Cappeln (Oldenburg)

Gemeinde im Landkreis Cloppenburg From Wikipedia, the free encyclopedia

Cappeln (Oldenburg) ist eine Einheitsgemeinde im Landkreis Cloppenburg in Niedersachsen und liegt im Oldenburger Münsterland.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Cappeln (Oldenburg)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Cappeln (Oldenburg) hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 52° 49′ N,  7′ O
Bundesland:Niedersachsen
Landkreis: Cloppenburg
Höhe: 46 m ü. NHN
Fläche: 76,52 km²
Einwohner: 7504 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 98 Einwohner je km²
Postleitzahl: 49692
Vorwahl: 04478
Kfz-Kennzeichen: CLP
Gemeindeschlüssel: 03 4 53 003
Gemeindegliederung: 9 Ortschaften
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Markt 3
49692 Cappeln (Oldenburg)
Website: www.cappeln.de
Bürgermeister: Marcus Brinkmann (Einzelbewerber)
Lage der Gemeinde Cappeln (Oldenburg) im Landkreis Cloppenburg
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Gemeindegliederung und Nachbarorte

Gemeindegliederung

Zur Gemeinde Cappeln gehören folgende Gemeindeteile (Einwohnerzahlen in Klammern, Stand 10. Mai 2023):[2]

  • Cappeln (Ort) (3030)
  • Bokel (1004)
  • Elsten (651)
  • Hochelsten (47)
  • Mintewede (30)
  • Nutteln (158)

Nachbarorte

Benachbarte Gemeinden und Ortschaften sind, beginnend von Norden im Uhrzeigersinn, die Emsteker Bauerschaft Höltinghausen, die Gemeinde Emstek, die Stadt Vechta, die Gemeinde Bakum, die Bakumer Ortschaft Lüsche, die Gemeinde Essen, die Gemeinde Lastrup sowie die Stadt Cloppenburg.

Umliegende Ortschaften im Überblick
Cloppenburg (6 km) Höltinghausen (6 km) Emstek (4 km)
Lastrup (17 km) Vechta (15 km)
Essen (16 km) Lüsche (9 km) Bakum (9 km)

Die Entfernungsangaben beziehen sich auf die Entfernung bis zum Ortszentrum.

Landschaftsnutzung

Die Gemeinde Cappeln ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt und weitmaschig besiedelt. 82 % der Fläche der Gemeinde sind landwirtschaftlich genutzt, weitere 11 % bestehen aus Wald. Die restlichen Areale sind als Ödland, Siedlungs- und Verkehrsflächen anzusehen.[3]

Geografie

Geografische Lage

Cappeln (Oldb) liegt im Oldenburger Münsterland im westlichen Niedersachsen und gehört zum Landkreis Cloppenburg. Die Gemeinde befindet sich in einer flachwelligen Geestlandschaft mit landwirtschaftlicher Prägung. Sie liegt verkehrsgünstig zwischen den Städten Cloppenburg und Vechta.

Oberflächengewässer, Moore und andere Feuchtgebiete

Das Gemeindegebiet von Cappeln gehört hydrologisch zum Einzugsgebiet der Hase und damit zum Flusssystem der Ems. Die Hase selbst fließt aber nicht direkt durch Cappeln, sondern südlich und westlich der Gemeinde.

Die Gemeinde Cappeln liegt innerhalb der naturräumlichen Zone, die zur größeren Landschaftseinheit Wildeshauser Geestlandschaft zählt – genauer: im Bereich der „Hunte-Leda-Moorniederung / Delmenhorster Geest[4].[5] Diese Landschaft ist charakterisiert durch eine Mischung aus Geest, Moorresten, Feuchtwiesen und Auenlandschaften – oft mit Grundmoräne, flachen Senken und Gewässern.[6]

Das Niedermoor am Callhorner Mühlenbach[7] wird in der jüngsten Potenzialstudie Moore in Niedersachsen[8] als Moorgebiet ausgewiesen, das teilweise auf dem Gebiet der Gemeinde Cappeln liegt (Gesamtfläche 294 Hektar). Das Gebiet besteht aus Niedermoor (und teils ungenutztem Moor), teilweise Grünland und Ackerflächen. D.h., das Moor wurde weitgehend umgewandelt, aber das Gebiet weist noch Moorböden bzw. ehemalige Moorstandorte auf. Es handelt sich um ein historisch und geologisch bedeutendes Moor/Feuchtgebiet mit entsprechendem Potenzial für Renaturierung, Wasserhaushalt und Biodiversität.

