Mikrogastrie

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Die Mikrogastrie, von altgriechisch γαστήρ gaster, deutsch Magen und altgriechisch μικρός mikrós, deutsch klein, eng, ist eine sehr seltene Dysplasie aufgrund einer gestörten Embryonalentwicklung mit dem Ergebnis eines (erheblich) zu kleinen Magens. Fast immer liegen weitere Fehlbildungen vor.[1]

Schnelle Fakten Klassifikation nach ICD-10 ...
Klassifikation nach ICD-10
Q40.2 Sonstige näher bezeichnete angeborene Fehlbildungen des Magens – Mikrogastrie
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)
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Ein komplettes Fehlen wird als Agastrie bezeichnet.

Die Erstbeschreibung einer Mikrogastrie stammt aus dem Jahre 1894 durch den Pariser Pathologen Maurice Dide (* 3. Juni 1873 in Paris; † 26. März 1944 KZ Buchenwald),[2] die klinischen und radiologischen Befunde wurden im Jahre 1956 durch den Begründer der Kinderradiologie John Caffey beschrieben.[3]

Die Definition als Syndrom erfolgte im Jahre 1971 durch Reinhard D. Schulz und F. Niemann.[4]

Verbreitung

Die Häufigkeit wird mit unter 1 zu 1.000.000 angegeben.[1]

Eine Mikrogastrie kann im Rahmen von Syndromen wesentliches Merkmal sein wie z. B. bei:

Ursache

Die Ursache dieser embryonalen Entwicklungsstörung ist nicht bekannt. Der Magen entsteht zusammen mit dem Rachen, Kehlkopf, der Speiseröhre und dem Zwölffingerdarm als spindelförmige Erweiterung aus dem Vorderdarm, aus dem sich auch die Luftröhre und die Lunge entwickeln. Daher sind mit einer Mikrogastrie – wenn auch in unterschiedlichem Ausmaße – Fehlbildungen weiterer Organe assoziiert. Aufgrund der ausgebliebenen oder unvollständigen Drehungen des Vorderdarmes liegt oft eine Malrotation, Heterotaxie, auch Situs ambiguus, Asplenie oder ein Ivemark-Symptomenkomplex vor.[5][7]

Klinische Erscheinungen

Klinische Kriterien sind:[1][7]

  • Manifestation im Kleinkindalter, zur Neugeborenenzeit, vorgeburtlich
  • Erbrechen von Geburt an, da der zu kleine Magen kaum Nahrung speichern und verdauen kann.

Diagnose

Die Diagnose ergibt sich bildgebend sonographisch auch schon während der Pränataldiagnostik sowie nach der Geburt durch Röntgendiagnostik:[7][8]

Es fehlt die Magenblase, in der Magen-Darm-Passage mit Röntgenkontrastmittel ist der Magen kaum oder nicht angelegt. Oft besteht eine Cardia-Insuffizienz, der untere Teil der Speiseröhre ist erweitert als Ersatzspeicher.

Therapie

Die Behandlung erfolgt operativ z. B. durch Hunt-Lawrence-Pouch[9][10][11][12] oder durch Gastric augmentation.[13]

Literatur

  • C. Filisetti, L. Maestri, M. Meroni, F. Marinoni, G. Riccipetitoni: Severe Dumping Syndrome in a 6-year-old Girl with Congenital Microgastria Treated by Hunt-Lawrence Pouch. In: European journal of pediatric surgery reports. Band 5, Nummer 1, Januar 2017, S. e17–e20, doi:10.1055/s-0037-1601305, PMID 28361011, PMC 5371510 (freier Volltext).
  • P. Vasas, S. S. Mudan, C. A. Akle: Congenital microgastria with limb defect combined with megaduodenum: case report and review of literature. In: The Indian journal of surgery. Band 73, Nummer 2, April 2011, S. 122–124, doi:10.1007/s12262-010-0185-2, PMID 22468061, PMC 3077154 (freier Volltext).
  • R. C. Cohen: Congenital microgastria – management with a Hunt-Lawrence jejunal reservoir pouch. In: Pediatric Surgery International. Band 6, 1991, doi:10.1007/BF00176429.
  • O. Hochberger, W. Swoboda: Congenital microgastria. In: Pediatric Radiology. Band 2, 1974, S. 207, doi:10.1007/BF00972735.

Einzelnachweise

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