 1968: Live at Sebastian’s[21]
  • 1968: Procession[22]

Manfred Mann’s Earth Band & verwandte Projekte

Hauptartikel: Manfred Mann’s Earth Band

Aviator

The Moon Orchestra

Solo

Einzelnachweise

Literatur

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