Die ökologisch-hydrologischen Herausforderungen in Cappeln sind eng mit der historischen Entwässerung von Mooren, intensiver Landwirtschaft und Siedlungsentwicklung verbunden. Zentrale Themen sind Wasserretention, Grundwasserneubildung, Hochwasserrisiko und Biodiversitätsschutz.

Untergrundverhältnisse

Die geologische Beschaffenheit von Cappeln (Oldenburg) ist von der letzten Eiszeit (Weichsel-Kaltzeit) geprägt. Die Region gehört zum Oldenburger Münsterland, einer Landschaft, die sich durch flachwellige Moränenlandschaften, Moorgebiete und Auenlandschaften auszeichnet. Die geologischen Verhältnisse in Cappeln ähneln denen in benachbarten Orten wie Bakum und Langförden. Bohrungen in benachbarten Gebieten wie Langförden zeigen, dass die obersten Sedimentschichten eine Mächtigkeit von etwa 5 bis 7 m haben. Darunter liegt eine 10 m starke, lehmige und marlige Sedimentschicht. Der oberflächennahe Grundwasserleiter befindet sich in einer Tiefe von 2 bis 6 m. Sandige Schichten in einer Tiefe von 25 bis 30 m bilden einen ertragreichen Aquifer für die Grundwasserförderung. Etwa 99 % des Trinkwassers wird aus dem Grundwasser gewonnen.

Klima

In Cappeln herrscht ein durch feuchte Nordwestwinde von der Nordsee beeinflusstes gemäßigtes Seeklima mit milden Wintern, warmen Sommern und ganzjährig gleichmäßig verteilten, mäßigen Niederschlägen. Die Sommer sind häufig trocken und sonnig, während im Winter gelegentlich Schnee fällt.

Im Jahre 2023 betrug die durchschnittliche Temperatur 11,2 °C. Sie ist tendenziell steigend. Sie betrug in den letzten zehn Jahren durchschnittlich 10,6 °C und in den letzten 100 Jahren waren es durchschnittlich 9,2 °C. Zwischen Mai und August kann mit durchschnittlich 20–25 Sommertagen (klimatologische Bezeichnung für Tage, an denen die Maximaltemperatur 25 °C übersteigt) gerechnet werden.

Es gibt je nach Messmethode und Definition durchschnittlich etwa 1627–2275 Sonnenstunden pro Jahr.[9]

Die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge im Zeitraum 2012–2021 betrug 528 mm.[10]

Geschichte

Eingang zur Quatmannsburg

Am Calhorner Mühlenbach befinden sich die Reste der Ringwall-Anlage Quatmannsburg.[11] Die Burg besteht aus einem Ringwall von 90 bis 100 m Durchmesser mit einer Höhe von bis zu 2 m hoch und einer Breite von bis zu 22 m.[12] Das Alter der Anlage ist nicht bekannt. Die gemachten Funde stammen aus dem 11. und 12. Jahrhundert. Die Anlage ist nach den heutigen Grundstückseigentümern benannt worden.

Erste urkundliche Erwähnung des Ortes war im Jahr 1159, als sich Cappeln von Emstek löste und eine selbstständige Kirchengemeinde gründete. Der Name „Cappeln“ bedeutet „Kapelle“. Bereits vor 1150 baute man in Cappeln die erste Kirche, die erst im Jahre 1900 abgebrochen werden musste. Die Ortschaften Elsten, Bokel, Tenstedt und Osterhausen wurden erstmals 1217 in einer Urkunde erwähnt.[13] Nach längeren Verhandlungen wurde 1889 die erste Kapelle zwischen den Orten Warnstedt und Elsten errichtet.

Der Ort Sevelten wird bereits in einer ungenau datierten Urkunde des Klosters Corvey aus der Zeit zwischen 1000 und 1090 erwähnt als „Swiveldon“, später „Svivulten“ (1110). Die erste Kapelle in Sevelten ist aus dieser Zeit.

Ehemaliges Kloster Christinenhof der Dominikanerinnen in Schwichteler

Der Ort Schwichteler erhielt 1929 ein Kloster der Ilanzer Dominikanerinnen, genannt „Christinenhof“. 2016 wurde das bis dahin als Bildungseinrichtung geführte Kloster geschlossen. In dem Gebäude sind zurzeit unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untergebracht.

