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Milena Verlag

österreichischer Publikumsverlag From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Milena Verlag ist ein österreichischer Buchverlag mit Sitz in Wien. Er wurde 1980 als Wiener Frauenverlag gegründet und war ursprünglich auf feministische Literatur, Frauenforschung und Literatur von Autorinnen spezialisiert. Seit einer programmatischen Neuausrichtung ab 2007 veröffentlicht der Verlag Belletristik, Sachbücher, zeitgeschichtliche Titel, Klassiker und Wiederentdeckungen sowie satirische und humoristische Literatur.[1]

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Geschichte und Programm

Der Verlag wurde 1980 in Wien als Wiener Frauenverlag von neun Frauen gegründet. Er entstand im Umfeld der autonomen Frauenbewegung und verstand sich als feministischer Verlag, der belletristische und wissenschaftliche Literatur von Frauen veröffentlichte. Nach Darstellung des Literaturarchivs der Österreichischen Nationalbibliothek zielte der Verlag darauf ab, Frauenliteratur, die in der österreichischen Verlagslandschaft bis dahin marginalisiert gewesen war, stärker zu verbreiten.[2]

Die Anfangsjahre waren von prekären Arbeitsbedingungen geprägt. Büro und Lager waren zunächst auf mehrere Privathaushalte verteilt; erst Mitte der 1980er Jahre kam es zu einer stärkeren institutionellen Konsolidierung. 1986 wurde das Programm nach finanziellen Schwierigkeiten neu strukturiert und die Zahl der Neuerscheinungen erhöht. Zum Programm des ursprünglichen Frauenverlags gehörten neben Belletristik auch feministische Theorie, Frauenforschung, Dokumentationen, Lesbenliteratur, Kriminalliteratur und Gesundheitsratgeber. Zu den frühen Reihen zählten unter anderem Frauenforschung/Feministische Theorie, Dokumentationen, Giftmelange und eine Reihe für Lesbenliteratur.[2]

1997 wurde der Wiener Frauenverlag in Milena Verlag umbenannt. Der Name verweist auf die tschechische Journalistin, Autorin und Übersetzerin Milena Jesenská.[2]

Im Jahr 2007 übernahm Vanessa Wieser die Leitung des Verlags und leitete eine inhaltliche Neuausrichtung ein. Der Verlag öffnete sich für männliche Autoren und stellte sein Programm breiter auf. Medienberichte beschrieben diese Phase als Abkehr vom ausschließlich feministischen Verlagsprofil und als wirtschaftlich motivierte programmatische Neupositionierung.[3][4]

Seit der Neuausrichtung umfasst das Verlagsprogramm unter anderem zeitgenössische Literatur, Humor, Kriminalromane, Sachbücher, Zeitgeschichte sowie Klassiker und literarische Wiederentdeckungen. Die Wiener Zeitung beschrieb den Verlag 2020 als Wiener Kleinverlag mit gesellschaftskritischem Anspruch, auffälliger grafischer Gestaltung und Nähe zur Poetry-Slam-Szene. In der Reihe Revisited erscheinen Neuauflagen vergessener oder vergriffener Autorinnen und Autoren, darunter Friedo Lampe, Gina Kaus, Otto Basil und Annemarie Selinko.[1]

Der ORF berichtete 2018 über die wirtschaftlichen Schwierigkeiten kleiner Verlage und nannte Milena als Beispiel für einen Verlag, der sich nach der feministischen Gründungsphase breiter aufgestellt, zugleich aber wieder stärker auf Literatur, zeitgenössische Texte und Klassiker fokussiert habe.[5]

Autoren

Einzelnachweise

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