Mihael Ambrož

slowenischer Politiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Mihael Ambrož, deutsch: Michael Ambrosch, (* 14. Februar 1808 in Ljubljana; † 25. April 1864 ebenda) war ein slowenischer Verwaltungsbeamter und Politiker. Von 1861 bis zu seinem Tode im Jahr 1864 war er Bürgermeister von Ljubljana.

Mihael Ambrož, Mihael Stroj 1850 (Slowenisches Nationalmuseum)

Werdegang

Mihael Ambrož studierte nach dem Gymnasialabschluss zunächst Theologie. Er entschied sich jedoch nach einem Jahr für ein Jurastudium in Graz und Wien. In Wien arbeitete er zeitweise als Hauslehrer. Nach seiner Rückkehr nach Ljubljana war er als Praktikant am Stadt- und Landgericht tätig. Von 1836 bis 1848 war er Bezirkskommissar in verschiedenen Orten (unter anderem in Ribnica und Bled).

Politisches Wirken

1848 wurde Ambrož als Abgeordneter für die Wahlbezirke Radovljica, Škofja Loka und Višnja Gora in den Wiener Reichstag gewählt. Dort gehörte er dem Verfassungsausschuss an. Er setzte sich für die bürgerlichen Freiheiten ein und forderte unter anderem die Aufhebung der Todesstrafe. Nach der Auflösung des Reichstags im Jahr 1849 schied er aus dem Staatsdienst aus und widmete sich der lokalen Politik sowie unternehmerischen Tätigkeiten.

Im Jahr 1850 wurde er zum Gemeinderat und zum Bürgermeister von Ljubljana gewählt. Da seine Bestätigung durch die staatlichen Behörden – offensichtlich aufgrund seiner liberalen Einstellungen – jedoch lange auf sich warten ließ, trat er 1851 zurück.[1][2]

1861 wurde er erneut Gemeinderat und der erste slowenische Bürgermeister von Laibach sowie Abgeordneter im Krainer Landtag. Während seiner Amtszeit als Bürgermeister setzte sich Ambrož für die Einführung des Slowenischen als Amtssprache neben Deutsch in der Stadtverwaltung ein, förderte den Ausbau der städtischen Infrastruktur (Gasbeleuchtung, Kanalisation) und unterstützte den Ausbau des Schulwesens.[3]

Kulturelles Engagement

Ambrož war im Jahr 1861 Mitbegründer der Lesegesellschaft Ljubljana (Ljubljanska čitalnica) und deren erster Präsident.[4] Er förderte die slowenische Sprache und Kultur, betonte aber gleichzeitig die Bedeutung des Deutschen als Bildungssprache. 1850 war er an der Gründung des slowenischen Theaters beteiligt und gründete 1861 einen Rechtswissenschaftlichen Verein zur Entwicklung der slowenischen Rechtsterminologie.[5]

Würdigung

Ambrož wird als der erste demokratisch gewählte Bürgermeister von Ljubljana bezeichnet. Der slowenische Historiker Stane Granda beschreibt ihn unter Bezug auf seinen Charakter als Ausnahmeerscheinung unter den slowenischen Politikern des 19. Jahrhunderts: Er sei dezidiert slowenisch orientiert gewesen, habe sich aber intensiv um Einheit zwischen der deutschen und der slowenischen Bevölkerung bemüht. Er wollte ein Bürgermeister für alle Einwohner Ljubljanas sein. Mit seiner Amtsführung schuf er ein Modell, das in politischer Hinsicht keine Fortsetzung fand, schreibt Granda in seiner Analyse „Die ersten demokratischen Bürgermeister von Ljubljana“. (Originaltitel: Mihael Ambrož in Etbin Henrik Costa - prva ljubljanska demokratična župana)[6]

Der Ambrožev trg/(Ambrož-Platz) mit dem gleichnamigen Park im Stadtteil Poljane des Stadtbezirks Center von Ljubljana trägt den Namen des Bürgermeisters. Der Familiengrabstein wird im Navje-Gedenkpark bewahrt.[7]

Werke

  • Michael Ambrosch/Mihael Ambrož. Franz Metelko'sche Waisenstiftung in Laibach / Franc Metelko-tova siroska ustanova (Stiftunga) v Ljubljani. Verlag des Stadtmagistrates Laibach, 1866. Narodna in univerzitetna knjižnica, Ljubljana 2021 Link

Siehe auch

Literatur

  • Dragotin Lončar: Ambrož, Mihael (1808–1864). In: Slovenska biografija. Slovenska akademija znanosti in umetnosti, Znanstvenoraziskovalni center SAZU, 2013.
Commons: Mihael Ambrož – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Mihael Ambrož – Quellen und Volltexte (slowenisch)

Einzelnachweise

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