Politische Zugehörigkeit

Religionen

Die Einwohner der Gemeinde Cappeln gehörten (Stand 2021) mit 55,15 % mehrheitlich der römisch-katholischen Konfession an. 13,33 % der Einwohner waren evangelisch-lutherisch und 31,52 % gehörten anderen oder keiner Konfession an.[2]

Römisch-katholische Kirchen

Cappeln und Emstek gehörten bis 1668 zum Bistum Osnabrück, seitdem zum Bistum Münster.

  • St. Peter und Paul in Cappeln
  • St. Franciscus von Assisi in Elsten
  • St. Marien in Sevelten
  • Klosterkirche des ehemaligen Dominikanerinnenklosters Christinenhof in Schwichteler

Evangelisch-lutherische Kirchen

  • St. Martin in Cappeln

Politik

Gemeinderat

Der Rat der Gemeinde Cappeln besteht aus 20 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 7001 und 8000 Einwohnern.[14] Die 20 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2021 und endet am 31. Oktober 2026.

Stimmberechtigt im Gemeinderat ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister Marcus Brinkmann.

Die letzte Kommunalwahl am 12. September 2021 führte zu folgendem Ergebnis (mit Vergleichszahlen der beiden vorigen Wahlen):[15][16]

Weitere Informationen Partei / Liste, 12. September 2021 ...
Partei / Liste 12. September 2021 11. September 2016 11. September 2011
StimmenAnteilSitze StimmenAnteilSitze StimmenAnteilSitze
CDU 549451,92 %11 523654,04 %10 660275,99 %15
UWG 299928,34 %6 255626,38 %5
SPD 08728,24 %1 111911,54 %2 153417,65 %4
FDP 081007,65 %1 049205,07 %1 055106,34 %1
GRÜNE 040703,85 %1 028602,95 %
Wahlbeteiligung 56,25 % 61,01 % 58,19 %
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Bürgermeister

Bei der Bürgermeisterwahl vom 10. September 2006 setzte sich Reinhold Grote von der CDU als einziger Kandidat mit 2.211 Ja-Stimmen durch. Er beendete seine Amtszeit vorzeitig aus Altersgründen.

Bei der Direktwahl am 22. September 2013 erhielt Marcus Brinkmann als Einzelbewerber gegen zwei parteigebundene Kandidaten 1886 Stimmen (50,03 %). Eine Stimme reichte zur absoluten Mehrheit. Die Wahlbeteiligung betrug 71,40 Prozent. Seine Amtszeit begann am 1. November 2013.

Wappen

Das Wappen der Gemeinde Cappeln zeigt in Gold einen schwarzen, rot gezäumten Pferdekopf. Das Wappen weist auf die früher in der ganzen Gemeinde betriebene Pferdezucht hin. Hierbei ist besonders der Hof Vorwerk zu erwähnen, der seit über 100 Jahren eine Zuchtstation für die Oldenburger Pferde ist.[3]

Städtepartnerschaften

Am 5. Juli 1991 wurde mit der Gemeinde Langenstein im Landkreis Halberstadt (Sachsen-Anhalt) ein Partnerschafts-Vertrag geschlossen.[17]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Cappelner Bruch, Landschaftsschutzgebiet

Bauwerke

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Cappeln ist über die Bundesstraße B 72 (Europastraße E 233) und die Bundesautobahn A 1 (E 37) an das Fernstraßennetz angeschlossen. Von 1914 bis 1965 erschloss die Kleinbahn Vechta–Cloppenburg mit Haltestellen zunächst in Schwichteler, später in Tenstedt und Cappeln die Gemeinde.

Bildung

Verschiedene Einrichtungen im Bereich der Bildung bzw. Kultur sind in Cappeln vorzufinden, u. a.[19]:

  • zwei Grundschulen
  • eine Oberschule
  • eine Musikschule
  • drei Kindergärten
  • fünf Büchereien

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Maria Brand (1877–1956), erste weibliche Landtagsabgeordnete im Oldenburgischen Landtag
  • Leo Reinke (1909–1978), niedersächsischer Landespolitiker (CDU), von 1951 bis 1974 Mitglied des Niedersächsischen Landtages
  • Günter Dreyer (1943–2019), Ägyptologe, von 1998 bis 2008 erster Direktor der Abteilung Kairo des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI)
  • Hermann Kokenge (1949–2014), deutscher Landschaftsarchitekt und Rektor der TU Dresden
  • Christoph Eilers (* 1969), Abgeordneter für den Landtag Niedersachsen
Commons: Cappeln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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