Miles Mobility
deutscher Carsharinganbieter
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Miles Mobility (Kurzform Miles; Eigenschreibweise: MILES, deutsch: ,Meilen‘) ist ein konzernunabhängiger Mobilitätsanbieter mit Hauptsitz in Berlin. Das Unternehmen bietet stationsunabhängiges Carsharing, Langzeitmieten und Auto-Abo an.[3]
| Miles Mobility GmbH | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 2016 |
| Sitz | Berlin, |
| Leitung |
|
| Mitarbeiterzahl | 193,67 (2023, durchschnittlich 129,25 in Vollzeit, 64,42 in Teilzeit)[1][2] |
| Umsatz | 174,4 Mio. Euro (2023)[1][2] |
| Branche | Carsharing & Auto-Abo |
| Website | miles-mobility.com |
| Stand: 31. Dezember 2023 | |
Geschichte
Miles (ehemals drive by[4]) wurde 2016 von Alexander Eitner und Florian Haus gegründet und nahm 2017 mit seinen ersten Carsharing-Fahrzeugen in Berlin den Betrieb auf.[5] Im Herbst 2019 traten Oliver Mackprang und Eyvindur Kristjansson der Geschäftsführung bei.[6] Im Herbst 2022 übernahm Miles das Carsharing-Angebot von Volkswagen WeShare und integrierte es in seinen Service.[7] Seit 2022 bietet Miles deutschlandweit Auto-Abos an.[8]
Anfang 2024 erlangte Miles besondere Aufmerksamkeit durch flächendeckenden Vandalismus an seinen Fahrzeugen. Der untere Strich des Buchstabens „E“ wurde von den Fahrzeugen, insbesondere Transportern, von dem Folienschriftzug abgezogen oder überdeckt, sodass das Wort „MILFS“ entstand.[9]

Laut dem Bundesverband Carsharing gehört Miles im Jahr 2024 zu den führenden Carsharing-Anbietern in Deutschland.[10]
Von Oktober 2023 bis Dezember 2025 wurde aufgrund des Verdachts der Unterschlagung von Parkgebühren in Höhe von bis zu 30 Millionen Euro gegen Miles ermittelt. Im Dezember 2025 verhängte die Berliner Staatsanwaltschaft schließlich ein Bußgeld in Höhe von 25 Millionen Euro gegen Miles aufgrund der zu wenig bezahlten Parkgebühren. Der Bußgeldbescheid wurde rechtskräftig, nachdem Miles das Bußgeld bezahlt hatte und auf Rechtsmittel verzichtete.[11][12]
Angebot
Carsharing

Die Miete eines Fahrzeugs erfolgt digital über die Miles-App. Dafür werden eine E-Mail-Adresse, ein Ausweisdokument, ein EU-Führerschein und ein Zahlungsmittel (z. B. Kreditkarte, PayPal, Apple Pay, Google Pay, o. ä.) benötigt.[13] Ein Miles-Fahrzeug kann flexibel innerhalb des Geschäftsgebiets angemietet und abgestellt werden. Das Geschäftsgebiet umfasst dabei Teile des jeweiligen Stadtgebiets. Grundsätzlich ist das Parken auf Parkplätzen mit Parkscheinpflicht in den Städten, in denen Miles aktiv ist, ohne Ziehen eines Parkscheins erlaubt, da Miles die Gebühr hierfür digital entrichtet. Dem Nutzer entstehen dabei keine zusätzlichen Kosten. In einigen Städten (München, Stuttgart, Düsseldorf) ist auch das Parken auf Anwohnerparkplätzen erlaubt.[14] Neben der Abrechnung nach gefahrenen Kilometern gibt es auch Stunden- und Tagestarife, die bis zu 30 Tagen gelten.[15] Es ist möglich, mit dem Fahrzeug ins Ausland zu fahren oder in einer anderen Stadt mit Miles-Vertretung abzustellen. Im Ausland muss der Nutzer jedoch einige Kosten wie z. B. Tanken und Laden selbst tragen.[16]
Miles Fahrzeuge können nicht nur über die Miles App, sondern auch über Plattformen wie Free Now[17], Jelbi[18], hvv switch[19], redy[20], Bolt[21] und Europcar[22] gebucht werden.
Flotte

