Mirdametinib

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Mirdametinib ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Proteinkinaseinhibitoren. Unter dem Namen Gomekli (Hersteller: SpringWorks Therapeutics) wurde er im Februar 2025 in den USA zugelassen zur oralen Behandlung der Neurofibromatose Typ 1 (NF1, Morbus Recklinghausen), einer Erbkrankheit, bei der sich gutartige Tumoren unter oder auf der Haut im Bereich bzw. entlang von Nerven ausbilden.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Mirdametinib
Allgemeines
Freiname Mirdametinib[1]
Andere Namen
  • N-[(2R)-2,3-Dihydroxypropoxy]-3,4-difluor-2-(2-fluor-4-iodanilino)benzamid
  • PD-0325901
Summenformel C16H14F3IN2O4
Kurzbeschreibung

Weißer bis bräunlicher oder rosafarbener Feststoff[2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 870474-62-7
PubChem 9826528
ChemSpider 8002271
DrugBank DB07101
Wikidata Q27088255
Arzneistoffangaben
ATC-Code

L01EE05

Wirkstoffklasse

Antineoplastika

Wirkmechanismus

MEK-Inhibition

Eigenschaften
Molare Masse 482,19 g·mol−1
Aggregatzustand

Fest[2]

pKS-Wert

7,96[2]

Löslichkeit

0,25 g·l−1 in Wasser bei 25 °C[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar[3]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Wirkungsmechanismus

Der Wirkstoff ist ein oral bioverfügbarer, niedermolekularer Inhibitor der Mitogen-aktivierten Proteinkinase-Kinasen 1 und 2 (MEK1 und MEK2). Die beiden Kinasen sind Regulatoren im extrazellulären MEK/ERK-Signalweg (MAP-Kinase-Weg), der für die Zellproliferation und Zelldifferenzierung wesentlich ist.

Mirdametinib hemmt in vitro die Kinaseaktivität von MEK1 und MEK2 sowie die die nachgeschaltete Phosphorylierung von ERK. In einem Mausmodell für NF1 verringerte die orale Verabreichung von Mirdametinib die Proliferation von Neurofibromtumoren.[4]

Medizinische Verwendung

Dermale Neurofibromatose Typ 1

Mirdametinib ist angezeigt zur Behandlung von Erwachsenen und von Kindern ab 2 Jahren mit Neurofibromatose Typ 1, die symptomatische plexiforme Neurofibrome (PN) haben, die sich nicht vollständig chirurgisch entfernen lassen.[4] PN weisen ein höheres Risiko für maligne Entartung auf.

Die Verabreichung erfolgt peroral (Einnahme).[2]

Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen bei Erwachsenen sind Hautausschlag, Durchfall, Übelkeit, Schmerzen des Bewegungsapparats, Erbrechen und Müdigkeit.[2]

Die häufigsten Nebenwirkungen bei Kindern sind Hautausschlag, Durchfall, Schmerzen des Bewegungsapparats, Bauchschmerzen, Erbrechen, Kopfschmerzen, Paronychie, linksventrikuläre Dysfunktion und Übelkeit.[2]

Klinische Prüfung

Die Zulassung beruht auf den Ergebnissen der multizentrischen, einarmigen Studie ReNeu mit 114 Patienten im Alter ab 2 Jahren mit symptomatischen, inoperablen Neurofibromatose-Typ-1-(NF1)-assoziierten plexiformen Neurofibromen (PN), die eine signifikante Morbidität verursachten.

Das wichtigste Maß für die Wirksamkeit war die bestätigte Gesamtansprechrate (overall response rate, ORR), definiert als der Prozentsatz der Patienten mit vollständigem oder teilweisem Ansprechen (vollständiges Verschwinden oder mindestens 20 % Verringerung des PN-Volumens). Das Ansprechen wurde unter Verwendung einer volumetrischen Analyse mittels Magnetresonanztomographie gemäß den Kriterien für die Bewertung des Ansprechens bei Neurofibromatose und Schwannomatose bewertet. Das Verfahren wurde so modifiziert, dass eine Bestätigung des Ansprechens innerhalb von 2 bis 6 Monaten während der Behandlungsphase mit 24-Zyklen erforderlich war. Die bestätigte ORR betrug 41 % für Erwachsene und 52 % in der pädiatrischen Kohorte.[4][5]

Sonstiges

Mirdametinib ist nach Selumetinib ein weiterer Wirkstoff aus der Gruppe der MEK-Inhibitoren, der zur Behandlung von NF1 verwendet wird. Die Zulassung, die neben der Behandlung von Kindern auch die von Erwachsenen umfasst, erfolgte in den USA im Februar 2025[4] und in der Europäischen Union im Juli 2025.[6][7]

Handelsnamen

Gomekli (USA), Ezmekly (EU)

Einzelnachweise

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