Misselwarden

Ortsteil der Gemeinde Wurster Nordseeküste, ehemals eigene Gemeinde in Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Misselwarden (niederdeutsch Misselwarrn) ist eine Ortschaft in der Gemeinde Wurster Nordseeküste im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven.

Schnelle Fakten
Misselwarden
Misselwarrn (niederdeutsch)Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/Alternativname
Wappen von Misselwarden
Koordinaten: 53° 40′ N,  31′ O
Höhe: 0 m ü. NHN
Fläche: 10,32 km²[1]
Einwohner: 426 (2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 41 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2015
Postleitzahl: 27639
Vorwahl: 04742
Misselwarden (Niedersachsen)
Misselwarden (Niedersachsen)
Lage von Misselwarden in Niedersachsen
Misselwarden in der Gemeinde Wurster Nordseeküste
Misselwarden in der Gemeinde Wurster Nordseeküste
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Geografie

Lage

Misselwarden liegt an der Nordseeküste im Marschland in der Landschaft Land Wursten.

Nachbarorte

Padingbüttel
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt
Wremen Mulsum

(Quelle:[2])

Geschichte

Luftbild von 2012
Backsteinkirche in Misselwarden, romanisch und spätgotisch

Zur Geschichte der Region vor 1866 siehe: Geschichte von Hadeln und Wursten
Zur Geschichte der Region nach 1866 siehe: Geschichte des Landkreises Cuxhaven

Das Gebiet von Misselwarden wurde, wie das ganze Land Wursten, seit dem 8. Jahrhundert von Friesen besiedelt, die es besser als die im Binnenland wohnenden Sachsen verstanden, in flutgefährdeten Küstenmarschen zu überleben.

In einer Aufzeichnung des Erzbischofs Ansgar über Wunderheilungen am Grab Willehads wurde um 860 wurde ein aus zwei Wurten bestehender Ort mit dem Doppelnamen „Midlistan-Fadarwurde“ erwähnt. Fadarwurde wird mit Feddersen Wierde identifiziert. Midlistan passt mit der Reihenfolge der Konsonanten L und S eher zu Milsum (heute Midlum) denn zu Misselwarden.

Misselwarden und „Milsum“ in einer Karte des Westfälischen Reichskreises aus dem späten 17. Jh.

Bei Misselwarden wurde 1505 bei der Menheit der Friesen die „Wurster Willkür“ beschlossen, eine Verfassung des Landes Wursten.

Eingemeindungen

Im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen, die am 1. März 1974 stattfand, schlossen sich die Ortschaften Misselwarden, Cappel, Midlum, Padingbüttel, Dorum, Mulsum und Wremen zur Samtgemeinde Land Wursten zusammen.[3]

Zum 1. Januar 2015 bildeten die Samtgemeinde Land Wursten und die Gemeinde Nordholz die neue Gemeinde Wurster Nordseeküste im Landkreis Cuxhaven.[4]

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
JahrEinwohnerQuelle
1824000 ¹[5]
18480602 ²[6]
1910542[7]
1925572[8]
1933579[8]
1939544[8]
1950967[9]
1956722[9]
1973521[10]
19750493 ³[11]
JahrEinwohnerQuelle
1980514 ³[12]
1985524 ³[12]
1990524 ³[12]
1995512 ³[12]
2000471 ³[12]
2005482 ³[12]
2010445 ³[12]
2014412 ³[12]
20174260[1]
000
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¹ 39 Feuerstellen (inkl. Misselwardener Altendeich, Misselwardener Niederstrich mit Windmühle und Wiedenweg)
² in 107 Häusern (gesamtes Kirchspiel Misselwarden)
³ jeweils zum 31. Dezember

Politik

Gemeinderat und Bürgermeister

Auf kommunaler Ebene wird Misselwarden vom Rat der Gemeinde Wurster Nordseeküste vertreten.

Ortsvorsteher

Der Ortsvorsteher von Misselwarden ist Werner Blohm. Sein Stellvertreter ist Marc Ruhwedel (SPD). Die Amtszeit läuft von 2021 bis 2026.

Wappen

Der Entwurf des Kommunalwappens von Misselwarden stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Albert de Badrihaye, der zahlreiche Wappen im Landkreis Cuxhaven erschaffen hat.[13]

Wappen von Misselwarden
Wappen von Misselwarden
Blasonierung: „In Blau eine goldene, an einem Balken hängende Glocke mit der Jahreszahl 1459.“[13]
Wappenbegründung: Die im Jahre 1459 gegossene Glocke ist ein Wahrzeichen der Gemeinde, da sie die älteste und größte Glocke des Landes Wursten ist.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Vereine und Verbände

  • Bürger für die Erhaltung des Alten Pastorenhauses in Misselwarden
  • Jagdgenossenschaft Misselwarden
  • Schützenverein Misselwarden
  • Sozialverband Misselwarden
  • Theatergruppe Misselwarden

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter des Ortes

Persönlichkeiten, die mit dem Ort in Verbindung stehen

  • Ghert Klinghe (um 1400–nach 1474), Erzgießer, er schuf 1459 die Glocke „Gloriosa“ der örtlichen St.-Katharinen-Kirche
  • Annelies Schwarz (* 1938), Pädagogin, freischaffende Malerin und Schriftstellerin, lebt in Misselwarden

Sagen und Legenden

  • Der Hund von Harmsbüttel[14]
  • Der Misselwardener Glockenguss[15][16]
  • Der Ochsenhandel[17]
  • Der Spuk im Speicher[18]
  • Die kleinen Kleigräber bei Misselwarden[19]
  • Getreu bis in den Tod[20]
  • Johann Dürels Wohlstand[21]
  • Wollf von der Wollfsburg[22]

Literatur

  • Hans-Joachim Hinners: Die Einwohner von Misselwarden 1680–1900. Bremerhaven 1987.
  • Fritz Hörmann, Ude Meyer, Christian Morisse, Eberhard Nehring, Irmgard Seghorn, Egon Stuve, Else Syassen: Flurnamensammlung Wesermünde – Die Flurnamen des Grundsteuerkatasters von 1876. Hrsg.: Kulturstiftung der Kreissparkasse Wesermünde (= Neue Reihe der Sonderveröffentlichungen der Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. Band 27). Männer vom Morgenstern Verlag, Bremerhaven 1995, ISBN 3-931771-27-X, S. 15 ([Digitalisat (Memento vom 26. Oktober 2007 im Internet Archive) ] [PDF; 431 kB]).
  • Friedhelm Bartels, Birgit Deppe, Renate Grützner, Wolfgang Köthe, Wilfried Kuhl: Land Wursten und Nordholz – gestern & heute – Wurster Nordseeküste. Kellner Verlag, Bremen 2017, ISBN 978-3-95651-128-8.
  • Matthias Dichter: Die Misselwardener Kirchenglocke „Gloriosa“. Eine sagenumwobene mittelalterliche Großglocke aus der Werkstatt Ghert Klinghes. In: Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. (Hrsg.): Niederdeutsches Heimatblatt. Nr. 838. Nordsee-Zeitung GmbH, Bremerhaven Oktober 2019, S. 2–3 (Digitalisat [PDF; 3,9 MB; abgerufen am 28. Oktober 2019]).

Einzelnachweise

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