2025 umfasst die Flotte von Miles über 18.000 Fahrzeuge.[23] Das Unternehmen bietet verschiedene Fahrzeugmodelle für unterschiedliche Bedarfsfälle an, darunter auch Elektrofahrzeuge (Stand März 2026):[24][25]
- Kleinwagen (VW Polo GP 2022, Opel Corsa GS und Elegance)
- Kompaktklasse (VW ID.3, Cupra Born, VW Taigo, Audi Q2 S-line, Opel Astra ST)
- Mittelklassewagen (Audi A4 Avant, Tesla Model 3 und Tesla Model Y)
- Transporter (Mercedes Sprinter, VW Crafter, VW T6, Opel Vivaro)
Orte
Miles ist, Stand Februar 2026, in zwölf deutschen Städten aktiv:[26]
Berlin, Potsdam, Hamburg, München, Augsburg, Köln, Düsseldorf, Duisburg, Wuppertal, Stuttgart, Solingen, Frankfurt am Main, Mönchengladbach[26]
Für eine Pilotphase ist Miles seit August 2025 mit einem Geschäftsgebiet in Mönchengladbach vertreten. Ursprünglich temporär für die Hockey-Europameisterschaft eingerichtet bestand eine „positive Resonanz“. Während der ursprünglichen zehntägigen Testphase wurden ca. 200 Fahrten durchgeführt, wovon 90 zwischen Mönchengladbach und Düsseldorf stattfanden.[27] Die Stadt Mönchengladbach hat daher Carsharing dauerhaft etablieren.[28]
Im Jahr 2022 begann Miles Mobility in Gent mit Geschäftsaktivitäten in Belgien. Am 11. März 2025 gab das Unternehmen bekannt, dass es sich wieder aus Belgien zurückziehen werde. Als Grund hierfür wurde ein anhaltender starker Vandalismus und hohe Anzahl an Diebstahlversuchen insbesondere in Brüssel genannt. Zuletzt hatte Miles 1400 Fahrzeuge und 180.000 registrierte Nutzer in Belgien.[29][30] Es bleibt jedoch weiterhin möglich, Deutschland mit einem MILES-Fahrzeug während einer aktiven Miete zu verlassen.
Effekte
Das Institut Schreier veröffentlichte 2025 eine Studie zur Wirkung von stationslosem Carsharing in München, Hamburg und Köln. Befragt wurden 1139 Nutzerinnen und Nutzer des Anbieters Miles. Basierend auf der Berechnungsmethodik des Bundesverbands CarSharing (bcs) kann ein Fahrzeug von Miles bis zu 23 private Pkw ersetzen. Würde stationsloses Carsharing eingestellt werden, käme es im Durchschnitt zu einem Anstieg des Autobestands um 0,4 Fahrzeuge pro Haushalt.[31]
Auto-Abo
Die Abo-Fahrzeuge können über eine spezielle Website für einen flexiblen Zeitraum von zwei bis 24 Monaten gemietet werden. Beim Abo sind Versicherung, Steuer und Wartung inklusive.[32][33][34]
Diverses

Seit seiner Gründung unterstützt Miles kontinuierlich wohltätige Organisationen und Projekte durch die Initiative Miles Charity mit Geld- und Sachspenden. Im Winter 2022 arbeitete das Unternehmen mit der Aktion „One Warm Winter“ zusammen, um seine Fahrzeuge mit Notfallboxen („Wärme-Kits“) auszustatten, die von Nutzern an Obdachlose verteilt werden konnten.[35] Aktuell sind 22 der über 18.000 Fahrzeuge explizite Charity-Fahrzeuge, deren Gewinne gespendet werden.[23][36]
Miles erhebt Strafgebühren bei unsachgemäßer Verwendung. Beispielsweise fallen 50 Euro Strafgebühr an, wenn im Kilometertarif ein Fahrzeug lediglich zum Aufenthalt genutzt und nicht bewegt wird. Zudem gibt es Vertragsstrafen fürs Rauchen, Parken außerhalb des Geschäftsgebiets, aggressives Fahrverhalten usw.[37]
Im polenischen Mostki betreibt Miles das Miles Repair Center Poland. In der Einrichtung werden sämtliche Fahrzeuge am Ende der Nutzungsdauer für den Weiterverkauf oder die Rückgabe an den Leasinggeber aufbereitet.[38][39] Kleinere Schäden werden in örtlichen Reparaturzentren repariert, in denen auch die Reinigung der Fahrzeuge durchgeführt wird.[38]
Im November 2024 ist eine Galileo-Reportage zu Miles Mobility erschienen mit einem Blick hinter die Kulissen des Unternehmens.[38]
