Milena Verlag
österreichischer Publikumsverlag
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Der Milena Verlag ist ein österreichischer Buchverlag mit Sitz in Wien. Er wurde 1980 als Wiener Frauenverlag gegründet und war ursprünglich auf feministische Literatur, Frauenforschung und Literatur von Autorinnen spezialisiert. Seit einer programmatischen Neuausrichtung ab 2007 veröffentlicht der Verlag Belletristik, Sachbücher, zeitgeschichtliche Titel, Klassiker und Wiederentdeckungen sowie satirische und humoristische Literatur.[1]
| Milena Verlag | |
|---|---|
| Rechtsform | Einzelfirma |
| Gründung | 1980 |
| Sitz | Wien, Österreich |
| Leitung | Vanessa Wieser |
| Branche | Verlag |
| Website | Milena Verlag |
| Stand: 2022 | |
Geschichte und Programm
Der Verlag wurde 1980 in Wien als Wiener Frauenverlag von neun Frauen gegründet. Er entstand im Umfeld der autonomen Frauenbewegung und verstand sich als feministischer Verlag, der belletristische und wissenschaftliche Literatur von Frauen veröffentlichte. Nach Darstellung des Literaturarchivs der Österreichischen Nationalbibliothek zielte der Verlag darauf ab, Frauenliteratur, die in der österreichischen Verlagslandschaft bis dahin marginalisiert gewesen war, stärker zu verbreiten.[2]
Die Anfangsjahre waren von prekären Arbeitsbedingungen geprägt. Büro und Lager waren zunächst auf mehrere Privathaushalte verteilt; erst Mitte der 1980er Jahre kam es zu einer stärkeren institutionellen Konsolidierung. 1986 wurde das Programm nach finanziellen Schwierigkeiten neu strukturiert und die Zahl der Neuerscheinungen erhöht. Zum Programm des ursprünglichen Frauenverlags gehörten neben Belletristik auch feministische Theorie, Frauenforschung, Dokumentationen, Lesbenliteratur, Kriminalliteratur und Gesundheitsratgeber. Zu den frühen Reihen zählten unter anderem Frauenforschung/Feministische Theorie, Dokumentationen, Giftmelange und eine Reihe für Lesbenliteratur.[2]
1997 wurde der Wiener Frauenverlag in Milena Verlag umbenannt. Der Name verweist auf die tschechische Journalistin, Autorin und Übersetzerin Milena Jesenská.[2]
Im Jahr 2007 übernahm Vanessa Wieser die Leitung des Verlags und leitete eine inhaltliche Neuausrichtung ein. Der Verlag öffnete sich für männliche Autoren und stellte sein Programm breiter auf. Medienberichte beschrieben diese Phase als Abkehr vom ausschließlich feministischen Verlagsprofil und als wirtschaftlich motivierte programmatische Neupositionierung.[3][4]
Seit der Neuausrichtung umfasst das Verlagsprogramm unter anderem zeitgenössische Literatur, Humor, Kriminalromane, Sachbücher, Zeitgeschichte sowie Klassiker und literarische Wiederentdeckungen. Die Wiener Zeitung beschrieb den Verlag 2020 als Wiener Kleinverlag mit gesellschaftskritischem Anspruch, auffälliger grafischer Gestaltung und Nähe zur Poetry-Slam-Szene. In der Reihe Revisited erscheinen Neuauflagen vergessener oder vergriffener Autorinnen und Autoren, darunter Friedo Lampe, Gina Kaus, Otto Basil und Annemarie Selinko.[1]
Der ORF berichtete 2018 über die wirtschaftlichen Schwierigkeiten kleiner Verlage und nannte Milena als Beispiel für einen Verlag, der sich nach der feministischen Gründungsphase breiter aufgestellt, zugleich aber wieder stärker auf Literatur, zeitgenössische Texte und Klassiker fokussiert habe.[5]
Autoren
- A: Stefan Abermann, Kathy Acker, Helga Anderle, Leontina Arditti, El Awadalla
- B: Eva Bachinger, Lilian M. Bader, James Graham Ballard, Thomas Ballhausen, Iain Banks, Toby Barlow, Irmgard Barta, Otto Basil, Amira Ben Saoud, Peter Benchley, Hugo Bettauer, David Bröderbauer, Günter Brödl, Rudolf Brunngraber, Nadja Bucher, Maria Buchmayr, Klaus Buttinger
- C: Edie Calie, Bill Callahan, Marc Carnal, Peter Cheyney, Claudi Coutre
- D: Peter Draxl, Brigitte Drexler
- E: Michaela Ebner, Kommando Elefant, Waltraud Ernst
- F: Verena Fabris, Fabian Faltin, Else Feldmann, Paul Ferstl, Edith Foster, Leonhard Frank, Edith Friedl, Kinky Friedman, Mali Fritz, Wolfgang Fritz, Walter Fröhlich
- G: Petra Ganglbauer, John Champlin Gardner, Claudia Gerhartl, Informationsstelle gegen Gewalt, Manfred Gram, Thomas Griessl, Walter Gröbchen, Linzer Grüne
- H: Gabriele Habinger, Elisabeth R. Hager, Heide Hammer, Erika Hasenhüttl, Dieter J. Hecht, Fred Heller, Elisabeth Hellmich, Heike Herrberg, Helga Hieden-Sommer, Ludwig Hirschfeld, Elias Hirschl, Gabi Horak, Max Horejs, Felix Hubalek, Friedrich Huch, Langston Hughes, Hydra
- I: Luce Irigaray, Mustafa Hamid Ishraga
- J: Anna Regine Jeck, Hermine Jursa, Christopher Just
- K: Irmtraut Karlsson, Peter Karoshi, Gina Kaus, Juliane Kay, Hilde Kernmayer, Manfred Kerry, Edith Kneifl, Magnus Koch, Viktorija Kocman, Markus Köhle, Nicole Kolisch, Jan Kossdorff, Beatrix M. Kramlovsky, Eva Kreisky, Sigrid Kretschmer, Susanne Kristek, Ursula Kubes-Hofmann, Wolfgang Kühnelt, Andreas Kump
- L: Friedo Lampe, Eleonore Lappin, Andreas Latzko, Meike Lauggas, Joe Lederer, Laurie Lee, Lisa Lercher, Heinz Liepman, Liane Locker, Paul Lukas, Ulrike Lunacek
- M: Albrecht E. Mangler, Elisabeth Markstein, Gerlinde Mauerer, Mieze Medusa, Dominika Meindl, Arbeitsgruppe Migrantinnen und Gewalt, Wolfgang Millendorfer, Dani C. Mimo, René Monet, Hélène de Monferrand, Gebrüder Moped, Christian Moser-Sollmann, Bernhard Moshammer, Liesl Müller-Johnson, Lisa Mundt, Mirjam Müntefering
- N: Christa Nebenführ, Robert Neumann, Agnes Neumayr, Barbara Neuwirth, Vilma Neuwirth, Maria Newald, Margit Niederhuber, Hermine Nierlich-Jursa
- O: Christine Oertel, Kurt Ostbahn
- P: Helga Pankratz, Hertha Pauli, Alice Pechriggl, Lisa Pei, Gudrun Perko, Peter Pirker, Silvia Pistotnig, Andreas Plammer, Hans Platzgumer, Wolfgang Pollanz, Evelyne Polt-Heinzl, Anita Prammer, Rosa Puhm
- R: Andreas Rainer, Dee Dee Ramone, Claudia Rath, Monika Reitprecht, Rachel Rep, Ulrike Repnik, Lisa Rettl, Ines Rieder, Tina Ring, Joseph Roth
- S: Christoph Salcher, Annemarie Selinko, Peter Scher, Götz Schrage, Gudrun Seidenauer, Elfriede Semrau, Hermann Sinsheimer, Beate Soltész, Amaryllis Sommerer, Hilde Spiel, Karin Spielhofer, Hildegard Steger-Mauerhofer, Sonja Steinert, Evelyn Steinthaler, Gerhard Stöger, Henrik Szántó, Eugen Szatmari
- T: Franziska Tausig, Carolin Tener, Texta, Katharina Tiwald, Friedrich Torberg, Claudia Maria Traint, Suzana Tratnik, Cornelia Travnicek, Karl Tschuppik, Thea Von Harbou
- W: Peter Waldeck, Tina Walzer, Alexia Weiss, Carl Weissner, Martina Wied, Margot Wieser, Vanessa Wieser, Tanela Wolff
- Y: Elisabeth Young-Bruehl
- Z: Michael Ziegelwagner, Peter Zimmermann, Maximilian Zirkowitsch
- z: Franziska zu Reventlow